Emil und die Vorschulkinder DRK übt mit Kindern in GMHütter Kita


mvo Georgsmarienhütte. Was tun, wenn ein Freund vom Klettergerüst fällt und eine kleine, offene Wunde hat? Beim Training mit dem Deutschen Roten Kreuz lernten jetzt 26 Vorschulkinder der St. Johannes Vianney Kindertagesstätte am Harderberg die altersgerechten Grundlagen der Erste Hilfe-Maßnahmen. Pflaster oder Verband anlegen, trösten oder Notruf absenden- als Ersthelfer wissen sie nun, was zu tun ist.

Der Rettungswagen vor dem Eingang der St. Johannes Vianney Kita deutete an, dass es kein normaler Montagmorgen werden würde. Statt Spiel und Spaß stand für die Vorschulkinder der Regenbogen-, Sternen- und Sonnengruppe der Vormittag diesmal im Zeichen der Ersten Hilfe.

Sven Pawlitzki, Rettungssanitäter des DRK Oesede, besuchte die Einrichtung, um den Fünf- und Sechsjährigen auf interessante und altersgerechte Art und Weise die Grundlagen der Erstversorgung beizubringen. Mitgebracht hatte er „Emil“, eine Handpuppe mit knubbliger Nase, fröhlichem Grinsen im Gesicht und wirren, orange-gelben Strubbelhaaren. Emil erregte schnell die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen und gespannt lauschten sie seinen Ausführungen.

Was ist zu tun bei kleineren Wunden?

Was ist zu tun bei kleineren Wunden wie Kratzern oder Schnitten? Wie lege ich, wenn die Wunde zu groß ist um sie mit einem Pflaster abzudecken, einen Verband an? Und wie wird dieser ordentlich gewickelt? Was kann ich sonst noch tun? Unter den Augen von Emil verarzteten sich die jungen Ersthelfer in kleinen Gruppen gegenseitig: Akkurat umwickelten sie Köpfe, Arme und Beine mit den zuvor ausgeteilten Mullbinden und fixierten das Ende mit Klebeband. Spannend fanden sie es dann, als ein echter Notruf abgesendet werden durfte. Die Leitstelle war bereits vorgewarnt und Emil hatte im Vorfeld ausführlich erklärt, wie die fünf W-Fragen möglichst präzise beantwortet werden sollten. Die jungen Helfer meisterten auch diese Aufgabe mit Bravour.

Den Kindern die Angst nehmen

„Wir möchten den Kindern die Angst nehmen“, erklärte Pawlitzki und ergänzt „Kinder haben eine natürliche und unbefangene Einstellung zum Helfen. Frühzeitig gefördert, kann sich die natürliche Haltung zur Hilfeleistung positiv weiterentwickeln“.

Fröhlich und unbefangen stürmten die drei Gruppen nacheinander nach draußen um den Rettungswagen, sowie die diversen Gerätschaften und Hilfsmittel in Augenschein zu nehmen: Wärmefach, Beatmungsgerät, EKG, Intubationsbesteck oder Schaufeltrage. Mit großen Augen und Interesse wurde der Transporter erkundet. Als jedoch das lautstarke Martinshorn ertönte, hielten sich alle ganz schnell die Ohren zu und bei dem ein oder anderen rieselte ein Gänsehautschauer über die Arme.

Urkunden für die Teilnehmer

Nach knapp drei Stunden erhielten die Absolventen stolz eine Teilnahmeurkunde, mit der altersgerechte Grundlagen für Erste-Hilfe Maßnahmen bescheinigt wurden. Nicole Hügelmeyer, Leiterin des Kindergartens findet es jednefalls wichtig, dass die Kinder wissen, was im Notfall zu tun ist. Als Nächstes ist ein Besuch bei der Feuerwehr geplant, damit auch das richtige Verhalten im Brandfall geübt werden kann.