Schadstoffmobil vor Ort Sortieren in Sorge um die Umwelt

Von Stefan Buchholz


Georgsmarienhütte. Ökobewusstsein bewiesen jetzt viele Bürger in Oesede: Sie lieferten etwa Farbe, Frostschutzmittel und Feuerlöscher beim Schadstoffmobil ab, dass die Awigo bestellt hatte. Manche der Stoffe werden fachgerecht entsorgt, andere wiederverwertet.

Manchmal ging es Schlag auf Schlag: Ein Auto nach dem anderen fuhr vor, Kofferraumdeckel öffneten sich und an den Tisch von Udo Hauptmann und Gerd Gerlach wurden Bananenkisten oder Eimer gestellt. Darin Farbtöpfe, Neonröhren und Laugen oder mal Batterien, Pflanzenschutzmittel und Abbeizmittel – alles in haushaltsüblichen Mengen, denn die Annahme ist nur für die Bürger, nicht für Firmen gedacht.

Hauptmann und Gerlach, beide Berufskraftfahrer der Firma Meyer-Entsorgung, haben schon den Blick für das, was in die großen, silberfarbenen Metallbehälter kommt. Und was man besser gleich ein paar Meter zum Firmenkollegen Michael Rothe bringt.

Der diplomierte Chemiker scheint aus der Ferne den ruhigsten Job des Nachmittags zu haben. Tatsächlich hat er den wichtigsten. Erstens findet ohne den Experten keine Annahme statt, zweitens bekommt er die richtig ekligen Substanzen auf seinen rollenden Schadstoffsammelcontainer gestellt: Salzsäure, Mittel mit E 605 oder Begasungsmittel, die heute gar nicht mehr im Handel erhältlich sind.

Je nach Gefährlichkeit packt der Chemiker Problemmüll gesondert und gesichert weg. Wie neulich den alten DDR-Feuerlöscher. „Bromchlorid stand drauf. Als Interhalogenverbindung ist der Stoff hochreaktiv“, berichtete Rothe. In einem speziellen Spannringdeckelfass verstaute er den Feuerlöscher. Bei Remondis in Bramsche – dorthin werden die Schadstoffe gefahren – teste man den Feuerlöscher und konnte schließlich Entwarnung geben, erzählte Rothe.

Was auf dem Wagen des Chemikers landet kann aufgrund der Kleinstmengen nicht recycelt werden. Andere Stoffe, die die Bürger an den Schadstoffmobilen kostenfrei abgeben schon. „Aus manchen entstehen Ersatzbrennstoffe, die von der Industrie als Ersatz für die Braunkohle genommen werden“, weiß Daniela Pommer, zuständig für die Unternehmenskommunikation der Awigo.

Ihre Firma bietet landkreisweit 70-mal im Jahr den Bürgern an, Schadstoffe abzugeben. Zuständig ist das Unternehmen Meyer-Entsorgung, das im Auftrag von Remondis die Stoffe sammelt, vorsortiert und zum Remondis-Sitz in Bramsche fährt.

Der nächste Termin, um problematische Materialien abzugeben, ist für GMHütte am Samstag, 4. August 2018, von 9-12 Uhr am Kirmesplatz in Oesede.


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