Änderung des Bebauungsplans nach 54 Jahren Franziskus-Hospital plant Erweiterung auf dem Harderberg

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Das Franziskus Hospital wächst: Im Zuge der Baumaßnahmen im Jahr 2014 wurden auch die Patientenzimmer vergrößert. Foto: Archiv/Gert WestdörpDas Franziskus Hospital wächst: Im Zuge der Baumaßnahmen im Jahr 2014 wurden auch die Patientenzimmer vergrößert. Foto: Archiv/Gert Westdörp

Georgsmarienhütte. 54 Jahre lang hat die Stadt Georgsmarienhütte den Bebauungsplan "Am Krankenhaus" nicht angerührt. Damit ist seit der vergangenen Sitzung des Bauausschusses Schluss. Die Änderung soll eine Erweiterung des Franziskus-Hospitals auf dem Harderberg ermöglichen.

Seit 1964 ist der Bebauungsplan "Am Krankenhaus" für den Ortsteil Harderberg rechtskräftig. Als der Plan in Kraft trat, war Harderberg noch eine eigenständige Gemeinde. Erst 1970 wurde Harderberg mit weiteren Gemeinden zur Stadt Georgsmarienhütte. Doch auch die Stadt sah in den vergangenen Jahrzehnten keinen Bedarf, die Pläne von damals zu ändern. Der Wunsch der Niels-Stensen-Kliniken das Franziskus-Hospital in Richtung Norden zu erweitern, lieferte dem Bauausschuss jetzt den Grund, sich mit den alten Plänen auseinanderzusetzen.

Möglichkeiten ausgeschöpft

Laut Beschlussvorschlag der Verwaltung hat die Niels-Stensen-Kliniken GmbH als Träger in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten des ursprünglichen Bebauungsplans größtenteils ausgeschöpft. Die Kliniken sehen allerdings  Bedarf für eine örtliche Pflegeeinrichtung in unmittelbarer Nähe zum Franziskus-Hospital. Für eine Umsetzung muss der alte Plan überarbeitet werden, ein Teil der Parkplätze auf dem Gelände soll für die Pflegeeinrichtung weichen. Damit Mitarbeiter und Besucher aber weiterhin genügend Stellplätze haben, könnte ein Teil der übrigen Fläche mit einem Parkdeck bebaut werden.

Bisher sahen die Pläne von 1964 jedoch eine Nutzung des Areals als "Fläche für die Landwirtschaft", "private Grünfläche" oder "überbaubarer Bereich" vor. Für letzteres sind bestimmte Baugrenzen und Bebauungstiefen vorgeschrieben. Der Bauausschuss befürwortete in seiner Sitzung eine Änderung dieser Vorgaben zugunsten des Krankenhauses.

Alternativ zum Parkdeck wäre auch eine ebenerdige Erweiterung des Parkplatzes auf den angrenzenden Grünflächen möglich. Da das Krankenhaus in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt, müsse aber mit dem Landkreis Osnabrück noch erörtert werden, ob die bisherige Abgrenzung des Schutzgebietes verschoben werden darf.

Bauanträge im kommenden Jahr

Laut Träger sollen die ersten Bauanträge für die Pflegeeinrichtung und der zusätzlichen Parkmöglichkeiten zu Beginn des kommenden Jahres gestellt werden. Wann die Umsetzung beginnt, ist noch offen. Wie lange es unter Umständen von den Anträgen bis zum fertigen Bau dauern kann, belegt jedoch die vorangegangene Erweiterung auf dem Harderberg. Mit Unterstützung des Landes Niedersachsen hatten die Niels-Stensen-Kliniken für rund 40 Millionen Euro in mehreren Bauabschnitten unter anderem ein neues Bettenhaus errichtet und die Patientenzimmer saniert. "Ganze 16 Jahre hat es vom ersten Bauantrag bis zur feierlichen Einweihung des Neu- und Erweiterungsbaus gedauert", hatte  Hospitals-Geschäftsführer Michael Kamp 2015 zum Abschluss resümiert. 

Die Modernisierung des Krankenhauses ging schon kurz danach in die nächste Runde. 2017 konnte auf dem Harderberg für fünf Millionen Euro eine neue Intensivstation auf 1433 Quadratmetern mit vier Zweibett- und vier Einzelzimmern eingeweiht werden. Zuvor hatte sich das Krankenhaus bei den Rettungsdiensten wegen der unzureichenden Ausstattung oft abmelden müssen.


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