„Stadt erhält völlig neues Gesicht“ GMHütter Rat macht Weg frei für zehn Hektar großes Baugebiet

Von Bastian Rabeneck

Auf der über zehn Hektar großen Fläche zwischen Forstweg, Sonnenpfad, Südring und Carl-Stahmer-Weg will die Stadt rund 150 Bauplätze schaffen. Foto: Michael GründelAuf der über zehn Hektar großen Fläche zwischen Forstweg, Sonnenpfad, Südring und Carl-Stahmer-Weg will die Stadt rund 150 Bauplätze schaffen. Foto: Michael Gründel

Georgsmarienhütte. Einstimmig votierte der GMHütter Rat jetzt für den Kauf eines über zehn Hektar großen Baugebiets zwischen Forstweg, Sonnenpfad, Südring und Carl-Stahmer-Weg. Rund 150 Bauplätze sollen in dem Areal geschaffen werden. Die Realisierung wird in Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) erfolgen.

Auch die Fraktion der Grünen um den Vorsitzenden Robert Lorenz stimmten für das Vorhaben, zentrumsnahen Wohnraum auf großer Fläche neu zu schaffen. Allerdings kritisierte Lorenz das bisherige Vorgehen der Verwaltung: „Der Kaufvertrag wurde dem Rat erst nach seiner Beurkundung vorgelegt. Ich bitte in Zukunft, den Rat vorher einzubinden.“

Mit der Fläche am Forstweg ändert sich die Situation für Hausbauer in der Hüttenstadt gründlich. Zuvor konnte GMHütte Bauinteressenten keine verfügbaren Grundstücke mehr anbieten. Mit seiner Entscheidung ebnete der Rat jetzt den Weg für das größte Baugebiet in der Hüttenstadt seit 2006. Damals wurden die Baugebiete Dröper-West, Mittelheide, Östlich Buchgarten und Ostermanns Esch ausgewiesen. Torsten Dimek, Leiter des Fachbereichs für Bauverwaltung und Stadtplanung in GMHütte, ging bei der Ratssitzung davon aus, dass ungefähr 75 Prozent des Areals bebaut werden können. Details müssten allerdings noch mit dem derzeitigen Eigentümer, der die Fläche landwirtschaftlich nutzt, geklärt werden. Nach Auskunft der Stadtverwaltung, will der Eigentümer seine Tierhaltung zu Oktober 2019 einstellen und voraussichtlich an anderer Stelle einen Betrieb errichten.

Große Chance für GMHütte

Annette Jantos (SPD) sieht in der neuen Baufläche eine große Chance für Georgsmarienhütte. „Die Stadt wird durch die Bebauung ein völlig neues Gesicht erhalten. Zusätzlicher Wohnraum, neuer Platz für Schulen und Kultureinrichtungen oder sogar für eine Stadthalle werden hier ermöglicht“, betonte Jantos im Rat. Martin Dälken (CDU) machte darauf aufmerksam, dass es schon Mitte der 90er Jahre Gespräche zwischen Stadt und Eigentümer der Fläche über einen möglichen Kauf gegeben habe. Damals sei das Vorhaben gescheitert. Jetzt müsse man die Gelegenheit nutzen den Bereich zu entwickeln und an die umliegende Infrastruktur anzupassen.

Bürgermeister Ansgar Pohlmann ging in diesem Zusammenhang auf den kürzlich gefassten Entschluss, die Fernwärme aus dem Stahlwerk zu nutzen, ein. Man müsse sich für das zu erschließende Baugebiet die Fernwärme aus der Stahlproduktion zunutze machen und entsprechende Anschlüsse bei der Planung der Infrastruktur berücksichtigen.

Städtebaulicher Vertrag mit der NLG

Für die Umsetzung des Projekts wird die Stadt einen städtebaulichen Vertrag mit der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) abschließen. Das gemeinnützige Unternehmen beschreibt sich auf seiner Website als Impulsgeber für die Entwicklung des ländlichen Raumes in Niedersachsen.

Im Finanzausschuss hatten die Mitglieder noch über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert. Variante zwei sah vor, dass die NLG die für den Kauf erforderliche Summe von 4,51 Millionen Euro zahlt. Durch den Verkauf einzelner Grundstücke an neue Eigentümer wäre das Geld im Anschluss wieder zurückgeflossen. Allerdings wären bei dem Verfahren noch zusätzlich Zinsen angefallen. Deshalb hatte der Fachausschuss diese Idee schon im Vorfeld verworfen.

Auch der Rat entschied sich einstimmig dafür, der NLG die Summe für den Flächenankauf über den Nachtragshaushalt der Stadt zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Variante fallen keine Zinsen für spätere Käufer an.

Im nächsten Schritt wird die Stadt nun ein Bauleitverfahren durchführen, das die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplans vorsieht.

(Weiterlesen: Hüttenstadt plant größtes Baugebiet seit 2006)