Siedlung wird zur Einkaufsstraße Tausende Besucher beim Hakeneschfelder Trödelmarkt in Georgsmarienhütte

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Tausende Besucher strömten am Samstag durch die Straßen im Hakeneschfeld auf der Suche nach günstigen Schnäppchen und ausgefallenen Sonderangeboten. Fotos: Marius PaulTausende Besucher strömten am Samstag durch die Straßen im Hakeneschfeld auf der Suche nach günstigen Schnäppchen und ausgefallenen Sonderangeboten. Fotos: Marius Paul

Georgsmarienhütte. Zum 29. Mal fand am Samstag der traditionelle Trödelmarkt im Hakeneschfeld statt und lockte dabei bis zu 15.000 Schnäppchenjäger und Schaulustige an. Trotz der ausgelassenen Stimmung mussten die beiden Organisatoren Johannes Rehm und Gottlieb Tiemeyer im Laufe des Tages traurige Neuigkeiten verkünden.

„Im nächsten Jahr wird der Flohmarkt noch einmal stattfinden, aber mit dem 30-jährigen Bestehen ist für uns beide Schluss“, erzählte Tiemeyer bedrückt. Man habe gehofft die Verantwortung und Organisation an die nächste Generation der Siedlungsgemeinschaft weitergeben zu können, allerdings lebe ein Großteil der jungen Menschen mittlerweile aufgrund von Studium und Ausbildung in anderen Städten. 

Vorbereitung ist zeitintensiv

„Für die Fortsetzung des Trödelmarktes ist es schade, aber wir haben dafür natürlich vollstes Verständnis. Wir wollen auch nicht unerwähnt lassen, dass die jungen Leute, die noch hier leben, immer tatkräftig mit anfassen“, so Rehm. Die enorme Logistik und Vorbereitung, die für einen reibungslosen Ablauf erforderlich ist, sei sehr zeitintensiv und nicht mit dem einen Tag Flohmarkt erledigt. „Aus diesem Grund ist es schwierig einen Nachfolger für diese Aufgabe zu finden. Deshalb wird der Trödelmarkt in der derzeitigen Form im nächsten Jahr vermutlich zum letzten Mal stattfinden“, verdeutlichten die beiden Marktleiter.

Für eine kleine Stärkung zwischendurch sorgten kleine Getränkewagen, die auf den Straßen unterwegs waren.

Auch unter den Besuchern und Standinhabern war der bevorstehende Abschied das beherrschende Thema. Besonders traurig zeigten sich Elisabeth und Martina Aulf, die von Anfang an beim Hakeneschfelder Trödelmarkt dabei sind: „Wir stehen hier seit 29 Jahren und wenn es im nächsten Jahr zu Ende gehen sollte, wäre das wirklich bedauerlich. Man darf aber einfach nicht vergessen, welcher Aufwand dahinter steckt und welche Mühen erforderlich sind.“

Auch in diesem Jahr sorgten die Anwohner des Hakeneschfeld mit Bratwurst und Getränken dafür, dass es den zahlreichen Besucher an nichts fehlte.

Trotz dieser Nachrichten kam das Feilschen und Handeln auch in diesem Jahr naturgemäß nicht zu kurz. Mehr als 500 Familien nahmen am diesjährigen Trödelmarkt teil und boten dabei allerlei Kuriositäten zum Verkauf. Neben alten Spiegeln und kitschigem Geschirr zierten Fitnessgeräte, Snowboards und sogar Wagenheber die Verkaufstische. 

Diesmal blieb es trocken

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr blieben die hartnäckigen Trödler dieses Mal vom Regen verschont. „Der letzte Flohmarkt ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Deshalb ist es umso schöner, dass das Wetter jetzt mitgespielt hat und wir hier die familiäre Atmosphäre genießen können“, freute sich Beate Runge, die auf 22 Jahre Trödelmarkterfahrung im Hakeneschfeld zurückblicken kann und insbesondere die tadellose Organisation hervorhob: „Von der Einteilung der Stände, bis hin zur Versorgung mit Bratwurst und Getränken, werden nahezu alle Aufgaben von der Siedlungsgemeinschaft übernommen. Das macht diesen Markt so besonders.“ 

Ob auf Tischen, in Wäschekörben, oder der Straße - keine Fläche wurde ausgelassen, um die Waren zu präsentieren und anschließend hoffentlich einen Großteil davon zu verkaufen.

Schlussendlich waren auch die beiden Chefstrategen hochzufrieden und wagten schon einmal einen Blick zurück. Laut Rehm wundere man sich im Nachhinein manchmal, wie man das Ganze damals als Berufstätiger bewältigt habe. „Aber irgendwie hat es immer ganz gut geklappt und es hat jede Menge Spaß gemacht.“ Auch wenn es sich schwierig gestalten werde, wolle man außerdem die Hoffnung auf eine Fortsetzung des Hakeneschfelder Trödelmarktes zu diesem Zeitpunkt noch nicht gänzlich aufgeben.


Freundliche Aufforderung einer jungen Verkäuferin – wenn auch orthografisch nicht ganz korrekt... Foto: Kirsten Muck



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