Fidelio oder lieber Wilhelm Tell? TheaterProgramm in der Villa Stahmer vorgestellt

Von Luca Kleine Heitmeyer

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Am Fenster: Schauspieler Oliver Meskendahl bei der Vorstellung des neuen Spielplans des Theaters Osnabrück in der Villa Stahmer. Foto: Luca Kleine HeitmeyerAm Fenster: Schauspieler Oliver Meskendahl bei der Vorstellung des neuen Spielplans des Theaters Osnabrück in der Villa Stahmer. Foto: Luca Kleine Heitmeyer

Georgsmarienhütte Klappern gehört zum Bühnen-Handwerk: Nach der Sommerpause beginnt im Theater Osnabrück Mitte August die neue Spielzeit. Und damit die Plätze nicht leer bleiben, stellte Intendant Ralf Waldschmidt auch in der Villa Stahmer in Georgsmarienhütte die Highlights der kommenden Saison vor.

Im Mittelpunkt des facettenreichen Spielplans für die kommende Spielzeit stehen die freiheitlichen Strömungen Europas im frühen 19. Jahrhundert: Mit Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ inszeniert Robert Teufel im Osnabrücker Theater am Domhof einen echten deutschen Klassiker.

Freiheitskämpfer

In seinem letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Drama greift Schiller die über 500 Jahre alte Geschichte des legendären Schweizer Freiheitskämpfers Wilhelm Tell auf. Dieser wendet sich gewaltsam gegen die Tyrannei, die den Schweizer Bürgern ihre Rechte und Freiheiten genommen hat. Das 1804 in Weimar uraufgeführte Stück gilt als Reaktion auf die Französische Revolution und ihre Errungenschaften. Schiller thematisiert darin das Recht des Menschen auf individuelle Freiheit, das ihm von keiner noch so starken und einflussreichen Macht genommen werden kann.

Und Robert Teufel hat mit seiner Inszenierung von Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ in der Spielzeit 2016/2017 bereits bewiesen, dass er gesellschaftspolitische Themen zugänglich auf die Bühne bringen kann.

Und das Musiktheater? Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ ist das zweite große Werk des 19. Jahrhunderts im neuen Spielplan des Theaters Osnabrück. Wie Wilhelm Tell kämpft auch die Hauptfigur Leonore gegen die unsägliche Herrschaft des Unrechts.

Unter der musikalischen Leitung von Andreas Hotz nähert sich Yona Kim in ihrer Inszenierung dann der noch immer aktuellen Frage, ob eine gerechte und friedliche Welt überhaupt möglich ist.

Mit „The Producers“ von Mel Brooks vollzieht Dominique Schnizer, Leitender Schauspielregisseur am Theater Osnabrück, den symbolischen Sprung über den Atlantik in die Vereinigten Staaten. Das mit zwölf Tony Awards prämierte Broadway-Musical hat ein ebensolches zum Thema. Zwei jüdische Glücksritter möchten darin einen Flop produzieren, um Steuern zu sparen und dem finanziellen Ruin zu entgehen. Doch ihr Musical über Hitler und Eva Braun wird wider Erwarten ein großer Erfolg.

Kurze Darbietungen

Einen Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit lieferte der Schauspieler Oliver Meskendahl. Er begeisterte die rund 40 Gäste in der Villa Stahmer mit kurzen Darbietungen aus „Wilhelm Tell“ (Premiere am 1. September) und „The Producers“ (Premiere am 23. März 2019). Insgesamt 37 Stücke erwarten das Publikum in der neuen Saison. „Wir haben ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das alle Sparten bedient“, betonte Intendant Ralf Waldschmidt.


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