Brückenbauer mit Herz Ehrenlandrat Josef Tegeler verstorben

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<em>Am Montag </em>verstorben: Josef Tegeler. Foto: Archiv/SeilerAm Montag verstorben: Josef Tegeler. Foto: Archiv/Seiler

Georgsmarienhütte. Ehrenlandrat Josef Tegeler ist am Montag im Alter von 86 Jahren verstorben.

Tegeler prägte über Jahrzehnte nicht nur die politische Landschaft im Landkreis Osnabrück – als Landrat (März 1964 bis Juli 1993), als Mitglied des Kreistags (1961 bis 1996), als Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags (1963 bis 1974) oder als Kreisvorsitzender der CDU im Osnabrücker Land (1959 bis 1972). Dies sind nur einige Beispiele von zahlreichen Ämtern, die der Politiker mit Kompetenz, Leidenschaft und Herz ausfüllte. Dabei stand im Vordergrund seiner Tätigkeiten nie die Absicht, Karriere machen zu wollen. Nein, Josef Tegeler sah sich als Brückenbauer zwischen Politik und Bürger. In einem Interview zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 2006 hatte er dieses Ansinnen auch als seine Herzensangelegenheit bezeichnet: „Wir müssen genau darauf achten, die Demokratie nicht kaputtgehen zu lassen.“

In diesem Gespräch zum runden Geburtstag berichtete der Jubilar auch über den schönsten und ergreifendsten Moment seiner Ära als Landrat: „Mein eindrucksvollstes Erlebnis hatte ich mit Papst Johannes Paul II. 1980 in Osnabrück. Als Landrat habe ich ihm stellvertretend die Grüße von 280000 Bürgern überbracht, was ihn etwas irritierte.“ Daraufhin habe er dem Papst erklärt, dass ein Landkreis mit einer Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) in Polen vergleichbar sei. „Bei der Verabschiedung nach zwei Stunden wünschte mir der Papst alles Gute für meine Woiwodschaft.“

Der amtierende Landrat des Landkreises, Michael Lübbersmann, bringt das politische Leben Tegelers wie folgt auf den Punkt: „Josef Tegeler war fast drei Jahrzehnte das politische Gesicht des Landkreises. Sein Wirken war stets auf Ausgleich und den Abbau von Konfrontationen gerichtet. Insbesondere in der turbulenten Zeit nach der Gebiets- und Verwaltungsreform war er ein Orientierungspunkt für zahlreiche Menschen. Dieses Engagement setzte er fort bei der Partnerschaft zum früheren Landkreis Neustrelitz und beim Aufbau der dortigen Verwaltung. Die Erfolge seines Wirkens werden noch sehr lange in Erinnerung bleiben.“


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