Zukauf ergänzt das Geschäft Welp-Gruppe vergrößert sich und baut am Standort GMHütte

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Georgsmarienhütte. Die Welp-Gruppe ist seit Anfang des Jahres um zwei Standorte reicher. Der Automobilzulieferer hat das Unternehmen Dressler+Höfner mit Standorten in Neustadt und Medias, Rumänien, übernommen. Auch für den Firmensitz hat die Unternehmensgruppe Pläne.

Das Jahr 2017 war für die Automobilbranche mit der Diesel-Affäre ein durchaus turbulentes Jahr und hat die Branche belastet. Das hat auch die Welp Gruppe, Automobilzulieferer mit Sitz in Georgsmarienhütte, gespürt, wenn auch nicht im Umsatz. „Trotz Dieselkrise war 2017 ein gutes Jahr für die Gruppe“, sagt Geschäftsführer Ronald Gerschewski. Es gebe ein kontinuierliches Wachstum in einem schwierigen Umfeld. Der Umsatz der Gruppe belief sich im vergangenen Jahr auf rund 60 Millionen Euro. Mit dem Zukauf von Dressel+Höfner wird sich dieser für das laufende Geschäftsjahr erhöhen.

Sicherheitsfahrzeuge machen höchstem Anteil am Umsatz aus

Einen großen Anteil am Wachstum der bestehenden Gruppe hat weiterhin die Farmington Automotvie GmbH mit Standorten in Georgsmarienhütte und Wolfsburg. „Der Bereich Sicherheitsfahrzeuge ist innerhalb der Gruppe am umsatzstärksten“, so Gerschewski. Die Welp-Gruppe ist ein führender Hersteller im Bereich der Entwicklung und Fertigung von gepanzerten Sicherheitsfahrzeugen. Zuwächse in diesem Geschäftsbereich gibt es laut Geschäftsführer auch aufgrund der weltweiten Sicherheitslage. Der Bereich Automotive reicht insgesamt von der Entwicklung über Prototypenbau bis zur Kleinserienfertigung von Fahrzeugteilen für die Automobilbranche.

Unternehmen ergänzen die Gruppe

Durch den Zukauf der auf Kunststoff-Spritzguss spezialisierten Dressel+Höfer GmbH & Co. KG wächst die Welp Gruppe in diesem Jahr nun weiter. „Wir wollen den Bereich Automotive stärken und uns dort breiter aufstellen“, sagt Ronald Gerschewski und betont: „Es wird keine Verlagerung der Produktion geben. Der Zukauf bringt ein zusätzliches Portfolio, das unseres ergänzt.“ Zum Beispiel gibt es nun eine eigene Lackiererei im Firmenverbund. Insgesamt ist der Zukauf jedoch auch ein Baustein, um innerhalb der Gruppe noch innovativer zu werden. Die Integration der neuen Unternehmen ist mit Jahresbeginn gut gestartet. „Wichtig ist, dass beide Firmen, die die Gruppe nun verstärken, gut aufgestellt sind. Es gibt gut organisierte Strukturen, sodass die Produktion nahtlos weitergehen konnte.“ Die Mitarbeiter an den Neustadt und Medias, Rumänien, hatte die Unternehmensgruppe übernommen, sodass nun insgesamt 730 Mitarbeiter für Welp tätig sind.

Internationalisierung vorantreiben

Zudem ist der neue Standort in Medias, in dem die in Neustadt entwickelten Werkzeuge für die Serienproduktion der Kunden genutzt werden, ein Schritt in Richtung Internationalisierung der Gruppe. Für den Geschäftsführer ein wichtiger Aspekt, um die Bindung zu vorhandenen Kunden zu stärken, neue hinzuzugewinnen und so die Märkte im Osten weiter zu erschließen – auch über das aktuelle Portfolio hinaus. „Es ist eine Region, in die die Automobilindustrie verlagert. Für größere Stückzahlen ist eine Präsenz vor Ort immer wichtiger.“ Das hat sich die Georgsmarienhüttener Gruppe auch etwas kosten lassen. „Es war für uns eine hohe Investition“, so Gerschewski.

Hauptstandort wird ausgebaut

Aber auch für den Standort Georgsmarienhütte hat die Welp Gruppe noch in diesem Jahr große Pläne. Eine 6000 Quadratmeter große Halle soll bei Farmingtons Automotive gebaut werden. „Wir investieren rund sechs Millionen Euro am Standort. Der Bau der neuen Halle wird in Kürze beginnen“, sagt die Geschäftsführende Gesellschafterin Nina Welp. Zweistöckig soll die Halle an dem Platz gebaut werden, wo sich aktuell die Teststrecke befindet. Diese werde entsprechend ausgelagert. Untergebracht wird in der neuen Halle ein Fertigungsbereich für Kleinserien und Sonderfahrzeuge. Mit dem Neubau ist der zur Verfügung stehende Platz auf dem Firmengelände dann erschöpft.

Fachkräfte fehlen

Das Wachstum insgesamt bringt jedoch auch ein Problem mit sich, das viele Unternehmen in der Region betrifft: der Fachkräftemangel. Und das nicht voranging bei Ingenieuren. „Es ist die Ebene der Meister und Facharbeiter, die fehlt“, sagt Nina Welp. Für den Nachwuchs müsse das Unternehmen selbst sorgen. Auch, um künftig neue Segmente jenseits des Automobilsektors zu erschließen, zum Beispiel im Bereich Elektroanlagen oder Medizintechnik.


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