Nur bei Briefwahl Zuwachs Wahlbeteiligung im Kirchenkreis Melle-GMHütte gesunken

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Georgsmarienhütte. Nach den Wahlen zu den Kirchenvorständen in den Gemeinden des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Melle-Georgsmarienhütte liefern unter anderem zwei Erkenntnisse: Die Wahlbeteiligung ging fast überall zurück. Aber dort, wo Briefwahl möglich war, stieg die Beteiligung deutlich an.

Wie Hans-Georg Meyer-ten Thoren, Superintendent des Kirchenkreises, weiter mitteilte, ist die Wahlbeteiligung diesmal im Vergleich zur Kirchenvorstandswahl 2012 kirchenkreisweit von 17,88 Prozent in 2012 um 3,36 Prozentpunkte auf 14,52 Prozent in 2018 zurückgegangen. Eine Vergleichszahl: Die Gesamtzahl der Wählerinnen und Wähler in den 1262 Kirchengemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers betrug 343.824. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 15,32 Prozent und einem Minus von 3,31 Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Wahl 2012. Die Zahlen der einzelnen Gemeinden und die Namen aller Gewählten im Kirchenkreis Melle-GMHütte finden Sie hier.

Verluste

In 19 der 21 Kirchengemeinden ging die Beteiligung zurück. In der Gemeinde Melle Neuenkirchen sogar um mehr 10 Prozentpunkte. Dort bleib die Wahlbeteiligung insgesamt zwar mit gut 18 Prozent hoch und über dem Kirchenkreisdurchschnitt. Die Zahl der Wahlberechtigten in dieser Gemeinde, die ihr Wahlrecht auch wahrnahm, verringerte sich jedoch auf zwei Drittel gegenüber 2012. Bei den anderen bewegt es sich das Minus zwischen 1,5 und 6 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Wahl 2012.

„Nur in zwei Gemeinden ist die Wahlbeteiligung angestiegen“, stellte Meyer-ten Thoren fest. In Bad Iburg um 5 Prozentpunkte und in Kloster Oesede um 6,5. „Offensichtlich hat sich hier die Entscheidung für die Durchführung der allgemeinen Briefwahl gelohnt.“ Alle Wahlberechtigten hatten hier mit der Wahlbenachrichtigung auch gleich die Wahlunterlagen zugesandt bekommen und mussten nur abstimmen und den Stimmzettel an die Kirchengemeinde zurücksenden. Fazit des Superintendenten: „Der Mehraufwand dafür hat sich also gelohnt.“

Komplexe Ursache?

Woran die Entwicklung liegt, da möchte der Superintendent nicht spekulieren. Dass viele vielleicht nicht wählen, weil sie glauben, die Gemeinde macht das schon, wäre ein Möglichkeit. Aber vielleicht habe das Erbgebnis auch mit dem gesellschaftlichen Wandel zu tun und der schwindenden Bedeutung der Kirchen. Denn selbst da, wo es eine enge Dorfgenmeinschaft gebe, seine die Zahlen rückläufig. Meyer-ten Thoren: „Gott sei Dank korrespondiert die Wahlbeteiligung nicht mit der Zahl der Kirchenaustritte. Aber trotzdem stehen wir langfristig noch vor großen Herausforderungen.“

Meyer-ten Thoren gratulierte allen Gewählten, und hofft, „dass auch die, die nicht gewählt wurden, nicht allzu traurig sind und sich auch in Zukunft in anderen Bereichen in ihrer Kirchengemeinde mit ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement einbringen werden“. Aufgaben gebe es jedenfalls genug in jeder Kirchengemeinde.

Berufungen

Die wichtigste Aufgabe für die alten und neuen Kirchenvorsteherinnen und -Vorsteher sei es nun, so der Superintendent, gemeinsam bis Mitte April die Männer und Frauen auszuwählen, die durch den Kirchenkreisvorstand in den Kirchenvorstand ihrer Kirchengemeinde berufen werden sollen. An einem Sonntag im Juni werden dann die neuen Kirchenvorsteher mit einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.


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