„Maria, Königin des Friedens“ Heiter-besinnliches Jubiläum in Harderberg

Von Horst Troiza

Ulrike Böhmer, alias Erna Schabiewsky, nahm die Kirche aufs Korn. Foto: Hermann PentermannUlrike Böhmer, alias Erna Schabiewsky, nahm die Kirche aufs Korn. Foto: Hermann Pentermann

Georgsmarienütte. Viel Heiterkeit und Spaß, doch auch das richtige Maß an Besinnlichkeit begleitete das Patronatsfest der Kirchengemeinde „Maria, Königin des Friedens“ in Harderberg. Fünfzig Jahre nach der Gründung feierten die Gemeindemitglieder das Jubiläum mit einem Festgottesdienst und einem Abend mit der Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer.

Messen wurden in Harderberg bereits in den 1920er Jahren gefeiert, die Waldkapelle Maria Frieden 1948 von Bischof Wilhelm Berning 1948 geweiht. Der Name des Kirchleins geht auf das Ende des 30-jährigen Krieges zurück, der sich damals zum 300. Mal jährte. Fünfzehn Jahre später wurde dann die heutige Kirche durch Bischof Helmut Hermann Wittler geweiht.

Anlässlich dieses Jahrestages feierte Pastor Hartmut Sinnigen am Donnerstag einen feierlichen Gottesdienst in der Kirche. Die musikalische Begleitung lag in den Händen des Gemischten Chors Harderberg, der zwar nicht direkt der Kirchengemeinde angehört, doch ohne dessen Mitwirkung viele Feste nicht denkbar wären.

Im Anschluss gehörte der Altarraum der „Frau in Rot“. Die bekannte Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer, alias Erna Schabiewsky, ging auf die heutige Situation der katholischen Kirche, ihrer Lehre und ihrer Lehrer ein - despektierlich und mit viel Humor. Mit Pepita-Hütchen, hüftlanger, roter Strickjacke und ebenfarbigem Rock sowie einem Monstrum von Handtasche an der Seite machte sie sich über die Schwachstellen der Kirche her, ohne jedoch überspielen zu können, dass dort ihr wirkliches Zuhause ist.

Erna wie auch Ulrike stammen aus Dortmund, entsprechend lose saß das Mundwerk. Die 250 Zuschauer im Kirchenraum meldeten permanent Zwerchfellalarm, wenn die frühere Gemeindereferentin auf ´s verbale Gas drückte. Wenn etwa von „Omma“ berichtet wurde, die, als sie im Krankenbett auf die Knie-OP wartet, gefragt wird, ob sie beichten möchte. Die alte Dame erbleicht darauf, reißt die Augen auf und gesteht, das letzte Mal hätte sie zwei Stunden im Beichtstuhl zubringen müssen, „deshalb ist doch jetzt das Knie kaputt“. Und weiter ging es. Unter den Heiterkeitsausbrüchen ihres Publikums erzählte sie von der Amtseinführung eines Kaplans in Schmöttentrop, „70 Messdiener, unglaublich, aber so isses noch im Sauerland“, nahm die Bischofskonferenz ebenso auf ´s Korn wie die Christen aus dem evangelischen Lager, der „anderen Fraktion“ und stöhnte über „die Vorhölle in Altötting“.

Böhmers Jubiläumsschmaus war locker und lecker angerichtet und schmeckte jedem, der auch mal über sich selbst und seine Kirche lachen kann.