GMHütter Kriminalitätsstatistik 2017 Registrierte Kriminalität im Südkreis rückläufig

Von Bastian Rabeneck


Georgsmarienhütte. Mit 4791 registrierten Straftaten 2017 geht die Kriminalität im Osnabrücker Südkreis zurück. Das geht aus der aktuellen Statistik hervor, die das Polizeikommissariat GMHütte jetzt veröffentlichte. Wohnungseinbrüche sind nach wie vor ein Problem, erstmals seit 2013 sinkt die Zahl aber.

Die Statistiken bilden die Kriminalität in GMHütte, Hagen, Hasbergen, Bad Iburg, Bad Rothenfelde, Bad Laer, Dissen, Hilter und Glandorf für 2017 ab. Insgesamt wurde der niedrigste Wert seit 16 Jahren verzeichnet. 2016 wurden in den neun Kommunen noch 5047 Straftaten gemeldet. Damit ist die Zahl nun um 5,1 Prozent gesunken. „Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote gehalten werden“, teilt Sinikka Hagen, Leiterin des Polizeikommissariats (PK) Georgsmarienhütte mit. 57,9 Prozent der Straftaten konnte die Polizei aufklären.

Einzeltäter sind ausschlaggebend

„Stärkere Schwankungen in der Statistik sind oft von Einzeltätern abhängig“, erklärt Thomas Schnorfeil, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Durch die Festnahme einzelner lassen sich in vielen Fällen gleich mehrere Verbrechen aufklären. So konnte man beispielsweise vergangenes Jahr einem 32-jährigen Mann gleich fünf Raubüberfälle auf Tankstellen und eine auf einen Lebensmittelmarkt nachweisen. Insgesamt wurden 31 Raubstraftaten begangen, 58 Prozent der Fälle konnte die Polizei lösen. Die höchste Aufklärungsquote vermelden die Beamten bei den angezeigten Körperverletztungsdelikten. Bei 466 Straftaten liegt die Quote bei 95 Prozent.

Auffällig bei den aktuellen Zahlen ist, dass die Anzeigen von häuslicher Gewalt von 237 im Jahr 2016 auf 294 in 2017 angestiegen sind. Die Beamten gehen allerdings nicht von einer tatsächlichen Zunahme von Gewaltdelikten im häuslichen Rahmen aus. Wahrscheinlicher sei, dass einfach mehr Fälle zur Anzeige gebracht werden. Schnorfeil führt das unter anderem auf die Aufklärungsarbeit der Polizei zurück. Leiterin Hagen ergänzt: „Denkbar ist auch, dass vor allem Migranten, die in ihrer Heimat kein Vertrauen in die Polizei hatten, dieses Vertrauen jetzt neu erlernen und entsprechende Fälle dann auch anzeigen.“

Gewalt gegen Polizisten

Was den Beamten Sorge bereitet, ist die Zunahme an Fällen von Gewalt gegen Polizisten. 15 dieser Situationen gab es 2017, im Vorjahr waren es noch neun. Sowohl bei der Polizei als auch bei Rettungsdiensten, sei der unverständliche Trend zu beobachten, den Helfern keinen Respekt entgegenzubringen, so Schnorfeil. Das sei vor allem psychisch belastend.

Weiteres Schwerpunktthema bei der Polizei sind nach wie vor Wohnungseinbrüche. Obwohl die Fälle um 26 Prozent zurückgegangen sind, hat das Thema oberste Priorität. „Ein Einbruch ist ein erheblicher Eingriff in den persönlichen Lebensbereich einer Person, was bei vielen auch längerfristig für ein Gefühl der Unsicherheit sorgt“, sagt Hagen. Um die Zahl der Einbrüche weiter einzudämmen, hat die Zentrale Kriminalinspektion Osnabrück 2017 eine „Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl“ ins Leben gerufen, die sich der Sache annimmt. Darüber hinaus setzen die Beamten auf Aufklärungsarbeit. Mit Aktionen wie „Sicher-Wohnen“ oder der Einbruchschutzmesse, die in diesem Jahr am 20. und 21. Oktober in Osnabrücker Sparkasse an der Wittekindstraße veranstaltet wird, sollen Bürger für Sicherheitsmaßnahmen sensibilisiert werden.

Lieber einmal mehr

Schnorfeil appelliert an die Bürger, sich auch bei kleinen Verdachtsmomenten bei der Polizei zu melden: „Nach dem Motto ‘lieber einmal mehr‘ kann man sich jederzeit an die 110 wenden. Oft sind Hinweise aus der Bevölkerung das fehlende Puzzleteil, auch wenn es zu Anfang noch so unwichtig erscheint.“

Weniger erfreulich ist der Anstieg um 29 Prozent bei Diebstählen von oder aus Pkw. Die Diebstähle von Fahrrädern sind hingegen um 16 Prozent zurückgegangen. Fälle von entwendeten E-Bikes liegen gar keine vor, was vermutlich mit den höherwertigeren Schlosssystemen zu tun habe. Generell verschiebt sich die Statistik etwas weg von Diebstählen und hin zu Vermögens- und Fälschungsdelikten, von denen 1002 zur Anzeige kamen. „Dank des Internets ist dies der Bereich der Kriminalität, der sich am stärksten entwickelt“, sagt Schnorfeil. Gerade bei Geschäften im Internet sei zu hinterfragen, wie seriös ein Anbieter ist und wie viel persönliche Daten man wirklich preisgeben muss.