Machs einfach Projektstart Kochen für den Klimaschutz in GMHütte

Von Claudia Sarrazin


Georgsmarienhütte. „Kochen für den Klimaschutz“ lautet das Motto einer Reihe von Kochabende, die Teil des Projektes „Mach’s einfach! Klimaschutz in der ILEK-Region Hufeisen“ sind. Die acht Abende starten jeweils in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede mit einem Theorieteil der Referentin Marie-Louise Scheiper, bevor es in die Küche geht.

Montagabend 18 Uhr in der Katholischen Landvolkhochschule Oesede (KLVHS). Nach und nach trudelten die zwölf Teilnehmer des Kochabends ein. Aus fast jeder Kommune der ILEK-Region Hufeisen“ – dazu zählen Belm, Bissendorf, Georgsmarienhütte, Hagen, Hasbergen und Wallenhorst – war mindestens ein Teilnehmer gekommen.

Erst die Theorie

Schwerpunkte der Kochabende sind beispielsweise „Restefreies Kochen“, „Zurechtfinden im Siegel-Dschungel“ oder „zu gut für die Tonne“ gewählt. Diesmal erläuterte Marie-Louise Scheiper, staatlich anerkannte Diätassistentin, worauf es bei der nachhaltigen Auswahl von Lebensmittel ankommt: Die vier Bereiche Umwelt, Soziales, Gesundheit und Wirtschaft. „Zunächst sollte ich mir die Frage stellen: Belastet das Lebensmittel die Umwelt so wenig wie möglich“, erklärte Scheiper, bevor sie auch auf soziale Aspekte einging: Sozial sei ein Lebensmittel, wenn es der Gesellschaft vor Ort zugute käme und in anderen Ländern nicht schade. „Das Thema betrifft die Menschen, wie den Bauern oder Feldarbeiter. Beim Kakao-Anbau gibt es beispielsweise sehr viel Kinderarbeit“, erläuterte Scheiper, die in diesem Zusammenhang auf Gütesiegel für „faire oder fair gehandelte Lebensmittel“ hinwies. Dann sprach sie das Thema Gesundheit an und gab ihren Zuhörern folgende Fragen mit auf den Weg: „Wähle ich das Lebensmittel so, dass ich und meine Familie gesund und fit bleiben? Wähle ich es so, dass ich Freude und Genuss am Essen habe?“ Zum Schluss ein Blick auf die Wirtschaft: „Hier ist beispielsweise die Frage, ob ich durch meinen Einkauf regionale Strukturen stärke, sprich ich den Bauern vor Ort unterstütze oder nicht“, führte Scheiper aus und ergänzte: „Natürlich kommt es auch auf den Preis an, und ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.“

Das Dilemma

Natürlich gäbe es auch Konflikte zwischen den verschiedenen Aspekten. Bioprodukte seien beispielsweise gesund, aber teurer. Und wer auf die Umwelt achte und versuche, bio und plastikfrei einzukaufen, stünde mitunter im Supermarkt vor einer in Kunststoff eingeschweißten Bio-Gurke, während die herkömmlich angebaute keinen Verpackungsmüll verursacht. „Es ist klar, dass ich nicht immer allem gerecht werden kann“, resümierte Scheiper und riet: „Horchen sie in sich hinein, was ihnen wichtig ist. Setzen sie Prioritäten!“

Ran an die Kochlöffel

Dann ging es in die Küche, wo sich die Teilnehmer rasch in kleine Teams aufteilten und emsig zur Sache gingen: Sie fabrizierten Salat mit warmen Apfelspalten und Zwiebeln sowie Kartoffel-Pastinaken-Püree, Rouladen mit Grünkern-Dinkelfüllung und Champignonsauce und einen Westfälischen Nachtisch mit Schwarzbrot. Das Besondere: Die Zutaten waren möglichst regional und vegan. Daher hatte Scheiper den Quark der Nachspeise zum Beispiel durch eine vegane Creme auf Sojabasis ersetzt.

Geschmackstest

Wer wollte, konnte zwischendurch als Alternativen zu Kuhmilch an diesem Abend auch mal Reis-, Soja und Dinkelmilch testen. Das Fazit: Dinkelmilch war besonders beliebt, wenngleich die Milchalternativen nicht jedem schmeckten. Im Gegensatz zu den Speisen: Die wurden beim gemeinsamen Abendessen fast durchweg gelobt – nur am Nachtisch schieden sich die Geister. Grund war jedoch nicht die vegane Creme, sondern das Schwarzbrot, das mancher im Dessert sehr ungewöhnlich fand.

Fazit

Die Kochreihe ist jedenfalls gut gestartet: „Ich finde den Abend bereichernd: Hier gibt es neue Rezepte, nette Menschen und Hilfsbereitschaft sowieso“, erklärte Rita Schmidt, während Regina Schmidt-West fand: „Hier gibt es eine andere Geschmacksrichtung wie zuhause. Das eine oder andere probiere ich bestimmt aus.“ Außerdem tauschten sich die Teilnehmer beim Kochen und Essen lebhaft über Einkaufsmöglichkeiten aus.