Landwirtschaftliches Sorgentelefon Zum 25-jährigen Jubiläum: Agrarministerin Otte-Kinast macht Mut

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Zum 25-jährigen Bestehen: Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (links) fand unterstützende Worte beim Festakt des landwirtschaftlichen Sorgentelefons. Daneben: Ludger Rolfes, Iris Fahning, Anne Dirksen und Thorsten Krallmann aus dem Vorstand der ländlichen Familienberatung. Foto: Jörn MartensZum 25-jährigen Bestehen: Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (links) fand unterstützende Worte beim Festakt des landwirtschaftlichen Sorgentelefons. Daneben: Ludger Rolfes, Iris Fahning, Anne Dirksen und Thorsten Krallmann aus dem Vorstand der ländlichen Familienberatung. Foto: Jörn Martens

Georgsmarienhütte. „Ich werde oft von Landwirten gefragt, wie es beruflich und privat für sie weitergehen kann“, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des landwirtschaftlichen Sorgentelefons. Die ehrenamtlich betriebene Hotline sei eine unschätzbare Hilfe dabei, Antworten auf diese drängenden Fragen zu finden.

Die Landwirte sehen sich in der heutigen Zeit zahlreichen, schwierigen Aufgaben gegenüber, so die Ministerin beim Festakt im Forum der Landvolkhochschule Oesede: Sie müssen ihre Betriebe modernisieren, politische Vorgaben zur Tierhaltung und Landwirtschaft erfüllen und dennoch so wirtschaftlich handeln, dass die Zukunft ihrer Familien, und in vielen Fällen auch ihrer Angestellten, gesichert ist.

Mehr tun statt weniger

Unter diesen Umständen sei zu erwarten, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Sorgentelefons in den kommenden Jahren eher mehr zu tun bekommen als weniger. Otte-Kinast will sich gerade deswegen weiterhin dafür einsetzen, Landwirten ihre Zukunftsängste zu nehmen und stellte sogar eine Finanzspritze der Landesregierung für die Sorgentelefone in Niedersachsen in Aussicht. Die finale Entscheidung des Landtages stehe aber noch aus.

Beim feierlichen Gottesdienst zum Festakt verglich Daniela Engelhard vom Bistum Osnabrück – ein Träger des Beratungsangebots – die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter mit der eines behütenden Hirten: „Hirten mit dem Geruch der Schafe sind es, die hier arbeiten.“ Ein Hinweis auf den Umstand, dass alle Berater des Sorgentelefons selbst aus der Landwirtschaft kommen und deshalb um die allgegenwärtigen Herausforderungen wissen.

Hören, spüren und ermutigen sei der Dreiklang, nach dem die Berater auf ihre Anrufer eingehen, um eine Lösung für ihre Probleme zu finden. Dabei handele es sich oftmals um psychischen Druck, Überarbeitung, Streit in der Partnerschaft oder Generationskonflikte.

Weniger Hemmungen

„5000 Anrufe haben Sie in den vergangenen 25 Jahren entgegengenommen. Diese Zahl alleine beweist den hohen Bedarf“, sagte Otte-Kinast. Dennoch gibt es einen Lichtblick: Vor wenigen Jahren noch seien die Hemmungen unter den Landwirten sehr groß gewesen, sich mit ihren Sorgen und Nöten an jemand Außenstehendes zu wenden. „Das hat sich inzwischen zum Guten geändert. Ihre empathische, unabhängige und anonyme Beratung ist ein Grund dafür“, lobte die Ministerin die Arbeit der Ehrenämtler.

Ludger Rolfes, Geschäftsführer der ländlichen Familienberatung, war beim Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre stolz auf das breite Angebot, das er über die Zeit mit seinem Team aufbauen konnte: „Zu Beginn war das Telefon nur montags erreichbar, inzwischen sind wir an fünf Tagen in der Woche besetzt.“ Johannes Buß, Leiter der Landvolkhochschule, ergänzt: „Mit dem Sorgentelefon haben wir 1993 zunächst nur Einzelpersonen angesprochen. Drei Jahre später kam die Familienberatung hinzu. Inzwischen gibt es ganze Dorfgespräche und regionale Treffen, um das Sozialleben im ländlichen Raum zu stärken.“


Fakten zum landwirtschaftlichen Sorgentelefon

Das landwirtschaftliche Sorgentelefon und die Familienberatung Niedersachsen am Standort Oesede sind anonym und kostenfrei unter der Telefonnummer 05401/866820 zu erreichen. Familien, Paare und Einzelpersonen aus dem ländlichen Raum können sich montags, mittwochs und freitags zwischen 8.30 Uhr und 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 19.30 Uhr bis 22 Uhr an das Sorgentelefon wenden. Die Familienberatung bietet darüber hinaus Besuche vor Ort an, für die eine Aufwandsentschädigung in Rechnung gestellt wird. Die ausgebildeten Berater kommen selbst aus landwirtschaftlichen Berufen und können sich daher gut in die Situation der Betroffenen hineinversetzen. Weitere Informationen lesen Sie im Internet unter www.sorgentelefon-landwirtschaft.de oder unter www.laendliche-familienberatung.de.

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