Brötchen, Frauen und ein Pianist Frühstück mit Märchenerzählerin Ute Link in GMHütte

Von Petra Pieper

Ein Mann beim Frauenfrühstück in Maries Hütte: Georgi Gürov, umringt von (von links) Susanne Häring, Ute Link, Heike Multhaupt und Martina Störmann. Foto: Petra PieperEin Mann beim Frauenfrühstück in Maries Hütte: Georgi Gürov, umringt von (von links) Susanne Häring, Ute Link, Heike Multhaupt und Martina Störmann. Foto: Petra Pieper

Georgsmarienhütte. Aus Anlass des Internationalen Frauentag vor rund einer Woche lud das Team des Familienzentrums Maries Hütte jetzt zum Frauenfrühstück ein. Etwa 50 Frauen kamen. Für das Programm sorgte Märchenfrau Ute Link, musikalisch begleitet von Georgi Gürov, dem ehemaligen Leiter der Musikschule.

Der einzige Mann in der Frauenrunde wurde von den beiden Vorstandsfrauen Heike Multhaupt und Martina Störmann besonders herzlich begrüßt: „Der neue Vorstand möchte das Familienzentrum stärker auch für Männer öffnen, insofern freuen wir uns sehr, dass Sie uns zum Frauentag die Ehre geben.“ Und das tat Gürov dann auch explizit, er widmete das erste der Musikstücke, mit denen er die Märchenerzählungen geschickt verband, „Maria“ aus Leonard Bernsteins Musical „Westside Story“, allen anwesenden Frauen.

Gegen jegliche Gewalt wehren

Zur Begrüßung hatte Gleichstellungsbeauftragte Susanne Häring darauf hingewiesen, dass Frauen seit mehr als hundert Jahren Gleichberechtigung fordern, sich gegen Benachteiligung im Arbeitsleben und gegen jegliche Gewalt wehren. Am Internationalen Frauentag aber lassen sie sich feiern. Als Zeichen dafür erhielt zum Abschluss jede Teilnehmerin eine Rose.

Häring kündigte an, dass in den Märchen typisch weibliche Eigenschaften thematisiert würden, unter anderem die Lebensklugheit von Frauen, die sich in einer männlich dominierten Umwelt mit Humor und List durchsetzen, um ihre Wünsche zu realisieren. „Wenn der gerade Weg nicht funktioniert, gehen sie, im ruhigen Bewusstsein ihres eigenen Werts, ohne Angriff und Kampf um das Hindernis herum und warten in Ruhe ab.“

Besonderer Grund zur Freude

Ein besonderer Grund zur Freude sei, dass es dem neuen Vorstand trotz mancher Hindernisse gelungen sei, die Tradition des Frühstücks zum Internationalen Frauentag aufrecht zu erhalten. Multhaupt und Störmann erinnerten an die „tollen Spezialitätenbüffets“ vergangener Jahre und bedauerten, „dass uns die treuen Helfer mit russlanddeutscher Biografie fehlen“, aber das „typisch deutsche Frühstück“ mit Brötchen, Aufschnitt und Käse kam zur Abwechslung ebenfalls gut an. Erzählerin Link griff diesen Hinweis geschickt auf, indem sie erzählte, wie einst das Brötchen und die Erdbeermarmelade zueinanderfanden: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schmecken sie noch heute.“

Frauen im Märchen

Im Folgenden lenkte Link den Blick auf „Frauen im Märchen“. Sie erzählte das russische Märchen von der „klugen Katharina“, die als Ehefrau des Königs und beliebte Ratgeberin eines Tages bei ihrem Gemahl in Ungnade fällt und sich mit einer klugen List aus dieser misslichen Situation zu befreien weiß. Sie erzählte von der verliebten Prinzessin in China, die, als endlich der richtige Freier kommt, ihre ursprüngliche Forderung, der Kandidat müsse eine blaue Rose beibringen, umstößt und kurzerhand die präsentierte weiße Rose zur blauen erklärt. Und sie erzählte das Andersen-Märchen von den tratschsüchtigen Hennen, eine Parabel über die Entstehung von Gerüchten. Georgi Gürov fand am Flügel die richtigen Klänge, um russische Hochzeit, Liebeslied, Hühnergeschnatter und manches andere darzustellen.