Eine Schule, zwei Abschlussfeiern GMHütte: 27 Sophie-Scholl-Schüler haben ihren Abschluss

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Georgsmarienhütte. Wie läuft der Schulabschluss an einer Schule mit zwei Standorten? Doppelt. Die Sophie-Scholl-Schule verabschiedete jetzt ihre Schüler in Kloster Oesede und in Alt-GMHütte.

Auf der Waldbühne in Kloster Oesede erhielten 27 Schüler ihre Abschlusszeugnisse. In einer Feierstunde wurden sie von ihren Lehrern verabschiedet.

Nach einem Gottesdienst verglich Schulleiter Mark Reinhardt die Laufbahn der Schüler mit der Fußball-WM. Spielten in Russland 32 Nationen gegeneinander, hätte die Sophie-Scholl-Schule mindestens 18 aufzubieten. Und: „Ihr könnt stolz sein auf das, was ihr nach neun oder zehn Jahren an dieser Schule erreicht habt.“

Applaus gab es als Reinhardt die erzielten Abschlüsse nannte: Fünf Schüler erreichten den Hauptschulabschluss, sieben den Abschluss der Sekundarstufe eins. Zwölf Mädchen und Jungen haben einen Realschulabschluss im Zeugnis vermerkt, drei schafften den Erweiterten Realschulabschluss.  

Konrektorin Inga Deuper verabschiedete mit Peter Roßbach einen pädagogischen Mitarbeiter. Roßbach war nach dem Erreichen des Rentenalters vor elf Jahren zur Sophie-Scholl-Schule gekommen. Dort war er im Rahmen des Wahlpflichtkurses „Werken mit Holz und Metall“ verantwortlich.

Seine Abschlussschüler dankten Roßbach für zwei „gute und wunderschöne Jahre, aus denen wir viel mitnehmen konnten“.

Josef Schniederbernd wurde auf Vorschlag der Schule als Schüler dafür geehrt, weil er sich besonders verdient gemacht hätte. Die Laudation nahm als Vertreter des Lionsclubs Georgsmarienhütte-Dörenberg Klaus Seifert vor. Schniederbernd habe über Jahre das Schulleben mit musikalischen Darbietungen bereichert. Überdies zeigte er sich selbstständig verantwortlich für das Schulaquarium und er wirkte auch im Schulgarten mit.

In Alt-GMhütte erhielten 30 Schüler der neunten und zehnten Klassen ihre Abschlusszeugnisse am Standort Kirchstraße.

Auch dort hatten die Schüler die richtig Eeinstellung gezeigt: Neun Schüler verlassen die Schule mit einem Hauptschulabschluss, acht mit dem Hauptschulabschluss der Sekundarstufe eins und neun mit dem Realschulabschluss.

Erstmals sind auch Jugendliche aus geflüchteten Familien in den Abschlussklassen: Vor drei Jahren kamen sie ohne Deutschkenntnisse, dafür mit Fluchterfahrungen belastet nach GMHütte. „Dass ihr in dieser Zeit nicht nur Deutsch lernt, sondern auch schriftliche und mündliche Prüfungen bestehen könnt, hätten wir nicht für möglich gehalten“, so Reinhardt. „Aber: Wir haben das geschafft – vielen Dank an euch und auch ans Kollegium.“ Von den neun Jugendlichen haben drei jetzt ihren Hauptschulabschluss gemacht, drei weitere werden im nächsten Schuljahr die 10. Klasse besuchen. Insgesamt hat die Schule in den letzten vier Jahren 45 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien aufgenommen.

Für alle Schulabgänger geht es weiter: Einige machen eine betriebliche Ausbildung, andere wechseln zu berufsbildenden Schulen, eine Schülerin wird ein Jahrespraktikum beginnen.

Bei ihrer Berufsfindung wurden die Schüler von der Schule eng begleitet, und auch die Vorbereitung aufs Berufsleben wird großgeschrieben. Daher erhielten Schüler für ihre Mitarbeit in der Schülergenossenschaft „Coole Schule“, eine Schülerfirma, ein Zertifikat darüber, erfahrungsgemäß ein dickes Plus bei der Bewerbung

Eine ganz besondere Ehrung nahm Günter Wilde vom Lions-Club Georgsmarienhütte-Dörenberg vor, der jedes Jahr Schüler aus Hauptschulen in der Region für ihr soziales Engagement auszeichnet. Er überreichte der Zehntklässlerin Ilkay Cicek eine Urkunde sowie einen Preis über 100 Euro für ihren vielfältigen Einsatz bei Hausaufgabenhilfe, Schüleraufsicht, in der AG „Coole Schule“ sowie als Klassensprecherin und Schulsprecherin.


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