Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung Vortrag beim Frauenfrühstück in Kloster Oesede

Von Petra Pieper

Frauenfrühstück mit Informationen über Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung: Susanne Häring (von links), Dr. Sigrid Pees-Ulsmann, Monika Herkenhoff und Bärbel Dreckmann. Foto: Petra PieperFrauenfrühstück mit Informationen über Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung: Susanne Häring (von links), Dr. Sigrid Pees-Ulsmann, Monika Herkenhoff und Bärbel Dreckmann. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Krank ohne Krankenversicherung? Das Problem stand im Mittelpunkt eines Frauen-Frühstücks der Frauengemeinschaft (kfd) Kloster Oesede und der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Susanne Häring im Edith-Stein-Haus. Die Ärztin Dr. Sigrid Pees-Ulsmann stellte dabei ein Hilfsangebot der Malteser für Menschen ohne Krankenversicherung vor.

Nachdem sich die rund 60 Besucherinnen an dem mit regionalen Produkten bestückten Büffet der kfd-Gruppe „Frauen unter sich“ gestärkt hatten, hob die Gleichstellungsbeauftragte die Aktualität des Vortragsthemas hervor. Fragen der Gesundheitsversorgung, von Hebammen-Mangel bis Pflegenotstand, beunruhigten heute viele Versicherte. „Wie mag es da erst Menschen gehen, die nicht krankenversichert sind?“

Ohne Krankenversicherungsschutz

Dass es denen oft nicht gut geht, bestätigte Dr. Sigrid Pees-Ulsmann. Deshalb engagiert sich die Allgemeinmedizinerin im Ruhestand mit fünf Kollegen in der „Malteser Migranten Medizin“ (MMM). Waren es zunächst tatsächlich illegale Migranten, Besucher und Asylsuchende ohne gültigen Aufenthaltsstatus, die im Krankheitsfall hilflos waren, sind inzwischen auch einheimische Mitbürger ohne Krankenversicherungsschutz unter den Hilfesuchenden.

In räumlicher Nähe zum Marienhospital und zum Teil auch in Kooperation, bietet die MMM in Räumen der Arbeitsmedizinischen Beratungsstelle an der Osnabrücker Detmarstraße 6-8 einmal wöchentlich am Dienstagvormittag eine Sprechstunde an.

Auf Wunsch anonym

„Die Patienten können unangemeldet kommen, gern auch mit Dolmetscher“, lädt Pees-Ulsmann zum Besuch ein. Vor der Erstuntersuchung baut die Ärztin im Gespräch Vertrauen auf und versucht herauszufinden, wie die Situation des Kranken oder der Schwangeren ist, auch, ob eventuell doch irgendwie Versicherungsschutz möglich ist. Sich Illegal im Land aufhaltende Patienten werden auf Wunsch anonym behandelt. „Wir kümmern uns um alle, die krank sind und Hilfe brauchen.“

Die Hilfsbereitschaft der Ärzte und ihrer Helfer gründe, so Pees-Ulsmann, im christlichen Glauben: „Nächstenliebe und –hilfe ist uns Verpflichtung“. Die Behandlungen sind im Prinzip kostenlos. Allerdings werden bei Patienten, „die es können“, kleinere Beträge erhoben, weil „es nicht gut ist, wenn alles umsonst ist“.

Akutversorgung und weiterführende Behandlung

Neben der Akutversorgung ist häufig auch weiterführende Behandlung bei Fachärzten oder in Kliniken erforderlich. Ein Netzwerk von rund 20 Spezialisten vor Ort ist der MMM verbunden und verzichtet in diesen Fällen auf Honorar. Lediglich die Liegekosten in den Kliniken müssen finanziert werden. Dafür und für andere Ausgaben werben Pees-Ulsmann und ihre Mitstreiter Spenden ein.

Weitere Informationen: www.malteser-osnabrueck.de