Große Mehrheit im Rat GMHütter Michaelisschule wird neu gebaut

Von Bastian Rabeneck

Nach Beschluss des GMHütter Rats soll der Schustertrakt der Michaelisschule nun abgerissen werden. Die kalkulierten Kosten einer Sanierung hatten sich zuletzt nahezu verdoppelt. Foto: Egmont SeilerNach Beschluss des GMHütter Rats soll der Schustertrakt der Michaelisschule nun abgerissen werden. Die kalkulierten Kosten einer Sanierung hatten sich zuletzt nahezu verdoppelt. Foto: Egmont Seiler

Georgsmarienhütte. Der Neubau der Michaelisschule in Georgsmarienhütte ist beschlossene Sache. Der GMHütter Rat sprach sich in der Sitzung am Donnerstag mit großer Mehrheit für die Neubau-Lösung aus, die auch schon im Schul- sowie Finanzausschuss favorisiert worden war. Auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit sei ein Neubau die eleganteste Lösung, so die Meinung der Mehrheit.

Zunächst soll nun der bereits eingezäunte Schustertrakt auf dem Gelände der Michaelisschule abgerissen werden. Dessen geplante Sanierung hielt zuletzt einige Überraschungen bereit. Der Gebäudezustand und neue Baustandards hatten fast zu einer Verdopplung der ursprünglich kalkulierten Sanierungskosten für die Schule geführt. Der erwartete Betrag war von 3,6 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro gestiegen. Da der Schulausschuss beim Hauptgebäude der Michaelisschule ähnliche Kostenfallen vermutete, wurde der Plan zur Sanierung verworfen.

Für die Summe von sechs Millionen Euro sei letztlich ein Neubau zu realisieren, der den aktuellen Baustandards gerecht werde, hatte der Ausschuss für einen Neubau votiert. Hinzu kommen rund zwei Millionen Euro für den Abriss und weitere Posten. „Jetzt kann das Optimum für die Schüler geschaffen werden“, sagte Clemens Haskamp (CDU) im Rat. „Das Gebäude muss dann aber barrierefrei und damit behindertengerecht gestaltet werden“, forderte Jörg Welkener von den Linken.

Planungszeit muss berücksichtigt werden

Christoph Ruthemeyer (CDU) ist jedenfalls optimistisch. Mit einer veranschlagten Bauzeit von zwei Jahren sei eine neue Schule bis zum Jahr 2020 realisierbar. Oder doch nicht? Bürgermeister Ansgar Pohlmann gab zu bedenken, dass auch die benötige Planung im Zeitplan berücksichtigt werden müsse, und daher mit einer etwas späteren Fertigstellung zu rechnen sei.

Für die Umsetzung des Bauvorhabens auf dem Gelände des Osttraktes wird es nun einen Wettbewerb geben. Durch die Verlagerung des Hauptgebäudes nach Osten, könne der Schulbetrieb während der Bauarbeiten im alten Gebäude ungehindert weiterlaufen. Momentan sind im Osttrakt die Volkshochschule, der Michaelistreff und die Bildungswerkstatt untergebracht. Lösungen für die Übergangszeit seien noch in der Diskussion.

Fläche bereits erschlossen

Heinrich Trimpe-Rüschemeyer (SPD) befürwortete den Bau der neuen Schule am jetzigen Standort aus zwei Gründen: „Die Fläche des alten Schulgebäudes ist erschlossen und damit gut zu verwerten.“ Auf diese Weise könne ein Teil der Baukosten wieder reingeholt werden. Die freie Fläche hinter der Schule sei in Zukunft als Reservefläche für zusätzliche Bauvorhaben zu nutzen.

Das sahen nicht alle in der SPD so: Die Kosten für einen Neubau seien ihr zu unsicher, hielt Parteikollegin Jutta Olbricht dagegen. Das Konzept für die im Vorfeld diskutierte Sanierung sei ausreichend und gut gewesen. Auch Friedrich Ferié (FDP) sprach sich gegen den Beschlussvorschlag aus. Man könne für das Vorhaben höchstens auf eine Fördersumme des Landes von 400000 Euro zurückgreifen. Woher der restliche benötige Betrag kommen soll, sei für ihn völlig unklar.

Grüne für den Beschluss

Die Grünen um den Fraktionsvorsitzenden Robert Lorenz sprachen sich für den Beschluss aus. Die Partei hatte sich zuvor für eine Rekultivierung des Schulgeländes und für einen Bau auf der benachbarten Freifläche eingesetzt, wolle aber einer Umsetzung des Vorhabens nicht im Weg stehen.

Am Ende der Diskussion stimmte eine große Mehrheit für den Neubau der Michaelisschule am jetzigen Standort. Lediglich vier Ratsmitglieder von SPD und FDP votierten dagegen.