Muttersprachler-Projekt Barrieren durchbrechen am Gymnasium Oesede

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Verständigung geschieht heute weltweit auf Englisch – im Muttersprachler-Projekt trainierten über 50 Schüler des Gymnasiums Oesede ihre Sprachkompetenz.
Foto: Petra PieperVerständigung geschieht heute weltweit auf Englisch – im Muttersprachler-Projekt trainierten über 50 Schüler des Gymnasiums Oesede ihre Sprachkompetenz. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. In den Herbstferien zur Schule gehen, freiwillig und mit ganz viel Spaß – wo gibt’s denn so was? Am Gymnasium Oesede. In der zweiten Ferienwoche nahmen 51 Schüler der Jahrgänge acht und neun vormittags am sogenannten „Native Speaker-Projekt“ teil.

Mit vier jungen Englisch-Muttersprachlern erlebten die Jugendlichen ihre Schule ganz neu. Laura, Daniela, Emily und Tekle – man nennt sich nur beim Vornamen - sprechen kein Deutsch, aber sie haben tolle Ideen, mit denen sie die Jungen und Mädchen zum Englischsprechen bringen. Denn es geht um praxisnahe Sprachförderung: Freies Sprechen und Kommunizieren ist das Ziel und das geht am überzeugendsten in echten Situationen. „Wenn der deutsche Englischlehrer mit seinen Schülern Englisch spricht, ist die Situation schon irgendwie künstlich; mit uns Englisch zu sprechen ist hingegen authentisch“, erläutert Tekle.

Authentisch Sprache lernen

Und da ist es durchaus von Vorteil, dass die vier Muttersprachler – auf Englisch „Native Speakers“ – keine didaktische Ausbildung durchlaufen haben. Sie gehen ihren Job ganz entspannt an. Laura aus Großbritannien ist Literaturstudentin, die US-Amerikanerin Daniela Reisejournalistin, Emily aus Neuseeland hat nach einem Modedesign-Studium Erfahrung als Entertainerin gewonnen und der Australier Tekle plant eine Karriere als Physiker. Wie die jungen Frauen reist auch er für sein Leben gern und verdient sich im "Native-Speaker-Projekt" Geld für seine weiteren Reisen, bevor er sich wieder der Naturwissenschaft widmet.

Für ein friedliches Miteinander

Ihre Weltoffenheit teilen die vier gern mit den Georgsmarienhütter und Hagener Jugendlichen. Das gegenseitige Kennenlernen am Anfang mündete in umfangreiche Interviews. „Wie funktionieren High Schools? Sind die wirklich so, wie sie in Filmen dargestellt werden? Welche gefährlichen Tiere gibt es in Australien?“ und dergleichen mehr. Die Muttersprachler gaben ausführlich Auskunft über die kulturelle und gesellschaftliche Situation in ihren Heimatländern, wollten aber auch gern etwas über das Osnabrücker Land erfahren. Er sei schon in zehn verschiedenen Regionen in Deutschland gewesen, berichtete Tekle, unter anderem in Chemnitz und Würzburg. „Kinder sollten früh die Erfahrung machen, dass es nette Menschen aller Hautfarben gibt, und eventuelle Barrieren durchbrechen“, sagte er mit Verweis auf seine halb australische, halb äthiopische Abstammung. Auch Daniela ist als „halbe“ Brasilianerin eine überzeugende Botschafterin für Verständigung und  ein friedliches menschliches Miteinander über Grenzen hinaus.

Schnelle Fortschritte

Das brauchte nicht eigens thematisiert zu werden, es ergab sich wie von selbst beim gemeinsamen Spielen, Rätseln, Basteln und Kochen in den vier Kleingruppen. Beim Prominentenraten kam leicht ein Gespräch über Barack Obama, Homer Simpson oder einen bekannten Youtuber zustande, beim Erstellen der biografischen Poster wurde überlegt, was man tun könne, wenn man der mächtigste Mensch der Welt wäre oder welchen Gegenstand man aus seinem brennenden Haus retten würde. Den Schülern gefiel die bunte Mischung und sie freuten sich über schnell erreichte Fortschritte im Gebrauch des Englischen, zumal ihnen am Ende des Jahres ein mündlicher Sprachtest bevorsteht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN