Versorgt 456 Hausanschlüsse mit 1900 Personen Wasserbeschaffungsverband Hagener Straße wird 90 Jahre alt

Von Horst Troiza


Georgsmarienhütte. Landauf, landab ist derzeit bei den Wasserversorgern die langanhaltende Trockenheit ein Thema. Beim Wasserbeschaffungsverband Hagener Straße (WBV) beschäftigt man sich gegenwärtig zudem noch mit etwas anderem: Im August wird hier das 90-jährige Bestehen gefeiert.

Kaum jemand Vorübergehendem fällt die kleine Holzhütte am Dahlienweg auf. Dabei hat sie es in sich, denn sie ist das Herz eines Versorgungsnetzes, das der WBV nunmehr seit 90 Jahren betreibt. Im Schacht unter der Hütte ist die Filteranlage untergebracht, die das Wasser aus den nur wenige Meter entfernt liegenden Brunnen aufbereitet und hervorragende Trinkwasserqualität liefert. Gesammelt wird das Wasser anschließend im Hochbehälter am Hubertusweg, von wo aus es ins Rohrleitungsnetz des Verbreitungsgebietes des WBV gepumpt wird.

In der Bundesrepublik gibt es etwas mehr als 6000 Wasserversorger, von denen der an der Hagener Straße sicherlich einer der kleinen ist. 1928 wurde er als Genossenschaft „Wasserleitung Hagener Straße“ gegründet, um in diesem Bereich die Trink- und Wirtschaftswasserversorgung zu gewährleisten, 1942 in einen Verband umgewandelt und ist heute eine Körperschaft öffentlichen Rechts.

Zwei Brunnen

Er verfügt gegenwärtig über zwei 48 und 50 Meter tiefe Brunnen, das Wasserwerk am Dahlienweg und den 150 Kubikmeter Wasser fassenden Hochbehälter. Von dort aus wird es in ein rund acht Kilometer langes Rohrleitungsnetz in Alt-Georgsmarienhütte und Altenhagen eingespeist. Versorgt werden 456 Hausanschlüsse mit etwa 1900 Personen. Im Jahr 2017 betrug die Eigenförderung des WBV 41300 Kubikmeter, der pro-Kopf-Verbrauch lag bei 39,14 Kubikmetern. Der Preis liegt gegenwärtig bei 1,10 Euro pro Kubikmeter.

„Alles bei uns ist überschaubar“

„Alles bei uns ist überschaubar, aber das hat seine Vorteile. Alles findet sozusagen in einem nachbarschaftlichen Rahmen statt“, sagt der heutige Verbandsvorsteher Stephan Sprekelmeyer. Er kennt nahezu jeden Abnehmer in den 18 zum Verbandsgebiet zählenden Straßen. „Zwangsläufig, denn wenn Arbeiten am Netz auszuführen sind oder Reparaturen an den Hausanschlüssen, kommt man in Kontakt miteinander“. In früheren Zeiten kam der Kontakt zusätzlich durch das regelmäßige Ablesen der Wasseruhren zustande. Das wird heute nicht mehr getan, das übernehmen die Stadtwerke GMHütte für den WBV, die beide untereinander gute Beziehungen pflegen.

Ehrenamtlich organisiert

Der WBV ist ehrenamtlich organisiert. Der fünfköpfige Vorstand leitet nicht nur die kaufmännischen Geschicke, sondern ist auch als Wartungsteam aktiv. Zuletzt ist vor zwei Jahren die 1,1 Kilometer lange Leitungen entlang der Falkenstraße ausgetauscht worden. „Wir haben uns Meter für Meter durch die Gärten gegraben. Viele haben geholfen“, berichtet Hugo Drop, der Stellvertreter Sprekelmeyers und seit 43 Jahren als Verbandstechniker tätig. Die Kosten dafür betrugen 150000 Euro. Im Gegensatz zu privaten Wasserversorgern gibt es beim WBV keine Gewinnerzielungsabsicht, weshalb alle Erlöse reinvestiert werden.

Gründungsmitglied des Wasserbeschaffungsverbandes Osnabrück-Süd

Der WBV ist Gründungsmitglied des seit 1974 bestehenden Wasserbeschaffungsverbandes Osnabrück-Süd. Im Rahmen dieser Mitgliedschaft nimmt er dem Verband jährlich Wasser ab, im vergangenen Jahr waren es knapp 29000 Kubikmeter. Diese Versorgungssicherheit ist vor allem in Zeiten hohen Wasserbrauchs wichtig. „Im Moment gibt es ja wieder eine Spitze. Das lastet natürlich auf uns Versorgern und wir können alle Verbraucher nur dazu aufrufen, sorgsam mit dem Wasser umzugehen“, betont Sprekelmeyer.

Am Sonntag, 5. August, wird das 90-jährige Bestehen des Verbandes intern mit einem Fest für die Mitglieder auf Potthoffs Wiese am Hubertusweg gefeiert.


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