Mit Bestnoten Comeniusschulleiter Andreas Viehoff in den Ruhestand verabschiedet

Von Monika Vollmer

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Abschied: Andreas Viehoff (Mitte), Leiter der Comeniusschule, wird während einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. An seiner Seite war stets seine Ehefrau Margret, der er für die kritische und aufbauende Unterstützung dankte. Foto: Monika VollmerAbschied: Andreas Viehoff (Mitte), Leiter der Comeniusschule, wird während einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. An seiner Seite war stets seine Ehefrau Margret, der er für die kritische und aufbauende Unterstützung dankte. Foto: Monika Vollmer

Georgsmarienhütte. Insgesamt 13 Jahre hat er den Schulalltag an der Comeniusschule in GMHütte geleitet. Jetzt geht Andreas Viehoff in den Ruhestand. Kollegium, Schüler, Elternrat sowie Vertreter der Landesschulbehörde, Kirche und Stadt verabschiedeten den Schulleiter mit einer Feierstunde im Foyer der Förderschule.

„Meine Gefühle sind sehr ambivalent. Einerseits bin ich froh, jetzt dem Schulalltag zu entfliehen und nicht mehr diese Regelmäßigkeit zu haben. Andererseits hinterlässt man eine Baustelle im Hinblick auf die Zukunft der Förderschulen“, verriet Viehoff am Rande seiner Verabschiedung. Jetzt wolle er aber zunächst mehr für seine Familie und seinen kleinen Enkel da sein, so der 65-Jährige, dem in einem bunten Rahmenprogramm bei seiner Verabschiedung viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Mit viel Herzblut und Engagement

Mit musikalischen Beiträgen, Tanzchoreografien, einem Theaterstück, sowie einem interaktiven Spiel und zahlreichen Gruß- und Dankesworten wurde er in den Ruhestand begleitet. Jürgen Rath-Groneick von der Landesschulbehörde sowie Bürgermeister Ansgar Pohlmann lobten die klaren Zielvorstellungen, die Dialogbereitschaft und das kooperative Verhalten Viehoffs. „Mit viel Herzblut und Engagement hat er für den hohen Stellenwert gesorgt, den die Schule jetzt hat“, ergänzte Kreisrat Matthias Selle in seiner Rede. Überhaupt schienen sich alle einig zu sein, dass der Schulleiter sein Bestmögliches getan hat um inklusive Pädagogik umzusetzen.

Nach seinem 1978 abgeschlossenen Sonderpädagogikstudium in Gießen war Viehoff seit 1993 als Schulleiter tätig, 13 Jahre im Team der Comeniusschule. Stets nach dem Motto „Jedes uns anvertraute Kind soll von seinen Fähigkeiten her gesehen werden und einen individuellen Lernweg im Leben bestreiten können. Nicht Institutionskonstruktionen könnten das bestimmen, sondern nur Menschen, die zu Kindern eine Beziehung aufbauen können.“

Ein großer Kämpfer für die Schule

„Es war ihm sehr daran gelegen, dass das Herzstück, die Inklusion, bestehen bleibt. Er war ein großer Kämpfer für die Schule und ein loyaler und sehr humorvoller Mensch. Wir verlieren einen sehr kollegialen Chef, der immer ein offenes Ohr für jeden Einzelnen hatte“, blickte das Kollegium wehmütig auf die Zeit mit Viehoff zurück. Zur Verabschiedung verteilten sie weiße Taschentücher, zum Winken oder zum Tränentrocknen.

In der vergangenen Woche hatten 120 Schüler täglich eine Aktion für ihren Leiter vorbereitet: Sie bildeten ein Spalier vom Auto bis zur Schule, oder sie beorderten ihn auf das Vordach und sangen ihm dann „Applaus, Applaus“. Sie alle sind traurig, dass Viehoff geht: „Er war der beste Schulleiter überhaupt und wir werden ihn ganz doll vermissen“, sind sich Alliyah (13), Mareike (16), Leonie (13) und Madlene (14) einig.

Viele Menschen eingebunden

Viehoff wusste, dass Schule führen nur in einem umfangreichen Netzwerk gelingen kann, in dem viele Menschen eingebunden sind. In seiner Zeit im Leitungsteam hat er viele Projekte begleitet oder angestoßen. So gründete er als leidenschaftlicher Musiker den Chor, führte das Mentorenprojekt „Balu und Du“ ein, setzte sich für die Errichtung eines sozialpädagogischen Horts oder die Einführung des koordinativ-integrierten Sprachförderkonzepts an der GS Gellenbeck ein. „Er war ein sehr umtriebiger Schulleiter- in positivem Sinne. Und er hinterlässt große Fußstapfen, in die jemand treten muss.“ äußerte sich sein Stellvertreter Jörg Schoppe. Noch gibt es offiziell keinen Nachfolger, die Personalie soll bis zum August geklärt sein.


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