Ausstellung mit Hecker-Werken Sammlung Rehme in der Villa Stahmer in GMHütte zu sehen

Von Monika Vollmer

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mvo Georgsmarienhütte. Unter dem Titel „Sammlung Familie Rehme, Borgloh“ ist im Museum Villa Stahmer die Ausstellung im Beisein von mehr als 70 Gästen eröffnet worden. Bis zum 20. Mai ist auf zwei Ebenen ein Querschnitt durch die Kunstsammlung zu sehen, gezeigt werden Werke des Osnabrücker Malers Franz Hecker und anderer bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann sagte zur Eröffnung „Eine Ausstellung, die ich so noch nicht erlebt habe“ und bezog sich damit auf den Umstand, dass Familie Rehme aus Borgloh ihre Privatsammlung dem Museum zur Verfügung stellt. Mit den über 100 gezeigten Werken handelt es sich dabei nur um eine kleine Auswahl aus dem Besitz des Leihgebers. Inge Becher als Museumsleiterin konnte da nur zustimmen. (Weiterlesen: Kunstammler Peter Rehme sammelt Hecker-Werke)

Ein Querschnitt

Gezeigt wird auf zwei Ebenen ein Querschnitt von Exponaten des nicht nur im Osnabrücker Raum beliebten Künstlers Franz Hecker. Feine Radierungen und Aquatinten zieren dichthängend die Wände im Erdgeschoss der Villa Stahmer. Insbesondere die Grafiken, die mit dem spezielle Verfahren der Tuschätzung und dem mehrfachen Abdecken von Farben erzeugt wurden, zeigen durch verschiedene Graustufen eindrucksvoll das Spiel mit dem Licht. Die handwerkliche Perfektion fasziniert und beweist die einmalige und exzellente Qualität von Heckers Arbeiten.

Der 1870 in Bersenbrück geborenen Künstler beendete das Gymnasium Carolinum ohne Abschluss. Auch die anschließende Lehre brach er ab und entschloss sich, seiner künstlerischen Neigung nachzugehen. An der Kunstakademie in Düsseldorf begann er zu studieren und erlernte später während eines Studienaufenthaltes auf Capri das Verfahren der Radierungen. In Worpswede perfektionierte er dieses später durch Heinrich Vogeler. (Weiterlesen: Heckerstraße in Rulle erinnert an den Maler)

Vergleiche

Den Besuchern der aktuellen Ausstellung werden durch druckgrafische Arbeiten anderer Künstler wie E.H. Barlach oder Max Liebermann die unterschiedlichsten Kunststile gezeigt. Aus dem Nachlass Franz Heckers können in zwei Vitrinen Kupferdruckplatten, ein mit Namen bedruckter Lederkalender der Osnabrücker Bank, Exlibris (künstlerische Lesezeichen für Bücher), sowie österreichische Briefmarken mit Motiven des Malers, aber auch Postkarten, Bücher und die ihm im Jahr 1944 verliehene Justus- Möser Medaille besichtigt werden.

Ein Selbstbildnis in Öl auf Leinwand erwartet die Besucher, die den Treppenstufen nach oben folgen. Im Obergeschoss des Museums begeistern große, kunstvoll gerahmte Ölgemälde mit winterlichen Schneelandschaften, aber auch Gemälde von betenden Frauen und Kindern, dem Gut Sandfort, der Düte oder Dorflandschaften. (Weiterlesen: Paletti-Projekt auf den Spuren Franz Heckers)

Eine kleine Auswahl

Helmut Lücke, Vorsitzender des Kunstkreises, wählte mit seinem Team die Exponate, wie er sagte, „aus dem Bauch heraus“ aus. „Es war keine wissenschaftliche Entscheidung. In zwei Fuhren transportierten wir nur eine kleine Auswahl aus dem Privatbesitz der Familie Rehme hier in die Villa Stahmer.“

Der Oeseder Pastor David Rehme, Fabrikbesitzer Ernst Stahmer und Maler Hecker waren früher befreundet, spielten zusammen Skat. 1898 malte Hecker ein Portrait des Pastors welches vor über 30 Jahren an den Ur-Großenkel Peter Rehme vererbt wurde und die Sammelleidenschaft der Familie entfachte.

Bis zum 20. Mai

Mittlerweile möchte der knapp 77-jährige Rehme sich langsam von verschiedenen Schätzen trennen, so dass Kunstliebhaber sich freuen dürften. Die Ausstellung mit Ölgemälden, Lithographien und Radierungen ist noch bis zum 20. Mai im Museum Villa Stamer zu sehen. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.


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