GMHütter zu Geldstrafe verurteilt Kredit gesucht, zwielichtigen Nebenjob gefunden

Von Heiko Kluge

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Wegen leichtfertiger Geldwäsche verurteilte das Amtsgericht einen 30 Jahre alten Mann aus Georgsmarienhütte zu einer Geldstrafe von insgesamt 3850 Euro. Foto: Volker Hartmann/dpaWegen leichtfertiger Geldwäsche verurteilte das Amtsgericht einen 30 Jahre alten Mann aus Georgsmarienhütte zu einer Geldstrafe von insgesamt 3850 Euro. Foto: Volker Hartmann/dpa

Bad Iburg Wegen leichtfertiger Geldwäsche verurteilte das Amtsgericht einen 30 Jahre alten Mann aus Georgsmarienhütte zu einer Geldstrafe von insgesamt 3850 Euro. Der Mann hatte sich bereit erklärt, für die Betreiber sogenannter „Fakeshops“ – Online-Seiten, die zwar Ware anbieten, diese dann aber nicht liefern – im Internet Gelder anzunehmen und weiterzuleiten.

Eigentlich habe sein damals von Hartz-IV-Leistungen lebender Mandant vor etwas mehr als zwei Jahren einen Kredit über 5000 Euro gesucht, erklärte der Verteidiger des Angeklagten. Über das Internet sei er auch fündig geworden – doch der Kreditvermittler bot dem 30-Jährigen gleich auch noch eine Nebentätigkeit an: Er solle als sogenannter Finanzagent sein eigenes Konto zur Verfügung stellen und eingehende Überweisungen für die Auftraggeber an eine Bank in den Niederlanden weiterleiten. Für seine Dienste sollte er jeweils zehn Prozent der eingehenden Beträge behalten dürfen.

Der Angeklagte hatte das Angebot angenommen. Tatsächlich waren durch verschiedene Überweisungen schließlich auch 2778 Euro auf das Konto des Mannes eingegangen. Allerdings leitete er die Gelder keineswegs weiter an die niederländische Bank – vielmehr hob er rund 1900 Euro in bar für eigene Zwecke ab.

Betrug unter Betrügern

Schon der Kreditvermittler sei lediglich schöner Schein gewesen, erklärte einer der Ermittler der Osnabrücker Polizei. Die entsprechende Internetseite sei einzig zu dem Zweck geschaffen worden, um auf diese Weise sogenannte Finanzagenten anzuwerben. Diese sollen für die „Fakeshops“ im Internet ihre Kontoverbindung zur Verfügung stellen. Derartige Shops bieten etwa Elektrogeräte zu sehr günstigen Preisen zum Kauf an. Die Kunden müssen die Bestellung per Vorkasse bezahlen, bekommen die Ware aber nicht geliefert. Wer im Falle des 30-Jährigen die Hintermänner sind, ist laut dem Ermittler nicht bekannt.

Nichts gewusst?

Bei dem Angeklagten waren dann auch die Überweisungen von Kunden eingegangen, die auf entsprechenden Seiten Küchengeräte und Spielekonsolen bestellt hatten. Der 30-Jährige gab an, von dem dubiosen Hintergrund seiner Nebentätigkeit nichts gewusst zu haben. „Bei richtigem Nachdenken hätte man darauf kommen können“, meinte sein Verteidiger.

„Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Gelder eingegangen sind“, sagte der Angeklagte. Lediglich in einem Fall habe er davon Kenntnis bekommen, den entsprechenden Betrag aber nicht verabredungsgemäß weitergeleitet, sondern für eigene Zwecke in bar von seinem Konto abgehoben.

„Da sind die Betreiber der Fakeshops möglicherweise an den Falschen geraten“, meinte dazu der Richter. Dass der Mann sein Konto zur Verfügung gestellt habe, die eingehenden Beträge aber nicht auftragsgemäß in die Niederlande weitergeleitet habe, könne durchaus auch darauf hindeuten, dass dem Mann sehr wohl klar gewesen sei, dass die ganze Sache von vornherein nicht koscher gewesen sei.

Die Angelegenheit sei ein Grenzfall, jedenfalls aber „eine grob fahrlässige Tat“. Auch weil die Sache mittlerweile länger als zwei Jahre zurückliegt, hielt das Gericht eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen von jeweils 35 Euro für Tat und Schuld angemessen.


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