Vollversion statt Sparmodell GMHütter Rat stimmt mit großer Mehrheit Projekt „Rehlberg“ zu

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Es ist entschieden: Bis 2020 will die Stadt GMHütte, die Neugestaltung des Rehlbergs mit einer Sportanlage umzusetzen. Foto: Jörn MartensEs ist entschieden: Bis 2020 will die Stadt GMHütte, die Neugestaltung des Rehlbergs mit einer Sportanlage umzusetzen. Foto: Jörn Martens

Georgsmarienhütte. Von den ersten Anträgen der Sportvereine über den Realisierungswettbewerb bis zur finalen Entscheidung gingen zwölf Jahre ins Land. Jetzt ist es amtlich: Der GMHütter Rat sprach sich mit großer Mehrheit für die Neugestaltung des Rehlbergs mit einer städtischen Sportanlage aus. Bedenken aufgrund der Kosten gab es von den Grünen.

Christoph Ruthemeyer (CDU) nannte den Prozess zur Realisierung des Vorhabens in der Ratssitzung „ein Beispiel gelebter Demokratie.“ Über Jahre hinweg hätten Vereine, Bürger und Politik in GMHütte eng zusammengearbeitet, um eine zufriedenstellende Lösung für den Rehlberg zu finden. Die Realisierung einer zentralen Sportanlage für eine 33000-Einwohner-Stadt wie GMHütte sei nur sinnvoll, so Ruthemeyer weiter.

Sieben Millionen Euro

Insgesamt sieben Millionen Euro wird die Umsetzung des Projekts „Rehlberg“ kosten. Drei Millionen Euro davon entfallen auf das geplante Sportlerheim, das aus zwei Bauteilen bestehen wird. In dem nördlichen Hauptgebäude sind Aufenthaltsräume, eine Gymnastikhalle, Duschen und Umkleiden eingeplant. Im kleineren Gebäudeteil im Süden der Anlage werden weitere Umkleiden für Schiedsrichter, eine Hausmeisterwohnung und die Gebäudetechnik untergebracht. Die Freianlage – inklusive Kampfbahn und Rasenfeld – wird mit vier Millionen Euro zu Buche schlagen.

Die Grünen um den Fraktionsvorsitzenden Robert Lorenz bekräftigten, dass sie das Vorhaben an sich weiterhin befürworten, die anfallenden Kosten aber nicht gutheißen können. Schon bei der Sitzung des Fachausschusses im Mai hatte Lorenz eine Investitionssumme von fünf Millionen Euro als „rote Linie“ der Partei angesetzt. Zu groß sei das Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro, das in den kommenden Jahren für weitere Aufgaben anfalle, zu denen der Hochwasserschutz und der Neubau der Michaelisschule gehören. Und für Jörg Welkener (Die Linke) war klar: „Auch mit den geplanten sieben Millionen Euro werden wir garantiert nicht hinkommen.“ Dennoch sicherte er seine vorbehaltlose Unterstützung zu.

Keine Behelfslösungen

Schon der Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport hatte in seiner Sitzung verschiedene Modelle zur Kosteneinsparung abgewogen. Eine Version sah vor, die geplante Hausmeisterwohnung wegzulassen, eine weitere den südlichen Gebäudeteil des bestehenden Sportlerheims mit den Sanitäranlagen und Umkleiden weiterhin zu nutzen. Beide Varianten wurden jedoch mit dem Argument abgewiesen, dass dies nur Behelfslösungen seien, mit denen am Ende keiner so richtig zufrieden wäre. Die einzige Einschränkung, die verabschiedet wurde: Die Neugestaltung des alten Tennisplatzes und der Übergang zur Alten Wanne ist in der aktuellen Planung nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen.

Breite Zustimmung für das Projekt gab es vonseiten der SPD/FDP-Gruppe und der CDU. „Wir haben funktional und nicht übertrieben geplant“, sagte Annette Jantos (SPD) mit Bezug auf das endgültige Bauvorhaben. Parteikollegin Jutta Olbricht ergänzte: „Mit dieser Sportanlage können wir auch den inklusiven Sport in Georgsmarienhütte vorantreiben.“ „Wir wollen diese Anlage nicht, weil wir ein Leuchtturmprojekt benötigen, sondern weil wir es den Bürgern schuldig sind“, lautete das Plädoyer von Andre Averdiek (CDU). Auch Clemens Haskamp (CDU) votierte für die Realisierung: „Die Fertigstellung wird ein großer Tag für die Stadt sein.“

Förderungsanträge gescheitert

Eine finanzielle Förderung durch das Land sei, so Bürgermeister Ansgar Pohlmann, derzeit allerdings nicht in Sicht. Zwei Anträge um die Maximalförderung von 500000 Euro seien gescheitert. „Grund dafür ist das derzeit geringe Fördervolumen des Landes, und die große Anzahl an Antragstellern“, sagte Pohlmann. Letzten Endes seien im Vergleich Anträge von finanziell schwächeren Gemeinden bewilligt worden. Es werde aber weiterhin geprüft, ob anderweitig Unterstützung eingeholt werden kann.

Die Planung der Verwaltung sieht nun vor, das Vorhaben bis zum Jahr 2020 umzusetzen. „Ob das letztlich auch gelingt, ist natürlich von zahlreichen Faktoren abhängig“, sagt Pressesprecher Niklas Otten. Im ersten Schritt soll im Herbst dieses Jahres der Rückbau des bestehenden Sportlerheims beginnen.


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