Nach Sanierung im August Neue Vorfahrtsregel sorgt für Verwirrung bei Holzhauser Kreisel

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Vorfahrt achten: Radfahrer und Fußgänger, die den Kreisel zwischen Holzhauser und Sutthauser Straße überqueren wollen, müssen neuerdings die Autofahrer passieren lassen. Foto: David LauxtermannVorfahrt achten: Radfahrer und Fußgänger, die den Kreisel zwischen Holzhauser und Sutthauser Straße überqueren wollen, müssen neuerdings die Autofahrer passieren lassen. Foto: David Lauxtermann

Georgsmarienhütte. Täglich passiert David Lauxtermann mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hagen den frisch sanierten Kreisel in Holzhausen, an dem Sutthauser und Holzhauser Straße aufeinander treffen. Seit dem Ende der Bauarbeiten im August gibt es allerdings eine Änderung am Kreisverkehr: Nicht mehr die Rad- sondern die Autofahrer haben neuerdings Vorfahrt.

"Wenn ich dem Radweg folge, habe ich kaum eine Chance zügig über den Kreisel zu kommen", schreibt Lauxtermann in einer Mitteilung an unsere Redaktion. Als Radfahrer müsse er seit der neuen Regelung absteigen und auf eine Lücke zwischen den fahrenden Autos hoffen.

Unterschiedliche Beschilderung

Ein weiteres Problem, das mitunter für Verwirrung sorgen kann, sieht er in der unterschiedlichen Beschilderung in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück. In der Stadt haben nämlich weiterhin die Radler Vorrang. "Als Radfahrer gerät man in eine stark defensive Situation und auch als Autofahrer irritieren mich diese Ausnahmen", sagt Lauxtermann. Eine Politik, die den Radverkehr stärken möchte, setze seiner Meinung nach mit dieser Verkehrsführung ein falsches Zeichen.

Laut Pressestelle des Landkreises Osnabrück wird der Kreisverkehr am Kreuzungspunkt der Kreisstraßen 301 und 305 seit dem Jahr 2001 befahren. Die lange Beanspruchung habe zu Schäden auf der Fahrbahn geführt, die eine Sanierung des Bereichs zwingend erforderlich gemacht haben. Diese Fahrbahnerneuerung habe der Landkreis jetzt genutzt, um die Verkehrsführung an aktuelle Richtlinien anzupassen.

Ausgeführt wird die Beschilderung nach von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen erarbeiteten Richtlinien. Demzufolge werden sowohl Fußgänger als auch Radfahrer in bebauten Gebieten durch Zebrastreifen und Vorfahrt-achten-Schilder für Autofahrer vorrangig behandelt. Andersherum verhält es sich außerhalb von Baugebieten. Dort sehen sich die Radfahrer und Fußgänger den Schildern gegenüber.  

Anpassung bei Sanierung

Die Vorgaben der Forschungsgesellschaft haben die sieben Straßenverkehrsbehörden im Landkreis in Zusammenarbeit mit der Polizei übernommen. Eine Anpassung der Verkehrsführung erfolge der Pressestelle zufolge nun nach und nach in Verbindung mit Sanierungsmaßnahmen. So wie am Holzhauser Kreisel, sollen die Änderungen gleichzeitig auch immer Seh- oder Gehbehinderten zugutekommen. Entsprechend wurden an den Übergängen taktile Leitelemente verlegt, die Menschen mit einer Behinderung die Orientierung im Straßenverkehr erleichtern sollen.

Lauxtermann sieht in dieser sukzessiven Änderung jedoch keine Verbesserung – zumindest für Radfahrer. Als Konsequenz nutze er inzwischen die Straße anstatt der Fahrbahnübergänge, um den Kreisel mit dem Rad sicher und zügig zu durchqueren. Eine Lösung, die vermutlich nicht im Sinne der Straßenplaner ist. 


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