GMHütte plant neue Bestattungsform Gärtnerbetreute Grabanlage auf Oeseder Parkfriedhof

Eins der Gestaltungsbeispiele für eine Ruhegemeinschaftsanlage: Der seit 2016 bestehende „Garten in Memoriam“ auf dem kommunalen Friedhof in Ostercappeln. Foto: Meyer-Rehberg/TreuhandstelleEins der Gestaltungsbeispiele für eine Ruhegemeinschaftsanlage: Der seit 2016 bestehende „Garten in Memoriam“ auf dem kommunalen Friedhof in Ostercappeln. Foto: Meyer-Rehberg/Treuhandstelle

Georgsmarienhütte. Es gab im Fachausschuss viele Fragen, aber der Beschluss war am Ende einstimmig: Die Stadt will eine neue, kostengünstige Bestattungsart einführen und auf dem Parkfriedhof Schauenroth eine „gärtnerbetreute Grabanlage“ ermöglichen. Ab knapp 2000 Euro Pflegeaufwand soll hier eine letzte Ruhestätte für 25 bis 30 Jahre angeboten werden.

Die Verwaltung soll mit der „Norddeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH“ Gespräche führen, um einen Vertrag für die Realisierung einer gärtnerbetreuten Gemeinschaftsgrabanlage abzuschließen. Eine Fläche von rund 390 Quadratmetern steht dafür ein südlichen Bereich des Parkfriedhofs zur Verfügung.

72 Prozent wählen Urnenbestattung

Die Stadt reagiert damit auf die Entwicklung im Friedhofsbereich. Der Trend, dass die Zahl der traditionellen Erdbestattungen rückläufig ist und sich die Hinterbliebenen für ein Urnengrab oder eine alternative Bestattungsform entscheiden, setzt sich unverändert fort.

Seit 2012 ist auch in GMHütte der Anteil der früher klassischen Reihengrabanlage weiter zurückgegangen – von knapp 54 auf im vergangenen Jahr 27,6 Prozent. In mehr als 70 Prozent der Bestattungsfälle wird heute eine Urnenbestattung gewählt. Vor sechs Jahren lag die Zahl bei 45,7 Prozent.

Die Nachfrage nach pflegeleichten, aber optisch ansprechenden Grabstellen ist unverändert steigend. So ist zum Beispiel auf dem Parkfriedhof seit der Einführung der halbanonymen Urnenwiesengräber 2010 inzwischen 115 Mal von den Angehörigen diese Form gewählt worden. Auch die seit 2016 auf dem Waldfriedhof in Kloster Oesede bestehende Möglichkeit von Baumbestattungen wird mit bisher 40 anonymen Gräbern gut angenommen.

Eine neue Form der Gemeinschaftsanlagen sind die gärtnerbetreuten Ruhegemeinschaften sowie besondere „Memoriam-Gärten“, die sowohl Urnen- als auch Erdbestattungen umfassen. Der Bund deutscher Friedhofsgärtner, der in der Region Weser-Ems und in Bremen 271 Mitglieder vertritt, hat letzteres Bestattungsangebot 2011 rechtlich schützen lassen. Geschäftsführer Jochen Meyer-Rehberg hat Prinzip und Vorteile der angebotenen Ruhegemeinschaften und „Memoriam-Gärten“ jetzt im Fachausschuss vorgestellt.

Keine Kosten für Friedhofsträger

Aktuell gibt um die 15 solcher Anlagen im nordwestdeutschen Raum, der von der Treuhandstelle der berufsständigen Einrichtung der Friedhofsgärtner in Bremen betreut wird. Im restlichen Niedersachsen liegt diese Zahl bei mehr als 50 gestalteten Friedhofsflächen und bundesweit sind es rund 700 umgesetzte Ruhegemeinschaften.

Die Größe bewegt sich von kleinen Gemeinschaftsruhestellen für 16 Urnen auf 4 bis 8 Quadratmetern bis zu Friedhofsbereichen von 200 Quadratmetern. In Bremen ist derzeit eine Gesamtanlage mit 1500 Quadratmetern in Planung und für den Berliner Stadtteil Steglitz gibt es ein Konzept für eine 2500 Quadratmeter große Fläche.

Der Vorteil für die Kommunen liegt darin, dass für den Friedhofsträger keine Kosten anfallen und auch alle „hoheitlichen Aufgaben“ sowie die Gebühren für die allgemeine Infrastruktur wie die Wege bei der Stadt beziehungsweise der Gemeinde bleiben. Weiteres Plus: Der Friedhof erhält ein neues, attraktives Angebot, dessen Bereich komplett extern gepflegt wird. Geschäftsführer Meyer-Rehberg: „Das ist ein Beitrag zur weiteren Friedhofsentwicklung.“

Für die Angehörigen sind nach seinen Angaben besonders attraktiv, dass die Namen der bestatteten genannt werden und auch die Möglichkeit besteht, dort Blumenschmuck abzulegen, sie sich aber nicht um die Grabpflege kümmern müssen. Die Kosten sind durch den zu Dauerpflegevertrag mit der „Dauergrabpflege GmbH“ abgedeckt.

Gespräche über Rahmenvertrag

Voraussetzung für ein solches Angebot: Die Stadt schließt eine Rahmenvereinbarung mit der Nordwestdeutschen Treuhandstelle. die dann die Pflegeleistungen ausschreibt. Hier können auch Betriebe und Steinmetze, die nicht Mitglied im Bund der Friedhofsgärtner sind, zum Zuge kommen. Das als Marke geschützte Angebot der „Memoriam-Gärten“, wo neben der Urnenwahl auch die Möglichkeit einer Erdbestattung besteht, ist allerdings auf Friedhofsgärtner beschränkt, die berufsständisch organisiert sind.

Die Verwaltung wird jetzt Gespräche mit der Nordwestdeutschen Treuhandstelle der Dauergrabpflege GmbH über die mögliche Gestaltung des 390 Quadratmeter großen Parkfriedhofbereich sowie einen Rahmenvertrag führen. Die Ergebnisse werden dann im Fachausschuss vorgestellt.


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