GMHütter Rat muss im Juni entscheiden Sportfreunde Oesede planen 1,5 Millionen-Projekt

Von Wolfgang Elbers


Georgsmarienhütte. Die Zeit drängt: In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause muss der Rat über das Vorhaben der Sportfreunde Oesede entscheiden, für rund 1,6 Millionen Euro an der Glück-auf-Sportanlage am Kruseweg ein neues Vereinsgebäude mit Räumen für den SFO-Bedarf sowie öffentlichen Umkleide- und Sanitärräumen zu realisieren. Die Antragsfrist für vorgesehene Zuschüsse läuft im August ab.

Über die Pläne sind die Ratsmitglieder Ende April informiert worden: Die Sportfreunde Oesede wollen am Kruseweg auf einer städtischen Fläche ein Sport- und Vereinsheim errichten. Knapp 40 Prozent der Gesamtkosten von 1,57 Millionen Euro will der Verein durch Eigenleistungen/-Mittel, Zuschüsse und Darlehn finanzieren. Rund eine Millionen Euro soll die Stadt für dem öffentlichen Gebäudeteil in Form eines einmaligen Zuschusses oder Mietzahlungen von 115000 Euro per anno über einen Zeitraum von zehn Jahren übernehmen.

Statt Anbau separates Funktionsgebäude

Am vergangenen Donnerstag stand der Punkt auf der Tagesordnung des GMHütter Ausschusses für Kultur, Schule, Soziales, Jugend und Sport. Die Pläne für das Projekt verfolgen die Sportfreude bereits seit Längerem. Zuerst war ein Anbau an die kleine Gymnastikhalle vorgesehen. Jetzt ist ein separates Funktionsgebäude als eigenes Gebäude und in eigener Bau-Verantwortung geplant. Der Verein hat zwei Finanzierungsvarianten vorgelegt, die einen entsprechenden Vertrag mit der Stadt vorsehen, um Eigentumsfragen, steuerrechtliche Aspekte oder die Finanzierungsdetails festzulegen.

Im Erdgeschoss sind neue barrierefreie Sanitär- und Duschräume für den Spielbetrieb auf dem Kunstgrün- und Rasenplatz vorgesehen. Im Obergeschoss sollen neben einer Umkleide, die auch als Schiedsrichterraum genutzt werden kann, auch ein Multifunktionsraum für den Sportbetrieb, sowie das Geschäftszimmer des Vereins oder Toilettenanlage entstehen.

Der Zeitplan der Sportfreude sieht vor, das Sport- und Vereinsheim ab kommenden Jahr zu realisieren, damit bis zum 2021 anstehenden SFO-Jubiläum alles fertig ist. „Voraussetzung für die unter anderem vorgesehenen Landessportbundmittel in Höhe von 100000 Euro ist dabei, dass der Verein mindestens zwölf Jahre Eigentümer ist“, erklärte Bürgermeister Ansgar Pohlmann im Fachausschuss zum Finanzierungsmodell.

Das sieht vor, die Kosten für das neue Gebäude entsprechend der jeweiligen Nutzflächen auf Stadt und Verein aufzuteilen. Die Sportfreunde wollen ihren Anteil von 590628 Euro durch Eigenleistungen (260000), Zuschüsse von Kreissportbund sowie nach der Sportförderrichtlinie der Stadt in Höhe von jeweils 100000 Euro und einem Darlehn von 130000 Euro abdecken. Für den städtischen Betrag gibt es zwei Modelle: Entweder einen einmaligen Zuschuss von 982000 Euro oder Alternative zwei, eine jährliche Mietzahlung von 115000 Euro von 2019 bis 2028.

Beschlussempfehlung am 7. Juni

Für die CDU-Fraktion ist das Projekt ein „hervorragendes Beispiel“, wie GMHütter Vereine mit Eigeninitiative etwas zu bewegen. Der Ausschussvorsitzende Christoph Ruthemeyer: „Wir könnten schon jetzt eine positive Beschlussempfehlung des Ausschusses fassen, wissen aber, dass es üblich ist, das noch einmal zu verschieben, wenn es bei den anderen Vertretern noch Beratungsbedarf gibt.“

Den hat die SPD/FDP-Gruppe. Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Jutta Olbricht (SPD) sprach grundsätzlich von einem „interessanten Vorhaben, das wir mittragen können“ und lobte, dass Vereine „den Mut haben, sich so ein Projekt „vor die Brust zu nehmen“. Sie will aber unter anderem geklärt haben, ob angesichts der von der Verwaltung zuletzt immer wieder betonten Auslastung des Zentralen Gebäude-Managements (ZGM) der Stadt, wenn es bei der Umsetzung des Vorhabens einbezogen würde, nicht die Situation droht, dass vorgesehene dringende Sanierungsvorhaben, wie zum Beispiel die schon einmal geschobene kleine Turnhalle in Kloster Oesede, erneut nicht zum Zuge kommen. Auch zum Finanzierungsmodell gibt es noch Fragen.

Bürgermeister Pohlmann stellte daraufhin im Ausschuss noch einmal klar, dass es sich um ein Projekt in eigener Bau- und Unterhaltungs-Verantwortung des SFO handele und damit der Koordinierungsanteil des ZGM beim SFO-Projekt gering sei. Die anderen Punkte sollen bis zur nächsten Fachausschuss-Sitzung geklärt werden, sodass es am Donnerstag, 7. Juni, eine positive Beschlussempfehlung für die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause geben könnte.