Im Pflegedschugel Infoveranstaltung für pflegende Angehörige in GMHütte

Meine Nachrichten

Um das Thema Georgsmarienhütte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Pflegeberaterin Petra Herder sprach über häusliche Pflege. Foto: Marius PaulPflegeberaterin Petra Herder sprach über häusliche Pflege. Foto: Marius Paul

mapa Georgsmarienhütte. Wer sich mit dem Thema Pflege von Angehörigen oder Bekannten beschäftigt merkt schnell, dass man sich durch einen Dschungel von Anträgen und Behördengesprächen kämpfen muss. Dabei gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung. Über genau die sprach Petra Herder vom Senioren- und Pflegestützpunkt im Oeseder Haus St. Josef.

„Es gibt wirklich viele Menschen denen Leistungen zustehen, von denen sie allerdings bis dato gar nichts wussten und diese dann verschenken“, erklärte Herder, die gemeinsam mit Siegfried Reinelt von der Hospizgruppe „Lichtblick“ über den aktuellen Stand der Pflegegesetze informierte.

„Grundsätzlich kann jeder Mensch in die Situation geraten irgendwann auf Pflege angewiesen zu sein. Es gibt viele gute Regelungen, die in einem solchen Fall helfen, aber es herrscht doch oftmals auch eine große Unwissenheit“, so Reinelt. Gerade das seit 2017 geltende neue Pflegegesetz beinhalte einige sehr positive Veränderungen. Doch ohne professionelle Beratung seien die bürokratischen Abläufe nur sehr schwer zu durchschauen.

Aus diesem Grund bietet der Senioren- und Pflegestützpunkt für Versicherte eine kosten- und verpflichtungsfreie Pflegeberatung an. „Leider sind wir momentan nur zwei Pflegeberater mit jeweils einer halben Stelle, die für den kompletten Landkreis Osnabrück verantwortlich sind. Im vergangenen Jahr hatten wir bis zu 1700 Beratungsgespräche“, bedauerte Herder.

Laut der Pflegeberaterin sei es wichtig zu wissen, dass im Normalfall niemand unversorgt bleibe und jeder ein Recht auf Beratung habe. Erschwert werde dies allerdings durch die großen Unterschiede zwischen den Regularien der Bundesländer und der einzelnen Krankenkassen. Schon die Antragsformulare der Krankenkassen seinen nicht standardisiert. Und nicht selten hingen Entscheidungen von kleinen Details ab. „Es kann vorkommen, dass in einem Antrag ein Kreuz falsch gesetzt, oder eine Zeile unzureichend ausgefüllt wird und am ende haben diese Kleinigkeiten immense Auswirkungen auf die Feststellung des Pflegegrades oder die Genehmigung finanzieller Mittel“, unterstreicht Herder.

Grundsätzlich seien im Pflegegesetz viele Möglichkeiten und Chancen für Bedürftige festgehalten.Wichtig bleibe aber, sich im Vorfeld genau zu informieren und sich mit dem Thema gewissenhaft auseinanderzusetzen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN