Stadt will Praxisübernahmen fördern GMHütte wappnet sich gegen den drohenden Ärztemangel

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Nicht nur bei Hausärzten droht in den kommenden Jahren in der Region ein Ärztemangel. Auch bei Fachärzten könnte es in GMHütte eine Angebotslücke geben. Die Verwaltung will deshalb im kommenden Jahr 100000 Euro in den Haushalt einstellen, um im Einzelfall die Niederlassung von Ärzten zu fördern. Foto: dpa/StacheNicht nur bei Hausärzten droht in den kommenden Jahren in der Region ein Ärztemangel. Auch bei Fachärzten könnte es in GMHütte eine Angebotslücke geben. Die Verwaltung will deshalb im kommenden Jahr 100000 Euro in den Haushalt einstellen, um im Einzelfall die Niederlassung von Ärzten zu fördern. Foto: dpa/Stache

Georgsmarienhütte. GMHütte will neue Wege gehen, um die Sicherung der ärztlichen Versorgung zu gewährleisten. Die Verwaltung schlägt vor, 100000 Euro im Haushalt vorsehen, um im Einzelfall die Niederlassung von Ärzten zu fördern.

Der drohende Ärztemangel in der Region ist kein neues Thema. In GMHütte gibt es hinsichtlich des ärztlichen Angebots eine doppelte Problemlage: Das betrifft zum einen die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung. Außerdem soll die Stadt als Mittelzentrum nach den Vorgaben des Landesraumordnungsprogramms auch über eine entsprechende Zahl von Fachärzten verfügen.

Angebotslücken bis 2025

Den dringenden Handlungsbedarf verdeutlicht die Altersstruktur der niedergelassenen Mediziner. In GMHütte sind knapp ein Fünftel der Hausärzte 64 und älter und damit in absehbarer Zeit im Ruhestand. Auch bei den Fachärzten sieht die Perspektive nicht wesentlich besser aus. Hier sind stehen um die 30 Prozent der Praxen-Inhaber kurz vor der Vollendung des 60. Lebensjahres.

Noch ist das Angebot in der Hüttenstadt zwar ausreichend. Aber wie schnell sich eine problematische Angebotslücke bei der fachärztlichen Versorgung auftun kann, hat sich erst Mitte August gezeigt. Da ging es um eine Kinderarztpraxis, für die sich die aufgrund der eingeschränkten Raumsituation wohl nur im Fall einer Erweiterung eine Nachfolgelösung finden lässt.

Der Verwaltungsausschuss (VA) hat am Ende einstimmig beschlossen, hier einen Betrag im unteren fünfstelligen Bereich als Zuschuss der Stadt zur Verfügung zu stellen. Dadurch können zusätzliche Praxis-Räume geschaffen werden, damit sich künftig dort in GMHütte gleichzeitig zwei Kinderärzte um die zu behandelnden Fälle kümmern können. Die Verwaltung hatte hier auch darauf hingewiesen, dass selbst kleinere Kommunen wie Hagen über zwei Fachärzte für Kinder und Jugendliche verfügen.

Jetzt gibt es für die Finanzausschuss-Sitzung Mitte Oktober eine Verwaltungsvorlage, im Haushalt für das kommende Jahr einen Betrag von 100000 Euro „zur Sicherung der Ärzteversorgung in GMHütte“ vorzusehen. Als Begründung wird ausgeführt, dass der Gesundheitsdienst des Landkreises bis 2025 von „einem deutlich sinkenden Versorgungsgrad“ ausgeht und erhebliche Anstrengungen notwendig seien, damit „überhaupt zwei von drei frei werdenden Arztsitzen an Nachfolger übergeben werden können“.

Möglichkeiten der Stadt

Als Handlungsmöglichkeiten der Stadt werden hier zum Beispiel aufgelistet: Eine finanzielle Zuwendung an den sich in GMHütte niederlassenden Arzt; eine Förderung der Ausstattung bestehender Praxen, um diese für Nachfolger interessanter zu machen; das Verhindern von Praxis-Aufkäufen durch größere Anbieter, die dadurch ihr Tätigkeitsfeld auf Standorte in Nachbar-Kommunen ausdehnen. Außerdem soll es Zuschüsse für Medizinstudenten oder Arztpraxen im Rahmen der im Studium vorgesehenen Praktikummonate beziehungsweise des „praktischen Jahres“ geben.

Die Stadt GMHütte will diese Zuschüsse unabhängig vom bestehenden Förderprogramm des Landkreises gewähren. Der Punkt „Ärztliche Versorgung GMHütte“ steht am Mittwoch, 17. Oktober, auf der Tagesordnung des Finanzausschusses.


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