365 Haushalte betroffen Klärschlammentsorgung kostet bald mehr in GMHütte

Von Greta Lenzing

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Die Gebühren für Nutzer von Kleinkläranlagen sollen angehoben werden: Von 33 Euro pro Kubikmeter zuzüglich Transportkosten auf insgesamt 57 Euro. Im Bild ist Frank Wallenhost zu sehen, der ein Dreikammer-Abwassersystem nutzt. Foto: Gert Westdörp.Die Gebühren für Nutzer von Kleinkläranlagen sollen angehoben werden: Von 33 Euro pro Kubikmeter zuzüglich Transportkosten auf insgesamt 57 Euro. Im Bild ist Frank Wallenhost zu sehen, der ein Dreikammer-Abwassersystem nutzt. Foto: Gert Westdörp.

Georgsmarienhütte. Obwohl die Stadtwerke Georgsmarienhütte mit ihrem Eigenbetrieb Abwasser einen Jahresüberschuss von 578.000 Euro erwirtschafteten, sollen zum 1. Oktober die Preise für die Fäkalschlammabfuhr aus Kleinkläranlagen steigen.

Der Eigenbetrieb Abwasser der Stadtwerke Georgsmarienhütte erwirtschaftete für das Jahr 2017 einen Jahresüberschuss. Mit knapp 578.000 Euro übersteigt der tatsächliche den geplanten Überschuss um mehr als das Doppelte. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug der Jahresüberschuss 62.000 Euro.

Biogasanlage

Der Grund für dieses große Plus sind die Mehrerlöse durch die Biogasanlage und der Einnahmen durch Schmutzwasser. Entsprechend wird dieses Ergebnis verwendet um die roten Zahlen zu kompensieren, die in ihrer Anfangszeit durch die Biogasanlage entstanden sind. Die restlichen 247.000 Euro werden zum Rücklagenaufbau genutzt.

Sorgen macht dem Geschäftsleiter Jörg Dorroch und Olaf Lietzke, Leiter für Wasserwirtschaft, die Entwicklung der Preise für die Entsorgung von Klärschlamm. Innerhalb der letzten zwei Jahre seien die Gesamtkosten für entwässerten und getrockneten Klärschlamm regelrecht explodiert. Sie haben sich mehr als verdoppelt.

Marktsituation

Da momentan nur 55 Prozent der Klärschlämme in Georgsmarienhütte getrocknet werden können, wodurch sich das abzutransportierende Gewicht erheblich verringert, was wiederum den Entsorgungspreis senkt, müssen noch immer 45 Prozent entwässert abtransportiert werden. Hier wirkt sich die Preiserhöhung besonders drastisch aus.

Dorroch erklärt sich die Entwicklung durch die Marktsitutation. Die im Herbst 2017 in Kraft getretene Klärschlammverordnung, die die Ausbringung von Klärschlamm auf Äckern aus Umweltschutzgründen eindämmt, sorgt dafür, dass die Nachfrage nach Klärschlammentsorgung rapide ansteigt. Da die Zahl der Verbrennungsanlagen nicht im selben Maße steigt, ziehen unweigerlich die Preise an. Es geht bereits soweit, betonte Dorroch, dass Nachbarkommunen ihren Schlamm nicht mehr loswerden. Die Versorgung in GMHütte sei hingegen bis Mitte 2020 gesichert. Die Einkünfte aus der Annahme externer Schlämme zur Trocknung federe die Preissteigerungen zusätzlich ab, erklärte Lietzke. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.

Steigende Preise

Diese steigenden Kosten decken ein Versäumnis auf: 365 Haushalte in Georgsmarienhütte betreiben Kleinkläranlagen. Das bedeutet, dass sie nicht an den Abwasserkanal angeschlossen sind. Die betroffenen Bürger zahlen aktuell rund 33 Euro zuzüglich der Transportkosten für den Abtransport ihres Fäkalschlamms. Insgesamt wohl zwischen 42 und 43 Euro, so Dorroch. Da die für die Stadtwerke entstehenden Kosten aus Leerung, Transport, Behandlung und Transport mittlerweile aber bei knapp 57 Euro liegen, werden nun die Entgelte auf eben diesen Betrag erhöht.

Da besonders in den letzten vier bis fünf Jahren die prozentuale Erhöhung der Kosten, so Lietzke, hoch gewesen sei und man versäumt habe, die Beiträge in den vergangenen 16 Jahren zu erhöhen, sei diese Erhöhung nun notwendig. Eine gestaffelte Erhöhung scheint nicht sinnvoll, da für die nächsten Jahre weitere Preissteigerungen zu erwarten seien.

Kleinkläranlagen trotzdem günstiger

Lietzke betonte, die Erhöhung sei zwar prozentual hoch, absolut gehe es hier aber um vergleichsweise geringe Beträge. Letztes Jahr seien insgesamt 175 Kubikmeter aus 45 Kleinkläranlagen entsorgt worden.

Die Kleinkläranlagen bleiben allerdings im Durchschnitt für einen Haushalt mit vier Personen auch nach der Erhöhung jährlich etwa 100 Euro günstiger als der übliche Anschluss an einen Abwasserkanal. Der Betriebsausschuss vom 21. August stimmte der Erhöhung zum 1. Oktober zu. Der Beschluss des Rats steht noch aus.

Machbarkeitsstudie

Außerdem beschloss der Ausschuss, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, die prüft inwieweit die Klärschlammtrocknung und -entsorgung optimiert werden kann. Im Zuge dieser Studie soll auch ein vom Gesetzgeber bis 2023 gefordertes Konzept zur Rückgewinnung von Phosphor aus den Schlämmen erstellt werden.


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