Antrag für Haushalt 2019 gestellt Hermannsturm: GMHütter CDU setzt auf Sanierung

Ortstermin am Turm: Andre Averdiek (von links), Stephan Sprekelmeyer, Sarah Ruthemeyer,Clemens Haskamp und Christoph Ruthemeyer.

            

              
                Foto Rebecca RuthemeyerOrtstermin am Turm: Andre Averdiek (von links), Stephan Sprekelmeyer, Sarah Ruthemeyer,Clemens Haskamp und Christoph Ruthemeyer. Foto Rebecca Ruthemeyer

wie/pm Georgsmarienhütte. Die Laga in Bad Iburg hat schon ihre positive Halbzeitbilanz gezogen. Nur wer das Gelände vom Dörenberg aus sehen will, steht weiter vor einem Bauzaun. Der Hermannsturm ist – genau wie sein Zwillingsbruder auf dem Lammersbrink – wegen Baumängel gesperrt. Im Spannungsfeld zwischen Abriss, Neubau oder Sanierung hat sich bislang wenig konkretes getan. Jetzt macht sich die CDU für die Sanierung der Türme stark. Und schwenkt damit auf eine Grünen und Linke ins Rennen geschickte Lösung ein.

Und die CDU macht Nägel mit Köpfen: Leider habe sich die Politik zu lange mit einem möglichen Neubau beschäftigt, so die Christdemokraten in einer Pressemitteilung: „Die CDU hat daher beim Rat der Stadt beantragt, dass die erforderlichen Sanierungsmittel im städtischen Haushalt 2019 eingeplant werden.“

2019? Richtig, dann ist die Laga bereits Geschichte. Dabei beschäftigen sich die Kommunalpolitiker schon seit der Sperrung im Oktober 2016 mit der Zukunft der beiden Türme in Georgsmarienhütte. Der ursprüngliche Plan: Abriss und Neubau beider Türme, was angesichts der dafür erhofften Fördermittel für die Hüttenstadt möglicherweise sogar günstiger als eine Sanierung gewesen wäre. Allerdings ließen die Zusagen dann auf sich warten: „Uns liegen noch keine Informationen zum aktuellen Stand vor“, hatte Bürgermeister Ansgar Pohlmann im Mai mitgeteilt. ( Weiterlesen: Neubau des GMHütter Hermannsturms abhängig von Zuschuss)

In dieser Situation haben die Christdemokraten ihre Liebe zu den alten Türmen in Worten gefasst: „Die kantige Form der Türme ist sehr markant und Stahl und Beton sind Baustoffe, die in der Stadt Georgsmarienhütte heimisch sind“, so der stellvertretende Bauausschussvorsitzende Stephan Sprekelmeyer. „Wir brauchen keine neuen Türme, die massiven Bauwerke können noch viele Jahrzehnte ihren Dienst tun, wenn sie fachgerecht saniert werden“, ergänzen Clemens Haskamp und Christoph Ruthemeyer.

Folgerichtig hat die CDU daher beim Rat der Stadt beantragt, dass die erforderlichen Sanierungsmittel im städtischen Haushalt 2019 eingeplant werden. „Hinsichtlich der prägenden Identifikation des Stadtbildes von Georgsmarienhütte, beantragt die CDU-Fraktion, auf Grundlage der Kalkulation aus November 2016, Sanierungsmittel in Höhe von jeweils mindestens 150000 Euro in den Haushalt 2019 einzuplanen“, heißt es in dem Antrag: „Der Auftrag an die Verwaltung muss auch die Prüfung umfassen, ob die damals ausgewiesenen Sanierungskosten ausreichend für eine Sanierung aus heutiger Sicht entsprechen. Andernfalls müssen ergänzende Mittel eingeplant werden. Weiterhin soll geprüft werden, inwieweit eine Erhöhung der Türme als Aussichtspunkt notwendig und möglich ist. Eventuell ergänzende Mittel sind auch dazu einzuplanen.“

Und es schwingt auch Bedauern mit: „Die Türme hätten schon längst zur Laga 2018 saniert sein können, wenn konsequent der Sanierungskurs verfolgt worden wäre“, heißt es in der Pressemitteilung. Auch die zunächst geplante Erhöhung der Türme sei eigentlich nicht zwingend erforderlich, da aktuell freie Sicht zu allen Seiten gegeben sei. Zudem wären im Falle eines Neubaus größere Materialbewegungen von und zu den Turmstandorten im Naturpark Teutoburger Wald erforderlich geworden. „Dieses sollte vermieden werden“, so die CDU.

Wie eine Sanierung technisch ablaufen könnte, das hatten die Grünen sich im Januar vor Ort erläutern lassen: Erforderlich sei es demnach, die Schadstellen frei zu machen und mit einer wasserdichten Mineralspachtelmasse zu versehen. Die Bewehrungseisen seien vorher mit einem korrosionshemmenden Mittel zu beschichten. Diese Arbeiten seien samt Auf- und Abbau des Gerüstes in zwei Wochen zu erledigen. Möglich sei es auch, eine Erhöhung des 21 Meter hohen Turmes durch Beschneidung der umstehenden Bäume zu vermeiden. ( Weiterlesen: Alternativen zum Turmneubau auf dem Dörenberg?)

Rückblick: Gebaut wurde der Hermannsturm auf dem Dörenberg im Jahr 1975 von der damaligen Firma Möller im Auftrag der Stadt Georgsmarienhütte. Die Betonkonstruktion ersetzte eine an derselben Stelle 1898 errichtete zwölf Meter hohe Metallkonstruktion. Der Varusturm auf dem Lammersbrink ist identisch. Beide Türme sind seit Oktober 2016 gesperrt.