Motorradgottesdienst in GMHütte Frommer Bikertreff an St. Peter und Paul in Oesede

Von Daniel Batel


Georgsmarienhütte. Seit vielen Jahren freuen sich die Besucher des Motorradgottesdienstes an der St.-Peter-und-Paul-Kirche darüber, dass sie die Sonne nie im Stich lässt. Mehr als 100 Motorradfreunde trafen sich zu einer kurzen Andacht und einer Segnung ihrer Zweiräder.

Nur einen Tag vor dem diesjährigen Motorradgottesdienst ereignete sich unmittelbar vor der Kirche im Zentrum des Stadtteils Oesede noch ein Unfall mit drei Verletzten. Am Sonntag warb Priester Rainer Kloppenburg bei den Motorradfahrerinnen und -Fahrern um eine rücksichtsvolle Fahrweise. Kloppenburg, der selbst Motorrad fährt, studierte zwei Jahre lang Theologie in Rom und sagt: „Wir können uns von den Italienern etwas abschauen. Dort sind sie viel umsichtiger. Hierzulande beobachte ich oft eine Ich-Mentalität.“

Christophorus

Vielen ging es bei der Andacht und der Segnung auch um göttlichen Schutz, da Motorräder im Straßenverkehr immer noch häufig spät gesehen werden und Unfälle meist folgenschwerer sind als mit einem Pkw. Auch Marion Bollmer ist unter anderem deswegen gekommen: „Man fühlt sich definitiv sicherer, wenn man zuvor einen kirchlichen Segen erhalten hat.“ Im Anschluss an die Veranstaltung gab es zuletzt immer die Möglichkeit, einen kleinen Christophorus zu bekommen, eine Art Schutzengel zum Aufkleben am Tacho.

Die Menge an geparkten Fahrzeugen bot eine große Vielfalt. Traditionsreiche Harley-Davidson-Modelle fanden sich darunter ebenso wie kleinere Roller oder der „Quadro“ von Marion Bollmer. Der Name ist dabei etwas irreführend, denn dabei handelt es sich um einen Dreirad-Roller. Unter den Gästen bei der Andacht war sogar der Fahrer eines Elektrorollstuhls, und auch Radfahrer hielten neugierig an. Genauso bunt wie die Bikes selbst sind auch ihre Besitzer – sämtliche Altersgruppen trafen sich in einer fröhlichen Atmosphäre. Manche sind schon lange dabei, für andere ist es das erste Mal. Die Szene ist bekannt dafür, jeden mit offenen Armen zu empfangen. Auch die 22-jährige Kim Viere nahm am Sonntag zum ersten Mal an einem Motorradgottesdienst teil. Sie machte schon mit 18 ihren A-Führerschein. Viere sagt, sie schätze besonders das Gefühl der Freiheit, wenn sie mit ihrer Honda unterwegs sei. Auf die Frage, was sie sich von ihrem ersten Besuch erwarte, antwortete ihre Begleitung schlagfertig: „Göttlichen Segen – und Bockwurst.“

Kleine Ausfahrt

Andere Biker, die es vorzogen, an so einem Tag eine kleine Ausfahrt zu unternehmen, stimmten vom Straßenrand mit dem Sound ihrer Maschinen in den Choral mit ein, sodass dieser kaum zu hören war. Für die Motorradfans aber wird dies ohnehin eher Musik in ihren Ohren gewesen sein. Einige Bewohner jedoch stören sich auch an dem Lärm. Der Landkreis Osnabrück gilt als eine der beliebtesten und reizvollsten Motorradregionen. Die Biker allerdings wollen sich ihre Leidenschaft nicht nehmen lassen. Das fröhliche Zusammenkommen an diesem Sonntag ist für die meisten ein bewusster Start in die Saison. Pastor Kloppenburg bemerkte in den über sechs Jahren, in denen er die Andacht jedes Jahr durchführte, einen Anstieg bei den Besucherzahlen. „Die Verbindung nach oben zum Himmel stimmt auch – wir hatten noch nie Regen.“ Zum Schluss der Veranstaltung wurden Klappkarten mit Gebetssprüchen verteilt, die allen Teilnehmern ein gutes Gefühl mitgeben sollten. Vielleicht summten manche noch auf dem Heimweg: „Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein.“