Rettungsschwimmer bewachen Ostseestrand Ortsgruppe der DLRG in Sehlendorf

Von Oliver Wichmann

Mit Zehn Leuten ist die Ortsgruppe der DLRG Georgsmarienhütte in Sehlendorf für die Sicherheit am Strand zuständig Foto: Malte SchneiderMit Zehn Leuten ist die Ortsgruppe der DLRG Georgsmarienhütte in Sehlendorf für die Sicherheit am Strand zuständig Foto: Malte Schneider

Georgsmarienhütte. Wenn andere in Urlaub fahren, packen sie ihre Sachen und machen sich an die Arbeit: Schon seit 19 Jahren fährt die DLRG-Ortsgruppe GMHütte an die Ostsee und sorgt für zwei Wochen am Sehlendorfer Strand dafür, das möglichst niemand beim Baden im Meer zu Schaden kommt.

Und auch wenn es nach Traumjob à la Baywatch aussieht, es ist alles anderer als entspannt am Strand liegen: In der Zeit von 9 bis 18 Uhr besetzt das zehnköpfige Team zwei Wachtürme, eine Hauptwache und hat mehrere Streifen am Strand im Einsatz. Bei täglich über 15000 Besuchern auf dem mehr als zwei Kilometer langen Strand sei auch genug zu tun, sagt Lars Schneider, vor Ort als Wachleiter im Einsatz. 

Sechs Einsatztaucher

 Erste Hilfe-Einsätze sind dabei an der Tagesordnung, vor dem Ertrinken musste aber bisher noch niemand gerettet werden. Für einen Notfall ist das Team aber gerüstet: Ein Rettungsboot, sechs Einsatztaucher und eine Drohne stehen für den Einsatz zur Verfügung. Die Taucher bieten dabei ein Alleinstellungsmerkmal der GMHütter, denn keine andere Ortsgruppe kann kann ansonsten Einsatztaucher im Team vorweisen. Auch Hilfeleistungen bieten die Rettungsschwimmer an: Sollte mal ein Boot im Bereich des Strands kentern, helfen sie bei der Aufrichtung und der Rückkehr zum Ufer.

Statt Urlaub

Der Strand wird die gesamte Saison über von ehrenamtlichen Helfern verschiedener Ortsgruppen aus ganz Deutschland betreut, die für den zweiwöchigen Aufenthalt oft ihren Urlaub opfern.Die GMHütter haben die Gruppe aus Valender im Rheinland abgelöst und übergeben an den Ortsverband aus Witten.

Für eine Mitgliedsschaft bei der DLRG ist mindestens eine Ausbildung als Rettungsschwimmer und Ersthelfer Voraussetzung. Die Meisten Vereinsmitglieder vor Ort sind allerdings hauptberufliche Feuerwehrmänner oder Rettungssanitäter.

Unterkunft und Verpflegung werden gestellt

Aber es wird nicht nur gearbeitet:  Nach einem langen Tag am Strand nutzt die Gruppe verschiedene Freizeitangebote in der Nähe, fährt Wasserski oder sitzt einfach nur gemütlich beim Grillen zusammen. Die Unterkunft und Verpflegung werden gestellt,  auch eine kleine Aufwandentschädigung erhalten die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz

Die Fahrt nach Sehlendorf hat bereits Tradition. Seit 1999 fährt der Ortsverband im Sommer an die Ostsee und sorgt für die Sicherheit der Badegäste. Schneider ist seit der ersten Fahrt dabei und engagierte sich bereits als Kind bei der DLRG, da auch sein Vater dort aktiv ist. "Ich bin dann quasi da reingewachsen", beschreibt der 35 Jährige seinen Werdegang im Verein.

Zurück im Waldbad

Zuhause verbringen die Rettungsschwimmer dann wieder viel Zeit im Waldbad und sorgen dort für die Sicherheit der Badegäste. Aber auch an internationalen Rettungsschwimmer-Wettkämpfen nehmen sie teil, bieten Erste-Hilfe-Ausbildungen und Schwimmkurse an.


Auch ein Boot steht den Rettungsschwimmern und Tauchern am Strand zur Verfügung. Foto: Malte Schneider



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