Lob für ideenreiches Engagement DVW-Präsident Kurt Bodewig besucht Verkehrswacht GMHütte

Von Petra Pieper

Freuten sich über den Besuch des Präsidenten der Deutschen Verkehrswacht, Professor Kurt Bodewig (3. von links): Die Vertreter der Verkehrswacht Georgsmarienhütte Heinrich Höhn, Jürgen Mertens und Hans Szypulski. Foto: Petra PieperFreuten sich über den Besuch des Präsidenten der Deutschen Verkehrswacht, Professor Kurt Bodewig (3. von links): Die Vertreter der Verkehrswacht Georgsmarienhütte Heinrich Höhn, Jürgen Mertens und Hans Szypulski. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Zu einem Erfahrungsaustausch begrüßte die Verkehrswacht Georgsmarienhütte jetzt den Präsidenten der Verkehrswacht Deutschland, Professor Kurt Bodewig.

Hans Szypulski, langjähriger engagierter Vorsitzender der Georgsmarienhütter Gruppe, hieß den ehemaligen Bundesverkehrsminister im Büro an der Kolpingstraße herzlich willkommen: „Wir freuen uns, dass wir unsere Initiativen vorstellen können.“

Finanziell „gut versorgt“

Die Verkehrswacht Georgsmarienhütte als eine von insgesamt 14 im Landkreis Osnabrück sei dank einer Kooperation mit dem Landkreis finanziell „gut versorgt“, so Szypulski. Zum Beispiel könnten die Fahrradparcours für alle Schulanfänger kostenlos angeboten werden. Auch die Anschaffung des neuen Bullis, mit dem das nötige Equipment zu Schulen und an andere Veranstaltungsorte transportiert werde, sei bei einem Eigenkapital der GMHütter von 20000-Euro „kein Problem“ gewesen.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Geschäftsführer Jürgen Mertens betonte, dass die Verkehrswacht alle Bürger vom Neugeborenen bis zum Senior mit ihren Programmen anspreche: „Zwischen der Handhabung des Auto-Kindersitzes und der eines Rollators bieten wir viele Aktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an, immer mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr.“ Zum Beispiel den „Roller-Führerschein“, bei dem die Kinder einer Kita eine Woche lang „trainieren“ können, bis ihnen am Ende in einer „Prüfung“ die Beherrschung des Fahrzeugs attestiert wird. Auch Aktionen wie „Spiel!Mobil!“ und die Rad-Parcours mit Fahrradwerkstatt an Grundschulen dienen der Verkehrssicherheit der Kinder. „Wir sind im Sommerhalbjahr an 19 Kindergärten, auch weit über Georgsmarienhüttes Grenzen hinaus, und an zahlreichen Grundschulen unterwegs“, berichtete Mertens. Zudem gebe es Seh- und Reaktionstests, Rauschbrillenparcours für Jugendliche und Pkw- sowie Pedelec-Sicherheitstrainings. Zudem habe man jüngst 53 Fahrräder für Flüchtlinge gesammelt und sie ihnen mit einem Kurs zur verkehrssicheren Handhabung übergeben.

Engagement gewürdigt

Bodewig, der auch als Honorarprofessor an der Hochschule Osnabrück über Logistik und Verkehrsinfrastruktur doziert und als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Verkehrssicherheitsrates in der Materie zu Haues ist, würdigte das umfassende Engagement der Georgsmarienhütter: „Hier wird außerordentlich ideenreich und umfassend gearbeitet!“. Manche ihrer Projekte seien auf Bundesebene übernommen worden. Die Verkehrswacht schaffe mit ihren Aktionen wichtige Erfolgserlebnisse für Kinder, die heute nicht mehr so beweglich wie früher seien, und mache mit ihrer jüngsten Aktion „Tippen tötet“ gegen Handynutzung am Steuer auf neue Gefahren aufmerksam. Insgesamt leiste die Verkehrswacht mit ihrem Engagement nicht nur einen wichtigen Beitrag zu mehr Fahrsicherheit, sondern auch zu einer präventiven Erziehung zu Rücksicht und Toleranz.

„Ein schönes Ehrenamt“

„Das ist ein schönes Ehrenamt, das Freude macht und bei dem man sich sinnvoll gefordert fühlt“, bestätigte Szypulski und machte auch jüngeren Menschen Lust auf diese Tätigkeit: „Wir würden uns über Verstärkung freuen!“


Die Deutsche Verkehrswacht gehört, so die Eigenbeschreibung, „zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands“. Sie wurde als Verein am 3. November 1924 in Berlin gegründet. Das Ziel: Die Verkehrssicherheit fördern und Verkehrsunfälle verhüten. Zwischen 1933 und 1945 war die Verkehrswacht verboten, am 13. Dezember 1950 wurde sie als Bundesverkehrswacht neu gegründet. Heute engagieren sich mehr als 60000 Menschen ehrenamtlich in der gemeinnützigen Verkehrswacht. Mit ihren Aktionen und Veranstaltungen erreicht die Verkehrswacht rund 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. Sie gliedert sich in 16 Landesverkehrswachten und rund 600 Gebiets-, Orts und Kreisverkehrswachten. Zu den Mitgliedern der Verkehrswacht gehören unter anderem Unternehmen des Automobilbereiches, der Verband der Automobilindustrie, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Autoclubs, Verlage, die Gewerkschaft der Polizei und Prüfgesellschaften. Die Deutsche Verkehrswacht finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.