950-jähriges Bestehen Vereine und Bürger planen die Jubiläumsfeier für Harderberg

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Ohne viel Luxus: das Rathaus Harderberg im März 1966. Die kleine Landgemeinde ließ sich ihren Verwaltungssitz nahe der Heideschänke damals 185000 Deutsche Mark kosten. Archivfoto: HarmsOhne viel Luxus: das Rathaus Harderberg im März 1966. Die kleine Landgemeinde ließ sich ihren Verwaltungssitz nahe der Heideschänke damals 185000 Deutsche Mark kosten. Archivfoto: Harms

Georgsmarienhütte. 950 Jahre Harderberg, 70 Jahre Grundschule am Harderberg und 50 Jahre Kindergarten St. Johannes Vianney: 2019 hat der GMHütter Stadtteil gleich drei Gründe zum Feiern. Wie das Jubiläum gestaltet werden soll, damit beschäftigt sich jetzt eine Gruppe aus Vereinen und engagierten Bürgern.

„Seit unserem ersten Planungstreffen Mitte August steht fest: Ja, wir wollen feiern“, sagt Heinz Dierker aus dem Vorstand des Vereins Harderberger Bürger aktiv. Gemeinsam mit Carina Kriegeskorte, Schulleiterin der Grundschule Harderberg, hatte Dierker örtliche Vereine und interessierte Bürger zur Ideenfindung eingeladen. „Unser eigener Verein ist mit 20 Mitgliedern recht klein“, sagt Dierker. Daher sei es wichtig, dass für die Organisation der Feierlichkeiten auch auf die Unterstützung der Einwohner gezählt werden kann.

Zweitkleinster Stadtteil

An seiner Bevölkerung gemessen ist Harderberg der zweitkleinste Georgsmarienhütter Stadtteil. Im Juli lebten 3008 Bürger auf einer Fläche von 7,84 Quadratkilometern. Damit macht der Stadtteil rund 9,3 Prozent der GMHütter Einwohner aus.

Am ersten Treffen für das anstehende Jubiläum beteiligte sich der Schützen- und Sportverein, die Kirchengemeinde, die Kolpingsfamilie sowie Bürger, die vor allem geschichtlich interessiert sind, fasst Dierker zusammen. Schnell waren sich die Teilnehmer einig: Das Programm für die Festlichkeiten muss aus Harderberg selbst kommen. Nicht große Stars von außerhalb sollen im Mittelpunkt stehen, sondern der Ort und seine Bewohner.

Drei bis vier Festtage

„Wir stellen uns drei bis vier Festtage mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor“, sagt Dierker. Die Gestaltung des Programms möchte der Arbeitskreis bei seiner nächsten Sitzung am 10. September in der Grundschule besprechen. Einen Tag könnte der Sportverein gestalten, einen weiteren die Schule und der Kindergarten oder die Bürger mit geschichtlichen Führungen und Vorträgen. 950 Jahre Ortsgeschichte haben schließlich reichlich Stoff zu bieten.

Der Chronik der katholischen Pfarreiengemeinschaft GMHütte-Ost zufolge, wurde Harderberg erstmals im Jahr 1069 urkundlich erwähnt. Im 11. Jahrhundert war der heutige Stadtteil allerdings noch ein loser Zusammenschluss der Bauernschaften Haren, Rothorst und Broxten. Heute erinnern lediglich Straßen- und Siedlungsnamen an die mittelalterlichen Ursprünge.

Kurzzeitiger Amtssitz

Ein Kuriosum in der jüngeren Ortsgeschichte: Am 4. März 1966 wurde das neu erbaute Rathaus der selbstständigen Gemeinde eingeweiht. Seit dem Krieg hatte sich Harderbergs Einwohnerzahl auf 2000 Menschen verdoppelt. Mehr Raum für die Verwaltungsarbeit musste her. Der Amtssitz sollte aber nur für kurze Zeit seinen Zweck erfüllen.

Gelegen war der neue Sitz des Bürgermeisters Adolf Aulf am Gartenweg, unmittelbar hinter dem Gasthaus Heideschänke. Inzwischen trägt die Straße den Namen Zur Riede. Nur vier Jahre nach der Einweihung des Rathauses fand die Verwaltungsarbeit in dem unscheinbaren Gebäude, das heute als Wohnhaus genutzt wird, ein jähes Ende. 1970 erfolgte der Zusammenschluss mit mehreren Gemeinden zur Stadt Georgsmarienhütte, und sämtliche Verwaltungsarbeit wurde in das zentrale Rathaus der Stadt verlagert.

Gute Anbindung

Heute ist Harderberg wegen seiner guten Anbindung zur Bundesstraße 51 und 68 sowie der A33 ein beliebter Gewerbestandort. In den vergangenen Jahren wurden hier die meisten Gewerbegebiete in GMHütte ausgewiesen. Der Harderberger Milchhof der Deutschen Milchkontor GmbH war eines der ersten Unternehmen, die sich ansiedelten. Ein weiterer markanter Punkt des Stadtteils ist das Franziskus-Hospital, das 1966 seinen Betrieb aufnahm.


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