„Aus sehr persönlichen Gründen“ Pohlmann schließt wiederholte Kandidatur in GMHütte aus

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GMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann –  hier beim Dröper Herbstfest 2017 – wird im März 2019 nicht mehr für die CDU als Bürgermeister kandidieren. Foto: Robert SchäferGMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann – hier beim Dröper Herbstfest 2017 – wird im März 2019 nicht mehr für die CDU als Bürgermeister kandidieren. Foto: Robert Schäfer

Georgsmarienhütte. GMHüttes Bürgermeister Ansgar Pohlmann sorgt während der Sommerpause für einen Paukenschlag: Er steht nicht – wie bisher von vielen Ratskollegen angenommen – für die im März 2019 anstehende Bürgermeisterwahl zur Verfügung. Das geht aus einem Brief des CDU-Stadtvorstandes Christoph Ruthemeyer an die Mitglieder hervor. Pohlmanns Gründe sind laut Schreiben „sehr persönlich“.

Der Bürgermeister selbst stand für eine Stellungnahme bis zum Abend nicht zur Verfügung; er ist bis Anfang August im Urlaub. Pohlmann wolle sich in Zukunft beruflich in einem „weniger öffentlichkeitswirksamen Bereich“ betätigen, so Ruthemeyer in dem Brief an die Mitglieder. Pohlmann sei ein Bürgermeister, der erfolgreich Projekte anstoße und Hartnäckigkeit besitze, würdigt er den scheidenden Amtsinhaber. So eine gut vernetzte und engagierte Persönlichkeit werde auch in Zukunft auf dem Bürgermeistersessel gebraucht. Wer in GMHütte für die CDU kandidieren wird, soll nun bei der Mitgliederversammlung am 18. September entschieden werden.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Ansgar Pohlmann, der bis zu seiner Wahl als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Osnabrücker Land (Wigos) tätig war, hatte sich 2011 in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen SPD-Kandidatin Annegret Lalottis durchgesetzt. Der CDU-Kandidat hatte im ersten Durchgang 46 Prozent der Wähler für sich gewinnen können. Lalottis kam auf 39,9 Prozent der Stimmen. Aus der anschließenden Stichwahl ging Pohlmann mit knappem Vorsprung als Sieger hervor. 50,61 Prozent der Stimmen konnte er damals für sich verbuchen, während sich Konkurrentin Lalottis mit 49,39 Prozent begnügen musste.

Pohlmann übernahm daraufhin den Chefsessel im Rathaus von Heinz Lunte (CDU), der nach 20 Jahren aus Altersgründenaus dem Amt schied. „Ich bin zwar als CDU-Kandidat gewählt worden, aber ich werde pragmatische Lösungen über Parteigrenzen hinweg suchen“, formulierte Pohlmann damals seinen Anspruch, „wer mich kennt, der weiß, dass ich immer offen für neue Ideen bin.“

Herausforderungen und Veränderungen

Neue Ideen aber auch mindestens so viele Herausforderungen und Veränderungen gab es während der achtjährigen Amtszeit zuhauf. So eröffnete Pohlmann in seinem zweiten Jahr als Rathauschef die Entlastungsstraße zwischen Potthofs Feld und dem Dütekreisel. 2014 weihte er den Neubau der 2,5 Millionen Euro teuren Freunde-Kita ein, während weitere Bauprojekte zur Verbesserung der Betreuungslandschaft angestoßen wurden. Eine weitere Investition im Jahre 2016: Das Rathausgebäudes ging von einem dänischen Investor, der zuvor noch zu 31,2 Prozent beteiligt war, komplett in den Besitz der Stadt über.

Pohlmanns Amtszeit stand aber auch im Zeichen der Flüchtlinge: 2016 kamen per Zuweisungsquote 236 Flüchtlinge in GMHütte an, die in Zwischenunterkünften einquartiert werden mussten. Eine weitere Herausforderung, die bis dato noch nicht völlig gemeistert ist: der Hochwasserschutz. Die endgültige Umsetzung des 2011 verabschiedeten Hochwasserschutzkonzeptes wird erst Pohlmanns Nachfolger verkünden. Weitere laufende Großprojekte sind beispielsweise die Sportanlage auf dem Rehlberg und das Bauareal Hempen.

Ermittlungen

Druck von der Opposition bis hin zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen „Verletzung der Amtspflicht als Bürgermeister zum Nachteil der Stadt“ beschäftigten Pohlmann im Januar 2014. Hintergrund war ein vom Bürgermeister 2012 ohne den notwendigen Ratsbeschluss in Auftrag gegebener Kauf einer Immobilie im Stadtteil Haderberg für 1,5 Millionen Euro durch die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG).

Pohlmann reagierte in einer Pressemitteilung irritiert auf die Vorwürfe: Einzelinteressen seien nie Ziel seines Handelns gewesen. Die Ermittlungen bestätigten im August desselben Jahres, dass „kein ausreichender Tatverdacht vorliegt“. Von einem Schädigungsvorsatz habe ebenfalls keine Rede sein können. Um die Angelegenheit zu bereinigen, hatte Pohlmann im Mai 2014 selbst ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt. Dabei wurde Kompetenzüberschreitung und ein Verstoß gegen die Informationspflicht festgestellt, was allerdings lediglich mit einem Verweis geahndet wurde.


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