Vom-Stein-Grundschule In Georgsmarienhütte Afrika spielerisch erfahren und helfen

Von Stefan Buchholz

Afrika spielerisch erfahren: Dazu gab es in der Freiherr-Vom-Stein-Grundschule an einem Infotag Gelegenheit. Foto: Stefan BuchholzAfrika spielerisch erfahren: Dazu gab es in der Freiherr-Vom-Stein-Grundschule an einem Infotag Gelegenheit. Foto: Stefan Buchholz

Georgsmarienhütte. Zweimal Afrika stand jetzt auf dem Stundeplan der Freiherr-vom-Stein-Grundschule Georgsmarienhütte. Die Schüler bekamen vom Verein „Aktion Tagwerk“ Hintergrundinfos über das Leben dort. Um Schülern in sieben afrikanischen Ländern zu helfen, werden einige Viertklässler im Juni sogar arbeiten, um Spenden zu sammeln.

Kindgerecht bis leicht anspruchsvoll zeigten Marie Christ und Janis Heinz vom Tagwerk-Verein aus Bonn, wie schwer es Kindern in Afrika in Sachen Bildung gehen kann. Die beiden Absolventinnen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (Politisches Leben) nahmen die Kinder der Freiherr-vom-Stein-Schule mit auf eine Reise in verschiedene Länder.

Teure Uniform

Schulbesuch in Ruanda? Erstmal kein Problem war für die deutschen Grundschüler zu erfahren. Allerdings nicht ohne Schuluniform, berichteten die beiden FSJ-lerinnen. Und der Einheitsdress ist teuer. Die Folge: Nicht alle Eltern können ihre Kinder in die Schule schicken. (Weiterlesen: Welttag gegen Kinderarbeit – Verlorene Kindheit: Wenn die Jüngsten für ihr Überleben schuften)

Die Vorträge über immer wieder andere Schwierigkeiten, die Kinder in Afrika haben, um Bildung zu bekommen, wurden von Marie Christ und Janis Heinz immer wieder für einen kleinen Aufmerksamkeitstest gestoppt. Dabei sollten die Grundschüler aus drei Antworten, die richtige mit dem vorab gehörten Informationen verbinden.

Erdnüsse zu ertasten

Eine zweite Lerneinheit vertiefte Kenntnisse über Afrika auf sinnliche Art. Mal mussten Alltagsbilder danach ausgewählt werden, ob sie eher zu Deutschland oder Ruanda passen, mal galt es typisch afrikanische Produkte, wie Baumwolle, Kaffeebohnen und etwa Erdnüsse zu ertasten.

Die Informationen bereiten den sogenannten Tag für Afrika am 20. Juni vor. „Dann werden die Viertklässler einige Stunden arbeiten“, erklärte Schulleiterin Nikola Wolther. Die Kinder helfen dem Papa im Betrieb und der Arztpraxis. Andere sind etwa in Kindertagesstätten unterwegs. „Auch zu Hause kann geholfen werden, vielleicht beim Rasenmähen“, schilderte Wolther weitere Einsatzmöglichkeiten.

Fünf Euro pro Stunde

Die Entlohnung – empfohlen werden vom Verein „Aktion Tagwerk“ fünf Euro pro Stunde – geht je zur Hälfte an die Bonner Spendensammler und an die lokale Togohilfe von Dorothea Regenbrecht und Hubert Schlie. Insgesamt engagiert sich die Freiherr-vom-Stein-Schule zum zwölften Mal an der Aktion von Aktion Tagwerk.

Mit dem Erlös der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ werden Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche des langjährigen Aktion Tagwerk-Projektpartners Human Help Network in Burundi, Ruanda, Südafrika und Uganda unterstützt. Ebenso ein Projekt in Ghana für das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt. Aktion Tagwerk bietet im Rahmen der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ Schulen in Deutschland das gesamte Jahr über verschiedene Bildungsangebote und Unterrichtsmaterialien für den Bereich „Globales Lernen“ rund um den afrikanischen Kontinent an. Am „Tag für Afrika“ 2017 beteiligten sich rund 200.000 Schülerinnen und Schüler, die 1,4 Millionen Euro für den guten Zweck erarbeiteten und dabei zugleich selbst erste Erfahrungen in der Berufswelt sammelten. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.