SPD/FDP-Gruppe verwundert über Vorstoß „Turm-Sanierung sorgfältig prüfen“

Neu bauen oder sanieren? Die Zukunft des Hermanns- und des Varusturmes ist noch ungewiss. Foto: Stadt GMHütteNeu bauen oder sanieren? Die Zukunft des Hermanns- und des Varusturmes ist noch ungewiss. Foto: Stadt GMHütte

wie/pm Georgsmarienhütte Abreißen und neu bauen oder doch lieber sanieren? An der Zukunft von Hermanns- und Varusturm scheiden sich derzeit die politischen Geister: Während nach den Grünen inzwischen auch die CDU eine Sanierung forciert, gibt sich die SPD/FDP-Gruppe überrascht von diesem Sinneswandel.

Der Grund für die Verwunderung: Noch im November 2017 habe der gesamte Rat einstimmig beschlossen, dass die Sanierung der beiden Türme aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter verfolgt werden solle, so SPD-Ratsfrau Jutta Olbricht. Auf die Erstellung eines detaillierten Sanierungskonzeptes sei damals ausdrücklich verzichtet worden.

Das zentrale Gebäudemanagement hatte bereits im November 2013 bei einer Begehung die fortschreitende Verschlechterung des baulichen Zustandes festgestellt. Anzahl und Größe der korrosionsbedingten Betonabplatzungen hätten seither vermutlich noch zugenommen.

Regelmäßige Überprüfungen führten im Frühjahr 2016 zu dem Ergebnis, dass eine neuerliche ingenieurmäßige Begutachtung erforderlich war. Ein Fachgutachter stellte im September 2016 fest, dass die Verkehrssicherheit und Standsicherheit der beiden Türme beeinträchtigt sind, was zur Sperrung der beiden Türme führte.

Die Verwaltung hat sich seither bemüht aus verschiedenen Fördertöpfen Zuschüsse für Ersatzbauten zu bekommen. Leider, so Olbri cht, sei dieses nicht erfolgreich gewesen.

Bevor die SPD/FDP Gruppe jetzt einer Entscheidung zur Sanierung zustimmen könne, müsse ein aussagekräftiges Sanierungsgutachten eingeholt. Dabei müsse geklärt werden, ob bei einer Sanierung auch eine Erhöhung der Türme möglich sei und insbesondere auch, ob die anschließende Nutzungsdauer tatsächlich der der eines Neubaus entspräche.

„Es muss gewährleistet sein, dass eine jetzt durchgeführte Sanierung auch langfristig die Nutzung garantiert wie es bei einem Neubau erwartet wird,“ macht auch die stellvertretende Bürgermeisterin Dagmar Bahlo deutlich. Die Tatsache, dass derzeit auch Straßenbrücken eher erneuert und nicht saniert werden sprechte dafür, dass hier sorgsam abgewogen werden müsse.


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