Historischer Rückblick Jubiläum 950 Jahre: Wann wurde Harderberg wirklich gegründet?

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Auf dieser historischen Postkarte aus dem Archiv der NOZ, ist die Harderberger Gastwirtschaft "Zur Kiffe" um das Jahr 1907 zu sehen.Auf dieser historischen Postkarte aus dem Archiv der NOZ, ist die Harderberger Gastwirtschaft "Zur Kiffe" um das Jahr 1907 zu sehen.

Georgsmarienhütte. Dass in Harderberg im kommenden Jahr gefeiert wird, darüber besteht für die Einwohner kein Zweifel. Ob aber die offizielle Gründung oder etwa die erste Erwähnung des Stadtteils Grund dafür ist, ist dagegen eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Historische Quellen lassen nämlich auf verschiedene Daten schließen.

Eine Chronik der Pfarrgemeinde Harderberg bringt es auf den Punkt. Dort heißt es: "Die eigentliche Entstehung des Ortes wie auch seiner Ortsteile liegt im Dunkeln". Woher wissen die Harderberger also, dass sie im kommenden Jahr das 950-jährige Bestehen des heutigen GMHütter Stadtteils feiern können? 

Zusammenschluss aus Bauernschaften

Eine offizielle Gründungsurkunde von Harderberg gibt es nicht, was wohl daran liegen mag, dass der Ortsteil ursprünglich ein loser Zusammenschluss aus Bauernschaften war. Verschiedene Dokumente lassen allerdings zwei mögliche Jahre zu, in denen Harderberg erstmalig urkundlich erwähnt wurde. 

In einem Schreiben an unsere Redaktion weißt der GMHütter Heinz Kampmann auf eine Chronik des SV Harderberg hin. Diese wurde im Jahr 1975 zum 25-jährigen Bestehen des Vereins zusammengetragen und legt das Jahr 1147 zugrunde. Zu dieser Zeit erhielt der Harderberg eine Pfarrkirche, die für Jahrhunderte die geistliche Heimat der angesiedelten Bauern bleiben sollte. Aus demselben Jahr liegt die älteste noch erhaltene Urkunde vor, in der Harderberg erwähnt wird. In dem Dokument bestimmt der Graf Philipp von Katzenellenbogen alle Ortschaften, die künftig zur Johanniskirche gehören sollten. Darin werden die Bauernschaften Haren und Rothorst erwähnt, die noch heute Grundlage für Straßen- und Siedlungsnamen auf dem Harderberg sind.

Hinweis auf 1069

Nimmt man diese Urkunde als Grundlage, sind die Harderberger vom 950-jährigen Jubiläum ihres Ortsteils allerdings noch 78 Jahre entfernt – gäbe es nicht noch ein weiteres Dokument. Es existiert eine Urkunde aus dem 14. Jahrhundert, die auf das Jahr 1069 hinweist. Darin lässt der Osnabrücker Fürstbischof Benno II. die Vermögensverhältnisse im Osnabrücker Johannis-Stift bestimmen. Auf der Liste werden unter anderem Einkünfte aus der Ortschaft Haren aufgeführt.

An dieser Stelle könnte sich nun ein Übersetzungsfehler eingeschlichen haben. Das Dokument ist nämlich im Mittelhochdeutschen verfasst. Bei einer Übertragung ins Hochdeutsche blieb der Begriff Haren – abgeleitet von "Har", was so viel wie Anhöhe bedeutet – vorerst stehen. Damit ordneten Historiker den Ort als Haaren bei Ostercappeln ein. Die weitere Forschung ergab jedoch, dass sämtliche Orte, die der Fürstbischof Benno nennt, im südöstlichen Raum des heutigen Landkreises Osnabrück liegen. Die Schlussfolgerung: Das heutige Harderberg wurde erstmals im Jahr 1069 urkundlich erwähnt.

Grundlage für das Jubiläum

Franz Dreier, der das geplante Jubiläumsfest für 2019 mit organisiert, sieht die Angelegenheit gelassen: "Niemand von uns hat den Anspruch zu sagen, dass wir das Gründungsdatum sicher bestimmen können." Die Bürger hätten sich aber dafür entschieden, die erste urkundliche Erwähnung von Harderberg im Jahr 1069 als Grundlage zu nehmen, und dies gebührend zu feiern.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN