Herausforderung für die Zukunft? Heimatverein Kloster Oesede über Fronleichnamsprozessionen

Von Petra Pieper

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pep Georgsmarienhütte. Im Anschluss an das letzte Frühstück vor der Sommerpause gab es beim Heimatverein einen Bild-Vortrag über „Stationen im Wandel - die Fronleichnamsprozession in Kloster Oesede zwischen 1950 und 2015“. Am Mittwoch, 18. April, um 19 Uhr wiederholt Referent Friedel Nolte den knapp eineinhalbstündigen Vortrag in der Klosterpforte.

Den historischen Fotos und Filmsequenzen stellte Nolte Bemerkungen über die Bedeutung des katholischen Feiertags voran. Mit einem bewusst öffentlichen Charakter feiere die Kirche den Tag schon seit 1264. Entsprechend lange, so Noltes Vermutung, sei wohl auch in Kloster Oesede der Brauch gepflegt worden. Unter dem Eindruck der Reformation seien die Katholiken kämpferischer und die Prozession zur „Demonstration katholischer Glaubensüberzeugung“ geworden. Suchten die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg Zuflucht in verstärkter Religiösität, besteht nach Auffassung von Kritikern heutzutage die Gefahr, dass die traditionelle Prozession ins Folkloristische abgleiten könne. (Vorträge des Heimatvereins Kloster Oesede über Fronleichnamsprozession – Unterwegs im Namen des Herrn)

Altäre unter freiem Himmel

In den 1950-er Jahren – seit dieser Zeit liegen Foto- und Filmmaterial vor – wurden in Kloster Oesede aufwendige Altäre unter freiem Himmel errichtet. Ganze Nachbarschaften oder, wenn diese in dem wenig bebauten Gelände noch nicht existierten, Bauern mit ihren Helfern kümmerten sich um Blumenschmuck und Tannengrün. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.

Vier „Stationen“ wurden angesteuert: Friedhof, Sportplatz (später Waldbühne), Laubbrink und die Klause vor dem heutigen Edith-Stein-Haus. Über hohe Säulen gespannte Baldachine und andere beeindruckende Konstruktionen wurden zur Ehre Gottes errichtet und machten so ganz nebenbei auch ihren Erfindern alle Ehre. Einen der alten Altäre können Besucher der Klosterpforte derzeit auf der Diele der Klosterpforte im Original betrachten. Zusätzlich zu den offiziellen Gebetshalten gab es noch weitere Straßen- oder Hausaltäre, die von den Anliegern in Eigeninitiative gestaltet und geschmückt wurden.

Nachbarschaftlichen Zusammenhalt

„Die Vorbereitungen für das Fest erstreckten sich über mehrere Wochen und sorgten für nachbarschaftlichen Zusammenhalt“, erläuterte Nolte. Vom „Grünholen“ und Kranzbinden bis hin zum Abbau wurden viele helfende Hände benötigt. Kinder wurden zum Pflücken von Margeriten auf die Wiesen geschickt oder jemand fuhr mit der Schubkarre durch die Nachbarschaft und bat um Gartenblumen, die waschwannenweise gebraucht wurden. Auch die besten Teppiche kamen zum Einsatz. „Viele beteiligten sich an den Vorbereitungen und Hunderte nahmen an der Prozession teil“, berichtete Nolte.

Die große Beteiligung an der Fronleichnamsprozession hat mit den Jahren nachgelassen, nicht nur in Kloster Oesede. Aber es gibt Bemühungen, das Fest neu zu begehen. Seit 2014 feiert die Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-Ost eine gemeinsame Fronleichnamsprozession neuen Zuschnitts und nimmt dabei die evangelischen Mitchristen mit.


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