Landgericht weist Berufung zurück Ladendetektiv in GMHütte mit Pfefferspray attackiert

Von Heiko Kluge

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Landgericht Osnabrück. Symbolfoto: Michael GründelLandgericht Osnabrück. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Als unbegründet verwarf das Landgericht die Berufung eines 32-Jährigen Mannes aus Georgsmarienhütte. Damit blieb es für den Mann bei einer achtmonatigen Haftstrafe wegen Diebstahls mit Waffen sowie Hausfriedensbruchs. Zusätzlich ordneten die Richter die Unterbringung des Drogenabhängigen in eine Entziehungsanstalt an.

Im vergangenen April hatte der 32-Jährige in einem Supermarkt in Georgsmarienhütte zwei Flaschen Wodka im Wert von knapp 24 Euro gestohlen. Nachdem er ohne zu bezahlen den Kassenbereich passierte, hatte ihn der Ladendetektiv aufgehalten. Als er den Angeklagten dann gemeinsam mit einem Auszubildenden des Marktes zu seinem Büro bringen wollte, soll der 32-Jährige die Schnapsflaschen abgestellt und mit den Worten „Wisst ihr, was das ist?“ ein Pfefferspray auf die beiden Männer gerichtet haben. Daraufhin besprühte der Detektiv den Mann reaktionsschnell mit seinem eigenen Pfefferspray. Darauf ergriff der Dieb die Flucht.

Pfefferspray

Den Diebstahl des Alkohols räumte der 32-Jährige ein, bestritt aber die Sache mit dem Pfefferspray. „Das war nur ein kleines Deospray“, behauptete er. Der Ladendetektiv war sich seiner Sache allerdings sicher – er habe die Dose aufgrund des markanten Sicherheitsverschlusses am Sprühkopf eindeutig erkannt.

Auch den Hausfriedensbruch, den der 32-Jährige im November 2017 in einem Bekleidungsgeschäft in Georgsmarienhütte begangen haben soll, leugnete der Angeklagte. Zwar sei er tatsächlich kurz in dem Geschäft gewesen, aber er habe nicht gewusst, dass er ein Hausverbot gehabt habe. Bei einem früheren Vorfall in dem Laden habe ihm eine Frau gesagt, dass sie ihn hier nicht mehr sehen wolle. Dass es sich dabei um die Filialleiterin handelte, sei ihm nicht bekannt gewesen.

Kokain und Heroin

Ein Gutachter attestierte dem 32-Jährigen eine schwere Abhängigkeit von verschiedenen Suchtstoffen, unter anderem Kokain und Heroin. Bereits sehr jung sei der Mann an Betäubungsmittel geraten und habe mittlerweile eine rund 20-jährige Suchtgeschichte. Dazu brachte der Mann eine lange Reihe von Vorstrafen mit. Zusammengerechnet soll er bereits an die zwölf Jahre in Haft verbracht haben.

„Der Drogenabhängigkeit ordnet er alles unter, daran muss er arbeiten“, meinte der Gutachter. Die Voraussetzung, den Mann in eine Entziehungsanstalt einzuweisen, hielt er für erfüllt. „Ganz ehrlich, das ist eine ihrer letzten Chancen, therapeutisch an sich zu arbeiten“, wandte er sich an den nicht sonderlich enthusiastisch wirkenden 32-Jährigen.

Unterbringung

Wie auch der Staatsanwalt schenkte das Gericht der Einlassung des Angeklagten keinen Glauben. Die Sache mit dem Hausverbot sei ihm sehr wohl klar gewesen, meinte der Vorsitzende. „Wenn man bis drei zählen kann, kann man schlussfolgern, dass man da nicht mehr zu erscheinen hat“, fasste er mit Verweis auf die eindeutigen Sätze der Filialleiterin zusammen. Auch folgte das Gericht der Aussage des Ladendetektivs und zeigte sich überzeugt, dass der 32-Jährige tatsächlich ein Pfefferspray auf die beiden Männer gerichtet habe. Die erstinstanzliche Strafe von acht Monaten sei durchaus Tat und Schuld angemessen. Zusätzlich ordnete das Gericht die Unterbringung des Mannes in eine Einziehungsanstalt an.

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