Erfolgsgeschichte VHS-Bildungsangebote in GMHütte werden 50

Von Greta Lenzing

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Dokument der Zeitgeschichte: 1989 zog die Volkshochschule Georgsmarienhütte in die Klöcknerhäuser um, Stadtdirektor Hermann Janning (links) und VHS-Leiter Eberhard Schröder (rechts) informierten sich über die Renovierungsarbeiten. Foto: Archiv/MünchDokument der Zeitgeschichte: 1989 zog die Volkshochschule Georgsmarienhütte in die Klöcknerhäuser um, Stadtdirektor Hermann Janning (links) und VHS-Leiter Eberhard Schröder (rechts) informierten sich über die Renovierungsarbeiten. Foto: Archiv/Münch

Georgsmarienhütte. Nein, der 50. Geburtstag wird nicht groß gefeiert, schließlich ist der Jubilar inzwischen Geschichte. Im September 1968 – also noch vor der Stadtgründung – wurde die VHS GMHütte aus der Taufe gehoben. Über drei Jahrzehnte prägte sie das Bildungs- und Kulturangebot mit, bevor sie 2004 wohl auch aus Kostengründen in die VHS Osnabrücker Land eingegliedert wurde. Wir gratulieren trotzdem.

Schließlich hatte die VHS seit 1968 mit ihrem Bildungsangebot Bildungsangebote das Kulturprogramm der Hüttenstadt bereichert. Während die Angebote anfangs noch ein nebenberuflich initiiertes Projekt waren, sind sie heute als Teil der VHS Osnabrücker Land fest institutionalisiert.

Als im Sommer 1968 Helmut Stahlmann, ehemaliger Rektor der Realschule, in Georgsmarienhütte alle Hebel in Bewegung setzte, um die Gründung einer Volkshochschule voranzutreiben, erforderten wachsende Fortschritte in der Technik eine stetige Weiterbildung der Erwachsenen. Gleichzeitig entstand durch ein wachsendes Kontingent an Freizeit bei den Erwachsenen eine erhöhte Nachfrage nach Freizeitangeboten, die ebenfalls durch die Gründung einer Volkshochschule abgedeckt werden sollte.

Erste Schritte

Die Ziele Weiterbildung, Urteilsbildung und Freizeitgestaltung wurden ab dem 30. September 1968 unter dem Motto „Lebenslanges Lernen“ in anfangs 25 Kursen mit 183 Hörern verfolgt. Zunächst leitete Stahlmann die Volkshochschule Georgsmarienhütte-Oesede noch nebenamtlich. Als in den 70er-Jahren die Zuhörerzahl auf über 1500 stieg und mehr als 100 Kurse stattfanden, wurde deutlich, dass die Schule einen hauptamtlichen Leiter benötigte. Während Fritz Brickwedde diese Funktion von 1981 bis 1985 inne hatte, steigerten sich die Hörer-, Kurs- und Stundenzahlen um jeweils etwa 150 Prozent.

Viele Veranstaltungen fanden großen Anklang bei der Bevölkerung. So zum Beispiel die Lesung von Günther Grass in der Aula der Realschule 1979. Eberhard Schröder, Leiter der Volkshochschule ab 1985, erinnert sich gern an diese Jahre: „Damals wehte noch der Wind der 68er durch die Flure“. Es habe eine generelle Auf- und Umbruchstimmung geherrscht, berichtet der heute 69-Jährige.

Diskussionen bis tief in die Nacht

Im Rahmen eines emanzipatorischen und politischen Bildungsauftrages wurde stets veranlasst, dass sich die Hörer mit aktuellen Themen auseinandersetzen und die Chance bekommen, unterschiedliche Meinungen anzuhören und zu diskutieren. Dies fand häufig während der „Georgsmarienhütter Gespräche“statt, die Anfang der 80er-Jahre von Fritz Brickwedde initiiert wurden. Prominenz aus unterschiedlichsten Fachbereichen kam nach GMHütte, um mit interessierten Bürgern aktuelle Themen zu diskutieren. Unter anderem trafen hier Bischof Bode, Bischof des Bistums Osnabrück und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Margot Käßmann, Theologin und Pfarrerin, erstmals in der Oeseder Kirche vor etwa 1000 Zuhörern aufeinander. Schröder bestätigt, es habe immer eine Wohlfühlatmosphäre geherrscht. Gerne sei man auch nach Ende der offiziellen Veranstaltungen in einer umliegenden Lokalität eingekehrt und habe dort den Abend mit weiterführenden Diskussionen bei Frikadellen ausklingen lassen.

Es gab allerdings nicht nur Erfolge zu verzeichnen, auch mit geringen Zuschauerzahlen lernte man umzugehen. Der Festschrift zum 20-jährigen Bestehen der VHS lässt sich entnehmen, dass die Angebote auf den Gebieten der Literatur, Erziehung und Gesellschaftspolitik sich anfangs keiner Beliebtheit erfreuten. Die Programme zum Erlernen der EDV und des Englischen waren dagegen oft ausgebucht. Die Statistiken im Festblatt lassen zudem erkennen, dass 80 Prozent aller Teilnehmer weiblich waren und sich vor allem Teilnehmer im berufstätigen Alter registrierten.

VHS-Angebote heute

Als im Jahr 2004 die VHS Georgsmarienhütte dann in die VHS Osnabrücker Land eingegliedert wurde und somit als eigenständige Bildungsinstitution im altbekannten Format verschwand, blieb der Anspruch bestehen, alle bilden zu wollen, unabhängig von den persönlichen Voraussetzungen. Die VHS Osnabrücker Land umfasst 21 Außenstellen, bot 2017 insgesamt 3043 Kurse mit über 91288 Unterrichtseinheiten an und erreichte damit 28526 Teilnehmer.

In Georgsmarienhütte sind momentan besonders die Kurse im Programmbereich Gesundheit, Fremdsprachen und Deutsch/Integration gefragt. Dies schlägt sich ebenfalls in den Teilnehmerzahlen und Unterrichtsstunden nieder.


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