Im Doppelpack Stadt Georgsmarienhütte sucht zwei Bundesfreiwillige für Flüchtlingssozialarbeit

Streichen bei Umzügen: Eine der vielen Tätigkeiten, die die beiden Bundesfreiwilligen in der Flüchtlingssozialarbeit Niklas Borgmann und Katharina Sundermann erledigen. Wer auch mithelfen möchte, kann sich ab sofort bewerben. Foto: Stadt GMHütte/Niklas OttenStreichen bei Umzügen: Eine der vielen Tätigkeiten, die die beiden Bundesfreiwilligen in der Flüchtlingssozialarbeit Niklas Borgmann und Katharina Sundermann erledigen. Wer auch mithelfen möchte, kann sich ab sofort bewerben. Foto: Stadt GMHütte/Niklas Otten

Georgsmarienhütte. „Uns gibt es eigentlich nur im Doppelpack“, machen Katharina Sundermann und Niklas Borgmann scherzhaft deutlich. Beide sind seit August des vergangenen Jahres bei der Stadt GMHütte als „Bufdis“ im Bereich der Flüchtlingssozialarbeit tätig. Von der alltäglichen Hilfestellung beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen bis hin zu Kinderbetreuung oder der Organisation von Umzügen – ein ereignisreicher und spannender Job, der beiden eine Menge Spaß bereitet.

Gleich nach dem Abitur am Gymnasium Oesede haben sich Katharina Sundermann und Niklas Borgmann entschieden dem städtischen Aufruf zu Folgen und Bundesfreiwillige für die Flüchtlingssozialarbeit zu werden: „Ich wollte zunächst etwas Sinnvolles machen und eine erste Orientierung finden“, so Sundermann zu den Beweggründen, warum sie sich für den Freiwilligendienst bei der Stadt entschied. Und der Kontrast zur Schulbank hätte kaum größer sein können: „Wir wurden direkt ins kalte Wasser geschmissen“, erinnert sich Borgmann augenzwinkernd an die ersten Arbeitstage. Denn kaum im Rathaus angekommen stand schon die erste praktische Herausforderung auf dem Programm: „Wir mussten eine Frau nach Wuppertal begleiten, die zuvor einen Antrag auf Familienzusammenführung gestellt hatte. Also hieß es Sachen zusammenpacken, ab ins Auto und nach Wuppertal fahren. Da blieb nicht viel Zeit, um sich erstmal an die Abläufe hier vor Ort zu gewöhnen.“

Aber beide betonen, dass sie sich, auch dank des guten Arbeitsklimas mit den städtischen Mitarbeitern und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, schnell in ihre vielfältigen Aufgaben eingefunden haben. Zusammen beantworten sie alltägliche Fragen, helfen bei kleineren Problemen, Behördengängen und vor allem bei der Suche nach Wohnungen und dem anschließenden Umzug aus der Notunterkunft in ein neues Zuhause. „Ich glaube wir sind in den letzten Monaten richtige Umzugsprofis geworden“, so Sundermann lachend. Neben Malerarbeiten, Terminorganisationen oder Kartons schleppen, fahren die „Bufdis“ mit den Geflüchteten beispielsweise auch zu sozialen Kaufhäusern, um Möbel auszusuchen.

Genauso habe sich, gerade auch bei den Umzügen, gezeigt mit welcher Gastfreundschaft, Offenheit und Dankbarkeit die Geflüchteten einem gegenübertreten. „Egal wo wir hin gekommen sind, es wurde immer Tee angeboten oder sogar gekocht“, stellt Sundermann fest. „Ich hatte vorher schon so meine Zweifel, ob die Verständigung klappen würde. Aber es hat sich schnell gezeigt, dass das eigentlich kein Problem ist. Irgendwie kommt man ans Ziel, auch wenn das nur mit einer Art Zeichensprache funktioniert“, so Borgmann.

Ende Juli endet für die beiden „Bufdis“ das freiwillige Jahr bei der Stadt. Was bleibt sind eine Menge Erfahrungen und überaus interessante Einblicke, die sie auch für ihr späteres Berufsleben mitnehmen. „Durch die viele praktische Arbeit mit den Flüchtlingen hier vor Ort habe ich gelernt selbstbewusster aufzutreten und mich durchsetzen zu können. Man wird bei vielen Dingen aber auch etwas gelassener“, so Sundermann. Hinzu komme, wie Niklas Borgmann verrät, dass sich plötzlich ganz andere Einblicke und Perspektiven auf die eigene Heimatstadt ergäben, die einem zuvor nie aufgefallen seien.

Wer sich vorstellen könnte diese Erfahrungen einmal selbst zu machen, kann sich ab sofort für eine der beiden Stellen in der Flüchtlingssozialarbeit bewerben. Auf die Frage an die jetzigen „Bufdis“, was denn die Bewerberinnen oder Bewerber mitbringen müssen: „Also wichtig ist es offen, spontan, kommunikativ und natürlich teamfähig zu sein. Handwerkliche Fähigkeiten sind sicherlich von Vorteil, aber nicht notwendig. Vor allem sollte man auch Humor mitbringen, denn in vielen Situationen muss auch mal das ein oder andere Auge zugedrückt werden können.“

Darüber hinaus ist ein Führerschein der Klasse B wünschenswert, aber keine Voraussetzung. Das Mindestalter für den Bundesfreiwilligendienst liegt bei 18 Jahren. Bewerbungen nimmt die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Georgsmarienhütte, Susanne Häring, gerne unter susanne.haering@georgsmarienhuette.de entgegen. Alle Informationen gibt es zudem auf der städtischen Internetseite unter der Rubrik „Stellenangebote“.