Bildervortrag über Togo Mehr Brunnen für bessere Gesundheit und bessere Bildung

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An einer Wasserstelle im Norden Togos.
Foto: André BeguemAn einer Wasserstelle im Norden Togos. Foto: André Beguem

Georgsmarienhütte. In einem Bildervortrag berichten Dorothea Regenbrecht und Hubert Schlie am 4. September von ihrem Besuch in Togo.

Dabei werden sie über die Situation und das Befinden mehrerer Patenkinder informieren und einen Überblick über die im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen der Togo-Hilfe geben. Der Georgsmarienhütter Freundeskreis Togo arbeitet bereits im 19. Jahr über das Kloster St. Augustin mit Pater Marian Schwark von der Caritas in Togo zusammen. Herausragendes Projekt war der Bau von fünf Trinkwasserbrunnen im trockenen Norden des Landes. Bereits im Frühjahr 2017 wurde der erste eingeweiht - in direkter Nachbarschaft der ebenfalls von der Togo-Hilfe 2016 erbauten Realschule von Kidjaboun. In 47 Metern Tiefe traf der Bohrer auf Trinkwasser. Weitere vier Dörfer mit jeweils 600 bis 1200 Einwohnern, nämlich Bitidame, Djassakou, Makoula und Nambi Kara, erhielten ebenfalls eigene Brunnen. Wegen der Regenzeit konnten die Arbeiten erst im Frühjahr 2018 abgeschlossen werden. Bei ihrer Reise Anfang Mai dieses Jahres überzeugten sich Regenbrecht und Schlie vom ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen.

Die dörflichen Entwicklungskomitees begrüßten die Anlage von Trinkwasserbrunnen sehr, denn die herkömmlichen Wasserstellen seien oft verschmutzt und von vielen Siedlungen weit entfernt, so Regenbrecht. Allerdings könnten die Dörfer aus eigener Finanzkraft keine Brunnen bauen. Jede Brunnenanlage koste etwa 11500 Euro. Angesichts der schlechten Straßenverhältnisse rechne sich die Anmietung von schwerem Bohrgerät nur, wenn möglichst mehrere Projekte in räumlicher Nähe in Angriff genommen werden. Aus den Regenbrecht und Schlie vorliegenden, penibel genau erfolgten Abrechnungen der Brunnenbauten geht der Anteil der Dorfgemeinschaft hervor – ungefähr 900 Euro. Umso größer sei ihre Freude über die Hilfe aus Deutschland: „Es ist immer wieder beindruckend, wie dankbar die Menschen sind“, berichtet Dorothea Regenbrecht. Weil sie und Schlie krankheitsbedingt nicht zur offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten im März reisen konnten, wurde eigens für sie eine Nachfeier zur Brunneneinweihung organisiert. Den dabei überreichten Schafbock überließen die deutschen Gäste gern einem Pfarrer in der Nähe, der damit eine Schafzucht aufbauen will.

Dass die neuen hygienischen Trinkwasserbrunnen nicht nur der Gesundheit der Menschen förderlich sein werden, sondern durchaus auch positive Folgen hinsichtlich einer besseren Schulbildung von jungen Mädchen haben dürften, davon ist der togoische Parlamentsabgeordnete und Vorsitzende des Entwicklungskomitees für die nördliche Grenzregion, André Beguem, überzeugt. Wenn nämlich die Mädchen nicht mehr den größten Teil ihrer Zeit mit dem Heranschaffen von Wasser verbringen müssen, könnten sie die Schule besuchen. Bislang seien im Stammesgebiet der Kokomba noch 90 Prozent der Menschen Analphabeten. Zudem würden dort drei Viertel der Mädchen bereits im Alter von 11 bis 15 Jahren verheiratet, beklagt Beguem. Hier durch Bildung gegenzusteuern, ist ihm ein wichtiges Anliegen.

Weil sauberes Trunkwasser eine so wichtige Voraussetzung für Gesundheit, Schulbildung und Entwicklung ist, hat der Freundeskreis Togo bereits weitere Brunnenprojekte in Assoukpalam und Nargbal in der Planung. Der Vortrag findet statt am Dienstag, 4. September, um 19.30 Uhr im Rathaus Georgsmarienhütte.


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