Einblicke in andere Kulturen Gemeinsames Familien-Picknick für Geflüchtete und Deutsche

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Gemeinsam Musik machen und hören: Baris Keskin begleitet den Familien-Picknick-Spaß auf seiner Saz, einer so genannten türkischen Gitarre. Foto: Ullrich SchellhaasGemeinsam Musik machen und hören: Baris Keskin begleitet den Familien-Picknick-Spaß auf seiner Saz, einer so genannten türkischen Gitarre. Foto: Ullrich Schellhaas

Georgsmarienhütte. Brücken bauen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen will das GMHütter Netzwerk für geflüchtete Familien, dem die Stadt GMHütte, die katholische Familienbildungsstätte (FaBi) Osnabrück mit dem Projekt Elternchance und Familienzentren wie das Familienzentrum St. Marien angehören. Der Familien-Picknick-Spaß auf dem Gelände der Kindertagesstätte St. Marien in Oesede war dabei nur eins von vielen Angeboten.

Die Kinder versuchten neue Rekordhöhen in der Nestschaukel zu erreichen, tobten wie nun geschehen mit einem der zahlreichen Spielgeräte des Kindergartens St. Marien über Hof und Wiese oder kreischten dem Luftballon mit der Postkarte für den Wettbewerb hinterher, dass er gefälligst höher fliegen solle. Und wenn ein fremdländisches Mädchen mal überhaupt nicht wußte, was es mit dieser Tradition auf sich hat, dann nahm sie eine Deutsche bildlich an der Hand und sagt: „Komm‘, wir machen das jetzt mal gemeinsam.“ Jugendliche und Erwachsene genoßen die Klänge und Lieder, die Baris Keskin auf der als türkischen Gitarre bekannten Saz produzierte.

Zwanglos kamen so einheimische und geflüchtete Menschen ins Gespräch, erfuhren wie sich ungewohnte und hiesige Kulturen ergänzen können und schließen im besten Fall sogar Bekannt- und Freundschaften. So könnte gelungene Integrationsarbeit aussehen, wie sie die Projektpartner des Bündnisses mit öffentlicher Unterstützung organisieren. So in etwa stellen es sich Sabine Schmidt, Leiterin des Projekts Elternchance an der FaBi, Maurin Boßling, hauptamtliche Kraft vor Ort, Ehrenamtskoordinatorinnen wie Maria Schwall-Boder, ebenfalls von der FaBi und Dagmar Teuber von der Katholischen Erwachsenenbildung vor. Der Familien-Picknick-Spaß war dabei nur eines von mehreren Angeboten. Ein weiteres ist das Projekt „Join“, bei dem Familien unterschiedlicher Herkunft an fünf Nachmittagen gemeinsam kochen und spielen.

Auch hier steht im Hinterkopf der Gedanke, dass Nähe Freundschaft, Freundschaft ein Gefühl von Heimat und eben dieses Gefühl eine Integration ermöglicht. „Leider ist heute gerade mal eine deutsche Familie gekommen, um mitzumachen“, machte Sabine Schmidt beim Familien-Picknick-Spaß aus ihrer Enttäuschung kein Geheimnis. Und auch bei „Join“ suchen die Organisatorinnen noch nach ortsansässigen Teilnehmern. Bei den Mansfelds, Mutter Melanie und Vater Boris waren gemeinsam mit den drei Kindern neben den Organisatorinnen und ihren Familien die einzigen Deutschen beim Familien-Picknick-Spaß, scheitert es bei „Join“ nicht einmal am mangelndem Interesse, sondern schlicht und ergreifend am Faktor Zeit.

Trotzdem: „Dabei ist das natürlich eine gute Sache“, betonte auch Boris Mansfeld. Er und seine Familie hatten beim Familien-Picknick-Spaß schon einen intensiven Austausch mit einer armenischen Flüchtlingsfamilie. Auch die Öffentlichkeitsarbeit der Organisatorinnen mache aufmerksam und sei ansprechend gestaltet, ergänzte der Familienvater. „Und vielleicht liegt es ja auch daran, dass das Thema Flüchtlinge aktuell einen geringeren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung hat“, vermutete Sabine Schmidt.


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