Kreisverband Osnabrück Kaninchenzüchter klagen: Hobby wird kaputtgemacht

Von Horst Troiza

Der bei der Jahreshauptversammlung im Amt bestätigte Vorstand des Verbands der Rassekaninchenzüchter Osnabrück Stadt und Land: In der Mitte Ivonne Wilms, die als erste Frau die Prüfung zur Preisrichterin erfolgreich abgelegt hat. Links neben ihr der Vorsitzende Michael Böschemeier. Foto: Horst TroizaDer bei der Jahreshauptversammlung im Amt bestätigte Vorstand des Verbands der Rassekaninchenzüchter Osnabrück Stadt und Land: In der Mitte Ivonne Wilms, die als erste Frau die Prüfung zur Preisrichterin erfolgreich abgelegt hat. Links neben ihr der Vorsitzende Michael Böschemeier. Foto: Horst Troiza

Georgsmarienhütte. Kaninchenzüchter in Stadt und Landkreis Osnabrück sorgen sich um die Zukunft ihres Hobbys. Umweltauflagen würden ihnen zunehmend das Leben schwer machen, außerdem fehle es an Nachwuchs in den eigenen Reihen. „Hier wird ein Hobby kaputtgemacht“, klagen führende Köpfe des Kreisverbands.

Rund 40 Teilnehmer zählte die Jahreshauptversammlung 2018 des Kaninchenzüchter-Kreisverbandes am Samstag in Georgsmarienhütte. Der Kreisverband vereint 17 Ortsvereine mit zusammen 415 Mitgliedern, das Verbandsgebiet erstreckt sich von Quakenbrück bis Glandorf. Größte Veranstaltung ist seit 66 Jahren die alljährlich stattfindende Allgemeine Niedersächsische Kaninchenschau (ANK) in der Halle Gartlage in Osnabrück. In den Ausstellungskäfigen waren zuletzt 2800 Rassekaninchen zu sehen gewesen, 403 Züchter zeigten ihre Tiere. Der am weitesten gereiste Gast kam aus Norwegen.

Appelle an die Politik

Der Kreisvorsitzende Michael Böschemeier (Vennermoor) richtete in seinem Bericht einen Appell an die Politik, die Rahmenbedingungen für die Kaninchenzucht zu verbessern. „Es ist heute nicht mehr leicht, die ausreichende Menge an jungen Menschen für dieses Hobby zu begeistern. Hinzu kommt, dass aufgrund von Umweltauflagen Züchter in den Städten immer häufiger auf Schwierigkeiten stoßen.“

ANK-Ausstellungsleiter Siegfried Mindrup schlug in dieselbe Kerbe. „Hier wird ein Hobby kaputtgemacht.“ Die Redner erinnerten an eine zuletzt von der Landespolitik geänderte Richtlinie zugunsten von Imkern, die mit ihren Bienenvölkern wegen des fehlenden Nahrungsangebotes im Niedergang begriffen waren. „Da hat man die Anlage von Blühstreifen forciert, und schnell haben sich mehr Menschen für die Bienenzucht interessiert – es hat 500 Neuzugänge im Verband gegeben“, sagte der Vorsitzende.

Vorstand wiedergewählt

Bei den Wahlen wurde der gesamte Vorstand in seinen Ämtern bestätigt: Böschemeier als Vorsitzender, Franz Hollermann (Wallenhorst) und Siegfried Görtemöller (Kalkriese) als Stellvertreter, außerdem die Schriftführer Ivonne Wilms und Daniel Fietkau, die Kassierer Heinz Westendorf und Christian Höhne, die Zuchtwarte Martin Hagemann und Wolfgang Lüne sowie die Jugendleiter Petra Hülsmann und Frank Klöntrup.

Ivonne Wilms wurde zur bestandenen Preisrichterprüfung gratuliert. Die 30-jährige Heilpädagogin hat mit sechs Jahren als Jungzüchterin in Melle begonnen und hält noch heute etwa 30 Jungtiere der Rasse Havanna. Sie ist die erste und einzige Frau im Verband, die als Preisrichterin agieren darf.