Streifzug durch Welt des Films Blasorchester holte Kinohelden in die Kirche

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Blasorchester Georgsmarienhütte holte musikalisch die berühmtesten Filmhelden in die Antoniuskirche Holzhausen-Ohrbeck. Foto: Petra RopersDas Blasorchester Georgsmarienhütte holte musikalisch die berühmtesten Filmhelden in die Antoniuskirche Holzhausen-Ohrbeck. Foto: Petra Ropers

Georgsmarienhütte. Einen kurzweiligen Streifzug durch Jahrzehnte der Filmmusik unternahm das Blasorchester Georgsmarienhütte am Sonntag in der St.-Antonius-Kirche Holzhausen-Ohrbeck. Vor nahezu voll besetzten Rängen malten die Musiker kontrastreiche Klang-Bilder.

Unter der musikalischen Leitung von Peter Stückemann lud das Blasorchester zu einem Ausflug ein, der vom hohen Norden über den Wilden Westen bis in die Karibik führte. Schnell zeigte sich dabei, dass so mancher Musiktitel längst auch unabhängig von seinem Film zu Berühmtheit gelangt ist. Das gilt etwa für „Live and let die“ aus dem gleichnamigen James-Bond-Film, der dank „Paul Mc Cartney and Wings“ zu einem unvergessenen Ohrwurm avancierte.

Wilder Westen in Holzhausen

Gedämpfte Trompetenstöße zu markigen Trommelschlägen holten zuvor mit „The Magnificent Seven“ einen Hauch des Wilden Westens in die Kirche. „Axel F“? Der Titel mochte nicht allzu vielen Besuchern vertraut gewesen sein. Der Aha-Effekt kam jedoch schon mit dem ersten Takt. Schließlich wurde der Soundtrack von „Beverly Hills Cop“ selbst zu einem der erfolgreichsten Instrumentaltitel der Popmusik. Das Blasorchester Georgsmarienhütte gab ihm in der Verbindung von Elektro- und Bläsersound einen ganz eigenen Charakter. (Rückblick: Genussvolle Auszeit mit dem GMHütter Blasorchester 2017)

Spannung, Dramatik und eine gehörige Portion Fernweh: Farbenprächtige, im satten Bläserklang schwelgende Bilder malte das Orchester mit dem Soundtrack aus „Fluch der Karibik“. Und natürlich durfte auch der Großmeister der Filmmusik, Ennio Morricone, in der gelungenen Programmauswahl nicht fehlen. Die „Moments for Morricone“ ließen fast sichtbar die Pferde durch die Kirche galoppieren, erzählten von Weite, Sehnsucht und dem Kampf um Frieden und Freiheit. Mehr aus Georgsmarienhütte lesen Sie hier.

„Wie im Himmel“

Ein warmes, gefühlvoll intoniertes Saxophonsolo gab unterdessen „Gabriella’s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ sein ganz besonderes Flair. Doch das Blasorchester erlaubte sich auch den einen oder anderen Ausflug abseits der Welt des Films – sehr zur Freude der Musikfreunde, die sich etwa bei Andrew Lloyd Webbers ausdrucksvoll gesteigertem „I don’t know how to love him“ aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ gerne zum Träumen und Genießen einladen ließen.

Kämpfen für den Traum

Als Buch ein Klassiker, als Musical ein Welterfolg, dann verfilmt und in allen Variationen eine unvergessliche Aufforderung, für den eigenen Traum von einer besseren Welt selbst gegen Riesen zu kämpfen: Die Suite „Man of la Mancha“ vereint die schönsten Melodien aus „Don Quichotte“. Das Blasorchester präsentierte das kontrastreiche Werk mal elegisch, mal dramatisch und kämpferisch, aber immer präzise in der Umsetzung und im Ausdruck auf Punkt.

Das italienische Dokumentardrama „Sacco e Vanzetti“ um die unrechtmäßige Verurteilung und Hinrichtung zweier gebürtiger Italiener in den USA ist dagegen hierzulande kaum bekannt. Die nachdenklich stimmende Filmmusik bot dennoch einen stimmigen Abschluss für ein Konzert, das mehr als gute Unterhaltung bot: „Lassen Sie uns über die Arme ausbreiten und miteinander sprechen“, forderte Peter Stückemann die Besucher im Sinne der musikalisch vorgestellten Filmhelden auf. „Damit unsere Kinder in einer Welt aufwachsen, in der wir vernünftig miteinander umgehen.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN