Oeseder Gymnasiasten beweisen Kompetenz bei Wirtschaftsplanspiel Kühlschrank als Kultprodukt

Stell dir vor, du vermarktest einen Kühlschrank: Schüler präsentierten in der katholischen Landvolkhochschule im Rahmen des Wirtschaftsplanspiels ihre Produkte. Am Mikrofon: Lilly Dreyer. Foto: Andreas WenkStell dir vor, du vermarktest einen Kühlschrank: Schüler präsentierten in der katholischen Landvolkhochschule im Rahmen des Wirtschaftsplanspiels ihre Produkte. Am Mikrofon: Lilly Dreyer. Foto: Andreas Wenk

awen Georgsmarienhütte. Von der Schulbank in die Chefetage. Dieses Klischee hat sich für 19 Schüler des Gymnasiums Oesede in der vergangenen Woche erfüllt, zumindest zeitweise erfüllt.

Zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt und dem industriellen Arbeitgeberverband hatten die Schülerinnen und Schüler an einem Wirtschaftsplanspiel teilgenommen. Jetzt präsentierten sie ihre Ergebnisse in der Katholischen Landvolkhochschule. Die Aufgabe bestand darin, 50000 Kühlschränke zu produzieren und zu verkaufen.

Schulleiter Ulrich Schimke, der die Schüler zuvor mit Fragen gelöchert hatte, stellte am Ende fest: „Ihr habt euch und eure Produkte in gewohnter Weise gut präsentiert.“

Kreativität nicht nachgelassen

Seit 2004 beteiligt sich das Gymnasium an solchen Planspielen. Die Kreativität hat indes nicht nachgelassen. So reichte das Angebot von einer solarbetriebenen, mobilen Kühlbox auf Rädern für Strandparty und Open-Air-Konzert bis hin zum Zwei-Zentner-Monster mit 500 Liter Fassungsvermögen, herausnehmbarer Kühlbox und zum Preis eines veritablen Gebrauchtwagens.

So unterschiedlich die einzelnen Gruppen auch an die Sache herangegangen waren, in vielen Punkten waren sich die Jungunternehmer einig: Ohne App und W-Lan hat ein Kühlschrank heute keine Chance mehr auf dem Markt. Dennoch hatte sich eine Gruppe aus Datenschutzgründen bewusst dagegen entschieden, dass der Kühlschrank selbstständig Einkäufe tätigt oder Vorlieben und Abneigungen seines Besitzers protokolliert.

Kundenzufriedenheit als oberste Maxime

Ähnlich reflektiert zeigten sich die Oberstufenschüler auch im Hinblick auf ihr Rollenverständnis. Kundenzufriedenheit sei die oberste Maxime. Aber ebenso einig waren sich alle Gruppen, dass auch zufriedene Mitarbeiter eine Voraussetzung für dauerhaften Erfolg darstellen. Weit oben auf der Agenda standen Themen wie Umweltschutz und Energieeffizienz.

Das Planspiel dauert eine Woche lang von morgens bis abends – oft über normale Schulzeiten hinaus. Dabei gilt es, Einkauf, Produktion und Werbung, Mitarbeiterzahl, Kapazitäten und Kosten ebenso im Blick zu behalten wie unvorhersehbare Veränderungen.

Fallstricke

Fallstricke wie Steuererhöhungen, neue Zölle oder Preisveränderungen hat Spielleiter Torsten Gottschling im Köcher, um die Gruppen möglichst realitätsnah damit zu konfrontieren, dass Unternehmen stets für eine Vielzahl von Unwägbarkeiten gewappnet sein sollten. Irritieren ließen sich die Teilnehmer davon nicht. Ihnen attestierte Florian Weßling von der Wirtschaftsförderung der Stadt faszinierende Ideen und Ergebnisse.

Entsprechend honorierten Eltern, Freunde und Verwandte die Präsentationen mit kräftigem Applaus.