Bauen in zweiter Reihe Nachverdichtung der Bebauung nicht immer einfach

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Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau, Umwelt und Verkehr setzte sich mit verschiedenen Anfragen zum Bauen in zweiter Reihe auseinander. Foto: dpaDer Ausschuss für Stadtplanung, Bau, Umwelt und Verkehr setzte sich mit verschiedenen Anfragen zum Bauen in zweiter Reihe auseinander. Foto: dpa

Georgsmarienhütte. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bau, Umwelt und Verkehr setzte sich mit verschiedenen Anfragen zum Bauen in zweiter Reihe auseinander.

Grundsätzlich verfolgt die Stadt das städtebauliche Ziel, neuen Wohnraum vorrangig durch eine moderate Nachverdichtung von bereits erschlossenen Wohngebietsflächen zu schaffen, bevor sie Bauflächen im bisher unbebauten Außenbereich ausweist. Aber gelegentlich steckt bei diesem Bemühen der Teufel im Detail:

Im Bebauungsplan Nr.4 „Franzhöhe“ geht es im Verfahren zur zweiten Änderung um eine Heraufsetzung von Grundflächen- und Geschossflächenzahl an der Veringstätte. Zudem soll die Baugrenze näher an den benachbarten Hochwald verschoben werden, damit in den entstehenden „Baufenstern“ weitere Gebäude oder Anbauten auf bereits bebauten Grundstücken errichtet werden können. „Wenn die Häuser erst stehen, wird argumentiert werden, dass der Hochwald eine Gefahr darstelle und deshalb zurückgenommen werden müsse“, gab Robert Lorenz zu bedenken und kündigte an, dass die Grünen um jeden Meter Hochwald kämpfen würden. Gleichwohl empfahl der Ausschuss - bei zwei Gegenstimmen der Grünen - nach Abwägung aller Stellungnahmen aus der Offenlegung, die Änderung als Satzung zu beschließen.

In einem anderen Teilbereich des B-Plans Nr.4 „Franzhöhe“ ging es um das Bauen in zweiter Reihe an der Glatzer Straße. Nachdem eine B-Planänderung, die auf allen Grundstücken das Bauen in zweiter Reihe erlaubt hätte, kürzlich aufgrund zu erwartender hoher Kosten für geologische Bodenuntersuchungen abgelehnt worden war, wurde jetzt mit Bezug auf das Grundstück eines Antragstellers eine dritte Änderung des B-Plans empfohlen, wenn zuvor eine rechtsverbindliche Kostenübernahmeerklärung für gegebenenfalls erforderliche Untersuchungen, die positive Stellungnahme des Landesbergamtes und eine Erklärung des Landkreises Osnabrück hinsichtlich des Umfangs der Untersuchungen zur Altlastenproblematik vorgelegt werden.

Große Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken

In Holzhausen äußerte der Eigentümer der Mischgebietsfläche nördlich des Sportplatzes Auf dem Volke den Wunsch, hier Wohnbebauung zu verwirklichen. Da in einem Mischgebiet die Entwicklung mit dem Schwerpunkt Wohnen nicht umgesetzt werden kann, empfahl der Ausschuss aus dem bisherigen Mischgebiet planungsrechtlich ein „urbanes Gebiet“ zu machen, das Wohnen, kulturelle Nutzungen und Gewerbe nebeneinander ermöglicht. Mit zwei Gegenstimmen wurde die erste Änderung des Bebauungsplan Nr.173 Sportanlage Holzhausen als Satzung beschlossen.

Im Ortsteil Oesede gibt es ebenfalls Interessenten für Bauen in zweiter Reihe. An der Breslauer Straße möchte eine Familie für die Eltern ein Haus im Garten errichten. Da es bislang keinen gültigen B-Plan für die Straße gibt, treten planungsrechtliche Schwierigkeiten auf. Um diesen zu entgehen, wurde der Antragstellerin, die persönlich vor dem Ausschuss ihre Pläne erläuterte, geraten, statt eines einzeln stehenden Hauses einen Anbau zu errichten.


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