Georgsmarienhütte Neues Boutiquehotel mit Restaurant auf Rittergut Osthoff eröffnet

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Der Osnabrücker Architekt Christian Kolde hat den ehemaligen Viehstall des Ritterguts Osthoff zum Hotel und Restaurant umgebaut. Foto: Elvira PartonDer Osnabrücker Architekt Christian Kolde hat den ehemaligen Viehstall des Ritterguts Osthoff zum Hotel und Restaurant umgebaut. Foto: Elvira Parton

Georgsmarienhütte. Der Osnabrücker Architekt Christian Kolde hat die ehemalige Scheune des Ritterguts Osthoff in Georgsmarienhütte zum Boutiquehotel und Restaurant umgebaut.

Nur neun Kilometer vom Osnabrücker Zentrum entfernt versteckt sich das neue Hotel Rittergut Osthoff. Wer mit dem Auto anreist, durchquert zunächst das Industriegebiet im Georgsmarienhütter Stadtteil Harderberg und staunt nicht schlecht, wenn er kurz danach durch eine schattige Allee direkt auf das Kleinod zufährt. 

Der Osnabrücker Architekt Christian Kolde hat die Scheune des ehemaligen Rittergutes in den vergangenen zwei Jahren zum Boutiquehotel mit Restaurant und Biergarten umgebaut. Boutiquehotels haben in der regel einen individuellen Charakter, sind persönlich geführte, oft kleine und manchmal luxuriöse Hotels. Sie entstanden in den USA. Seit Anfang dieses Jahrhunderts sind Hotels dieser Art auch in Europa und Asien immer häufiger eröffnet worden. Auf Gut Osthoff sind auf einer Fläche von rund 1350 Quadratmetern 30 Zimmer mit großen Fenstern und kleinen Außen-Sitzbereichen entstanden. Bauherr Kolde hofft, dass sein Hotel ein Anziehungspunkt für die Region wird: „Wir setzen nicht nur auf Hotel-Gäste, sondern wollen mit dem Gastronomie-Angebot viele für den Standort Osthoff begeistern." 

Im Sommer sitzt es sich gemütlich auf der Terrasse vor dem Hotel und im Biergarten. Foto: Elvira Parton

Von den Gartenmöbeln auf der Terrasse geht der Blick über das alte Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts. Besonders lauschig ist es hier in den Abendstunden, wenn die späte Sonne durch die alten Kastanienbäume fällt. Ab und zu ist das Geschrei der Perlhühner aus dem Gutspark zu vernehmen. An der ockerfarbenen Südfassade des Hotels sollen Weinstöcke angepflanzt werden. Zwei grün glasierte Keramikreliefs zeigen Hühner und Enten, lebende Exemplare laufen draußen auf dem Gelände umher. 

Das alte Herrenhaus des Ritterguts Osthoff gehört ebenfalls Architekt Christian Kolde. Foto: Claudia Scholz

Das Restaurant mit 60 Plätzen im Inneren des Hotels ist sieben Tage die Woche geöffnet. Auffällige Lampen im Retro-Design und eine kubische Wandvertäfelung sorgen für eine stilvolle, gemütliche Atmosphäre. „Wir bieten rustikale, regionale Küche an, die für jeden zugänglich sein soll“, sagt der 33-jährige Restaurantleiter Johannes Eissing, halb Grieche, halb Deutscher, der zuvor gastronomische Erfahrungen in Bad Iburg und Telgte sammelte. Seinen neuen Arbeitsplatz bezeichnet er als „ kleine Oase im Nirgendwo.“ Küchenchef ist der aus Georgsmarienhütte stammende und zuletzt in der Schweiz tätige Johannes Dröge. 


Sommerliche Vorspeisen auf der Terrasse: Matjestatar und Pfifferligssalat, dazu Rosé aus Portugal. Foto: Claudia Scholz

Die Köche beziehen Fleisch vom Münsterländer Rind oder freilaufenden Schweinen aus Tecklenburg. Vom Hof Dettmeyer aus Hagen bekommen sie Forellen, die sie für die Vorspeise im hauseigenen Räucherofen räuchern. Mal landet in dem Ofen auch eine Wildwurst oder ein heimischer Schinken. Auch die eigenen Wachteleier kommen auf den Teller. Je nach Saison wird die Karte angepasst, so finden sich derzeit Pfifferlinge im Blattsalat. 

Das Rumpsteak kommt aus dem nahen Münsterland. Die Pommes werden selbst gemacht. Foto: Claudia Scholz

Auf der Weinkarte stehen ein paar gängige Weine aus Deutschland und dem Mittelmeerraum, der Gast kann jeweils zwischen acht roten und weißen Weinen wählen, hinzu kommen drei Rosés. Der Weinkeller von Besitzer Kolde im Gutshaus ist noch üppiger, aber nur auf Anfrage zugänglich. Den Hauswein gibt es schon für 15 Euro pro Flasche, der teuerste Wein auf der Karte kostet 30 Euro. An der schnuckeligen Hotelbar kann man auch einige lokal produzierte Spirituosen probieren, darunter Brände der Brennerei Ehringhausen . 

Vintage-Polstermöbel und Bruchsteinwände

In der Lobby sind die unverputzten Bruchsteinwände der früheren Scheune zu sehen, diese kontrastieren mit kühlem Sichtbeton an der Decke und Granitfußboden. Mit englischen Stoffen bespannte Polstersessel und Vintagemöbel kombinierte Innenarchitekt Kolde mit einem Kaminfragment von 1820. Moderne und alte Pferdegemälde nehmen Bezug auf die frühere und heutige Nutzung des Ritterguts als Pferdegestüt.

Blick in die Lobby des Hotels Rittergut Osthoff mit einem Stilmix aus Alt und Neu: Innenarchitekt Christian Kolde mixte Vintagemöbel mit altem Kamin und kühlem Granitboden. Foto: Elvira Parton

Jede Etage ist in anderen Farben gehalten, verspielt bedruckte Tapeten sind Hingucker in den Gängen. Alte Gemälde schmücken die Wände. Kolde durchforstete 30 Auktionshäuser nach Sammlerstücken. Vielen Gegenständen merkt man seine Liebe fürs Detail an. Die selbst entworfenen Teppiche ziert das von Kolde erdachte Logo des Hotels. Für Architekt Kolde war der regionale Aspekt wichtig: „Wir arbeiten, soweit es geht, mit Unternehmen und Lieferanten zusammen, die auch hier ihren Sitz im Umland haben.“ Die Doppelzimmer mit rund 22 Quadratmetern sind ab 125 Euro pro Nacht zu haben, während die Deluxe Doppelzimmer mit 25 Quadratmetern ab 165 Euro pro Nacht kosten. Für Berufsreisende stehen Einzelzimmer ab 85 Euro zur Verfügung.

Jedes Zimmer des Hotels auf dem Rittergut Osthoff wurde mit einem Gemälde geschmückt. Foto: Elvira Parton

Hotel- und Gutsbesitzer Kolde bietet für angemeldete Gruppen und Hotelgäste Führungen über das Gelände des ehemaligen Herrenhauses mit Park und selbst gebauter Voliere. 




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