Randale in der Obdachlosenunterkunft Einmonatige Freiheitsstrafe für GMHütter

Von Heiko Kluge

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Georgsmarienhütte. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung verurteilte das Amtsgericht einen heute 35-jährigen Mann aus Georgsmarienhütte zu einer einmonatigen Freiheitsstrafe. Der Mann war in einer Obdachlosenunterkunft auf Polizisten losgegangen und hatte sie beleidigt.

„Was soll ich sagen. Was da drin steht ist die Wahrheit“, erklärte der 35-Jährige, nachdem der Staatsanwalt die Anklage verlesen hatte. Danach war der Mann im August in der Obdachlosenunterkunft mit dem Sicherheitsdienst in Streit geraten, der daraufhin die Polizei rief.

Als die Beamten eintrafen, ging der Ärger erst richtig los. Der 35-Jährige habe ihnen seine Zimmertür vor der Nase zugeschlagen und sie von innen zugehalten, erinnerte sich einer der Polizisten. Nachdem er mit Mühe die Türe aufgedrückt habe, habe sich der Angeklagte geweigert, seinen Ausweis zu zeigen. Als sein Kollege dann nach einem herumliegenden Briefumschlag griff, um darauf den Namen des Mannes zu lesen, sei der 35-Jährige ausgerastet: „Er ist auf meinen Kollegen losgegangen“, erinnerte sich der Zeuge. Als sie den Mann auf sein Bett gedrückt hätten, sei er „total abgedreht“. Der Mann habe sich gedreht und gewunden, auch nachdem man ihm mit Mühe Handfesseln angelegt habe. Mehrfach hätten sie den Mann auf das Bett werfen müssen.

Dabei habe er sie auch beleidigt, so der Beamte. „Er hat sich mittlerweile entschuldigt, damit ist für mich die Sache erledigt.“

Der Angeklagte drückte sein Bedauern aus und gab an, keine rechte Erinnerung an den Vorfall zu haben. „Ich war stark alkoholisiert.“ Kurz nach dem Vorfall waren bei ihm ein Blutalkoholwert von 2,35 Promille festgestellt worden.

Aufgrund der Alkoholisierung ging der Staatsanwalt von einer verminderten Schuldfähigkeit bei dem Angeklagten aus. Wegen der 13 Voreintragungen im Strafregister des Mannes hielt er dennoch eine zweimonatige Freiheitsstrafe für angezeigt. „Widerstandshandlungen gegen die Polizei nehmen immer mehr zu, das ist ein großes Problem.“

Mit der einmonatigen Haftstrafe blieb das Gericht unter dem Antrag des Staatsanwalts. Die Widerstandshandlung des Mannes sei keine aktive gewesen, begründete der Richter, sondern hätten nur dazu geführt, dass er nicht allzu sanft angefasst wurde.